5 Dinge die man in Blogkommentaren vermeiden sollte

spam - Bild bei Antje DelaterEinige Blogger befassten sich bereits mit der Thematik möglicher „Regeln“ für das Verfassen von Blogkommentaren und veröffentlichten eine Art Netiquette für Kommentare. Eine, wie ich finde, doch sehr sinnvolle Aktion, denn der „organische“ Kommentarspam in der Bloggosphäre nimmt drastsisch zu. Da kann es doch nicht wirklich schaden, wenn man sich als „netter und höflicher“ Blogger an ein paar Regeln hält, damit die Kommentarfunktion auch weiter ihren diskussionsfreudigen Charakter behalten kann und nicht durch „unsozialen“ und spammartigen Missbrauch ihre Funktion verliert.

Auch ich habe mir einmal dahingehend ein paar Gedanken geamacht, welche Dinge man beim Verfassen eines Kommentars besser unterlässt. Diese Gedankengänge sind natürlich wieder einmal rein subjektiv und spiegeln nicht unbedingt eine gängige Meinung in der Bloggosphäre wieder. Vielleicht regt dieser Post jedoch einen Teil von euch dazu an, sich auch einmal ein paar Gedanken zu dieser Thematik zu machen und diese in Kommentaren zu diesem Artikel kund zu tun. Ich würde mich jedenfalls über eine Feedback jedweder Art sehr freuen. Nun aber zu den 5 Dingen, die ich, wie gesagt beim Verfassen von Blogkommentaren vermeiden würde.

1. Das Benutzen von fettgedruckter oder stark hervorgehobener Schrift

Blogkommentare können natürlich ein gewisses Maß an Traffic auf euren Blog lenken und wenn ihr die Aufmerksamkeit der Leser auf eure Kommentare lenken , so dürfte sich der generiert Traffic nochmals erhöhen. Aber Vorsicht, ein Hervorheben der Kommentare sollte nicht aufgrund einer ausgefallenen Schriftart oder Farbe durchgeführt werden, sondern durch den Inhalt und die Bedeutung eurer Anmerkungen.
Verwendet die Funktion „fettgedruckt“ äußerst sparsam um die wichtigsten Worte eurer Kommentare von dem sonstigen Inhalt abzuheben und nicht um den kompletten Kommentar damit zu „verschönern“

2. Das Einfügen einer zweiten oder dritten Webadresse

Die meisten Kommentarformulare besitzen die Möglichkeit eine Webseite bzw. deren Adresse eurem Posting anzufügen und diese mit eurem angegebenen Namen per Hyperlink zu verknüpfen. Nutzt diese Funktion, falls ihr euren Blog oder eine andere Webseite „promoten“ wollte, aber verzichtet darauf die Adresse abermals innerhalb des eigentlichen Kommentars zu erwähnen. In den meisten Fällen erhalten die anderen Blogger dadurch ansonsten den Eindruck, ihr wolltet per Kommentarspam den Traffic der jeweiligen Seite erhöhen. Sicherlich gibt es natürlich ab und an Ausnahmen, bei denen man ruhigen Gewissens eine zweite oder dritte URL im Kommentar angeben kann, aber ihr solltet dies auf jedenfall schlüssig in eurem Kommentar verdeutlichen, warum ihr dieses Einfügen als notwendig erachtet. Dies erhöht die Seriosität und lässt den Kommentar authentischer wirken.

3. Einen Kommentar zu hinterlassen, ohne den Artikel gelesen zu haben.

Immer wieder vernimmt man nichtssagende Kommentare in einigen Blogs, bei denen man sich wirklich fragen muss, ob deren Verfasser auch wirklich den Artikel gelesen haben. Ein Kommentar sollte, meiner Ansicht nach, schon in irgendeiner Form zu dem geposteten Artikel passen und nicht völlig sinnfrei im leeren Raum stehen. Selbstverständlich ist es durchaus produktiv auch Fragen in Kommentaren bezüglich des Textverständnisses zu stellen oder auf falsche Aussagen einzugehen, aber Kommentare in der Form „Oh, guter Artikel, lies mal diesen hier auf xxxxx“ sind wirklich sinnfrei und weisen einen spamartigen Charakter auf.
Also verfasst Kommentare möglichst themenrelevant zu dem Posting und stellt vor allem sicher, dass ihr auch den Artikel gelesen habt.

4. Verfassen eines „einwörtigen“ Kommentars

Auch stellte ich häufig fest, dass einige Blogger doch sehr schreibfaul in ihren Kommentaren agieren und Anmerkungen allá „Genial!“ , „Super!“ und der gleichen mehr verfassen. Vermeintlich haben diese Blogger jedoch den ganzen Artikel gelesen und finden diesen wirklich genial, aber ein in der Art verfasster Kommentar wird doch von den meisten Mitbloggern eher als Spam angesehen und nicht als konstrutives oder gar positives Feedback wahrgenommen.
Lieber ein paar Worte mehr schreiben, die das entsprechende Feedback eurer Meinung repräsentieren, als nur ein einziges Wort.

5. Einen zweiten Trackback setzen

Auch das setzen eines zweiten Trackbacks gehört ähnlich wie das zuvor genannte Einfügen einer zweiten URL nicht gerade zum höflichen „Kommentarton“. WordPress bietet ja die Möglichkeit, dass durch das Einfügen eines Links innerhalb eines Artikels automatisch ein Trackback an den verlinkten Blog gesendet wird. Dieser erscheint dann bei dem verlinkten Blog zumeist in der Kommentarfunktion des verlinkten Artikels. Sollte dieser Mechanismus einmal nicht funktionieren habt ihr ja die Möglichkeit innerhalb eines Kommentars auf euren eigenen Post zu verweisen.

Ein Trackback und ein gleichzeitiger Verweis in dem Kommentar zu eurem Artikel ist jedoch nicht sonderlich gerne gesehen und riecht meistens stark nach Spam.

Falls ihr mit diesen 5 von mir aufgestellten und subjektiven Anregungen keinesfalls zufrieden seid oder Anmerkungen und Anregungen hierzu habt, steht es euch frei diese in den Kommentaren zu äußern.

Communityupdate 16.06.08

Es scheint, als wäre die Problematik des „organischen“ Kommentarspams und der daraus resultierenden Netiquette noch immer ein sehr aktuelles Thema, welches die Gemüter der Bloggosphäre erhitzt. Der obige Artikel löste eine relativ starke und diskussionsfreudige Resonanz aus, die sich in den einzelnen sehr kosntruktiven Kommentaren einzelner Blogger widerspiegelt. Da bis dato innerhalb dieser Anmerkungen duchaus sinnvolle Ergänzungsvorschläge gemacht wurden, habe ich mich dazu entschlossen den Artikel zu editieren und die gemachten Vorschläge mit aufzunehmen. Hier nun die Erweiterungen der „Kommentarnetiquette“:

6. Ein „Keyword“ als Name auswählen

Einige Blogger versuchen die Kommentarfunktion manipulativ für die Generierung von keyword-relevanten Links zu missbrauchen. Hierbei tippen sie meistens einen direkten Link in das URL-Feld des Kommentarformulars ein und geben sich einen stichwortartigen Kommentatorennamen, welcher direkt und in themenrelevanter Verbindung zur eingefügten URL steht. Dieses „Deeplinking“ ist auch nicht wirklich die feine englische Art und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ein Indiz für das Backlinksammeln einzelner Blogger mit Hilfe der Kommentarfunktion. Vor allem bei „Hypethemen“, welche sich wie in Lauffeuer durch das Internet ausbreiten ist diese schnelle und einfache Methode des Linksammeln äußerst verbreitet. (Idee: Malte vom Landwehr Blog)

7. Provozieren und Beleidigen

Dieser Punkt, passt in irgendeiner Weise zur Regel „nummero 1“, welche sich mit dem Hervorheben von einzelnen Kommentaren befasst. Nicht nur durch das Layout der Schrift und einen evtl. kreativen Inhalt kann eine Anmerkung hervorgehoben werden und somit vermehrt für Traffic auf einem verlinkten Blog sorgen, nein, auch versuchen Blogger immer wieder durch gezielte Provokationen und Beleidigungen sich von den anderen Kommentatoren abzuheben und somit ihren „Redebeitrag“ von den anderen abzusetzen. Ob dies immer der „Hervorhebung“ dient oder einfach nur ein Indiz für mangelnde Diskussionsfähigkeit darstellt, bleibt dahingestellt, aber mit Sicherheit ist dies keine Art und Weise mit anderen Bloggern zu kommunizieren. (Idee: Frank vom Cashblog)

Bildmaterial: ©Antje Delater / Pixelio.de

16 Kommentare

  1. Domenic Juni 15, 2008 9:56 am 

    Also ich bin mit Deinen Anregungen zufrieden. Hast eigentlich alle wichtigen Punkte genannt. Falls mir aber noch einer einfällt, dann schicke ich dir eine Mail und lasse es Dich wissen. 😉 – Ansonsten sollten alle Blogger den Inhalt des Artikels beherzigen und kein Kommentarspam betreiben, denn das nervt ungemein.

  2. Frank Juni 15, 2008 12:13 pm 

    Vielleicht könnte man noch folgendes hinzfügen: Man darf ruhig Kritik üben und das sollte man auch, wenn einem an einem Artikel etwas nicht passt. Ich glaube es gibt aber Menschen die beleidigen, provozieren und beschimpfen. Nicht selten um damit nur Aufmerksamkeit zu erregen, was ja zu mehr „Linkklickern“ führen kann, wird nun ja eigentlich tut. Sowas lösche ich sofort. Eigentlich sollte dies der Anstand gebieten, doch bei der mangelnden Mitgabe vieler Eltern dieser Eigenschaft, muss man es wohl dazu schreiben. 😉

  3. Malte Landwehr Juni 15, 2008 3:07 pm 

    Regel Nummer 6: Kein Keyword als Benutzername!

  4. David Juni 15, 2008 3:16 pm 

    Mir gefällt dieser Artikel sehr, weil gegen Spam gibt es ja schon einige Plugins, die es den Spammern ziemlich erschweren. Aber wie du schon oben geschrieben hast sollten auch Regeln für Kommentare eingehalten werden.

    Mich stört vorallem Kommentare mit null Sinn dahinter, also nur ein Link oder ein Wort.

    Vielleicht als Regel Nr. 7 sollte man noch einfüheren, dass die Leser die Rechtschreibung beachten müssen – speziell Groß- und Kleinschreibung

  5. Bloggonaut Juni 15, 2008 4:16 pm 

    Hallo,
    danke für die netten Ergänzungen. Ich werde dies mal im laufe des Montages als „Updateergänzung“ in dieses Artikel einpfelgen.
    Bis Morgen dann.

  6. Rick Juni 15, 2008 6:54 pm 

    Schöner Linkbait, der letzte Absatz *zwinker*.
    Die ersten 5 Punkte würden eigentlich zur stinknormalen Netiquette gehören, etwas was heute viele Menschen weder im realen noch virtuellen Leben mehr kennen. Aber vor lauter Backlinks, Traffic und Suchmaschine sehen die Leute hinter Websiten die Menschen nicht mehr…

  7. prinzzess Juni 15, 2008 9:29 pm 

    das kann man gar nicht oft genug thematisieren.

    Edit von Admin: Bitte kein Deeplinking 🙂 / Nutzt hierfür bitte das URL-Feld

  8. Bloggonaut Juni 16, 2008 10:30 am 

    Ich habe nun einmal die zwei Anregungen mit aufgenommen. Falls jemanden noch etwas sinnvolles einfällt, pinne ich es gerne dazu.

  9. Analphablogger Juni 16, 2008 7:30 pm 

    Hi Andreas, Kompliment sehr guter Artikel mir gefällt dein Schreibstil und deine angewandte Rhetorik ist einsame Spitze. Zum Artikel selbst wollte ich noch einen Verbesserungsvorschlag bringen und zwar wäre eine Definition zum Wort Netiquette gut gewesen für all diejenigen denen dieses Wort kein Begriff ist -> http://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette

    Ansonsten um auf das Thema zurückzukommen kann ich mich im Moment noch nicht beklagen Probleme mit Spammern zu haben, dies liegt vermutlich daran das mein Blog neu gestartet wurde bzw. auf einen anderen Webspace umgezogen ist.

    Ps. Hab dich gleich mal in meinem Blogroll aufgenommen

  10. VoP Juni 18, 2008 7:47 am 

    Besonders auf yigg habe ich Verhalten wie in 2, 3 und 4 oft bemängelt. Ich hatte eigentlich nicht angenommen, dass wir für Blog-Kommentare andere Regeln brauchen als die, die wir für Foren schon seit über 10 Jahren haben.

    Im Prinzip sind die Regeln doch auch gleich, oder nicht?

    Kommentare, die nur aus „richtig, habe ich auch hier bei (insert eigene) URL gesagt“ oder „mehr dazu auch bei URL“ sind doch der reine Spam!

    Leider tun manche aber gerne so, als seien sie erst gestern in der IT-Welt angekommen und hätten keine Ahnung, wie die bewährten Forum-Regeln aussehen könnten bwz. dass es überhaupt welche gibt.

    Es gibt natürlich – je nach Thema des Blogs bzw. Blogposts – noch zusätzliche Regeln (die man sich auch denken kann, aber nicht wissen will). Z. B. Bei Filmkritiken oder TV-Serien Posts: Wenn im Post keine Spoiler sind, dann sollten in den Kommentaren auch keine eingebaut werden. Zur Spoiler-Prävention musste ich auf meinen Blogs die Kommentar-Moderation aktivieren. Glaubt man’s?

  11. Dennis August 4, 2008 10:49 pm 

    1 Ding, dass man als Blogger vermeiden sollte: Nofollow auf alle Kommentar-URLs. Empfehle hier das Plugin Nofollow Case-by-Case 😉

  12. MillionMaker November 12, 2008 4:37 am 

    Hi Klasse tips.

    sollte man sich dort einwenig zu herzen nehmen und diese tips sind wirklich nützlich und bringen etwas dankej nochmals dafür

  13. Patricia Januar 12, 2009 6:29 pm 

    Geht gar nicht: anonyme Kommentare abgeben, in denen man den Blog als „grottenschlecht“ und „langweilig“ bezeichnet – selbstverständlich ohne das am Text/Inhalt zu belegen. Dazu dann noch ein paar eingestreute Beleidigungen an den Blogger.

  14. Waldi Juli 28, 2009 9:46 pm 

    Zu Punkt 6 habe ich andere Meinung. Keywort Kommentare finde ich persönlich nicht schlimm, solange keine Verstöße gegen alle anderen Punkte, die Du geschrieben hast, vorliegen. Ein „Keywort Kommentator“ welcher regelmäßig kommentiert und passend zum Thema seine Meinung sagt, ist mir immer noch lieber, als „Namen Kommentator“ welcher nur ein mal 3-5 Wörter hinkotzt.

  15. Pe-Su-Ki Oktober 17, 2009 1:52 pm 

    Zu 3. Bestimmt wird es immer User geben die nicht den ganzen Artikel durchlesen. Das könnte aber auch daran liegen, dass manche einfach viel zuviel schreiben und man nicht immer die Zeit hat, sich alles in Ruhe durchzulesen. Dann sollte man sich allerdings einen Link abspeichern und später zurück kommen um alles zu schaffen, statt es nur zu überfliegen.

    zu 7. solche Kommentare würde ja wohl jeder Blogger wieder rauslöschen. Oder möchte jemand beleidigende Dinge auf seiner Seite veröffentlichen. Sollte man ein Problem mit jemanden haben, kann man das direkt, zum Beispiel per Email klären, aber nicht öffentlich, so dass es alle lesen können.

  16. Bernd November 19, 2009 8:56 pm 

    Ich finde den Artikel gerade für Anfänger sehr hilfreich, für erfahrene Blogger und Websitebetreiber macht der Artikel eher weniger Sinn. Ich gehe da jetzt mal von mir aus, allerdings habe ich den Artikel trotzdem gerne gelesen.

    Vielleicht wissen auch viele Spammer beispielsweise gar nicht das ein Keyword in einer Kommentar-Url eine ganz andere Gewichtung (nämlich so gut wie keine ODER ÜBERHAUPT KEINE) bei Google erhält. Da ist es besser seinen Namen zu verlinken, denn Google ist auch hier sehr Klug, die merken mittlerweile ALLES!!!

Schreibe einen Kommentar