Amazon Kindle Erfahrungsbericht

Amazon Kindle 3G Nachdem ich bereits in meinem ersten Artikel zum Deutschlandstart des Amazon Kindle meine Gedanken über die Anschaffung bekundet habe, bin ich seit dem 25. Juli stolzer Besitzer eines Kindle 3 eReader. Ich habe mich für die Wi-Fi Edition entschieden, da ich realistisch betrachtet keine Zeitungs- und Zeitschriftenabos lesen werde und so gut wie nie unterwegs ein Buch im Kindle-Shop bestellen werde. Dazu habe ich mir die vergünstigte Lederschutzhülle in der Rabattaktion und natürlich den Stromadapter für insgesamt rund 187 Euro gegönnt. Im Folgenden möchte ich zuerst auf technische Daten zum Gerät eingehen und im Anschluss meine persönlichen Erfahrungen kundtun.

Technische Daten

Abmessungen: 190 x 123 x 8.5 Millimeter
Display-Größe: 6 Zoll E-Ink-Display
Auflösung: 600 x 800 Pixel
Darstellung: 16 Graustufen
Gewicht: 240 Gramm
Formate: AZW, TXT, PDF, MOBI, AA, AAX, PRC, MP3
Schnittstellen: USB 2.0-Anschluss, WLAN
Akkulaufzeit: 1 Monat bei 2h Betrieb/Tag
Speicherplatz: 3 GB für ca. 3.500 Bücher

Funktionen

Das Kindle bietet einige nützliche Funktionen, die jedoch unter eReadern gängig sein sollten. Diese sind keine Spezifikationen die nur das Kindle bietet, sondern verdeutlichen wie sehr ein eReader das Lesen vereinfacht. Es ist möglich beliebig viele Lesezeichen (Bookmarks) zu setzen, so können mehrere Personen das gleiche Buch lesen und man kann sich bestimmte Kapitel einmerken. Auch das Setzen von Markierungen (Highlights) ist für das spätere Nachschlagen oder Festhalten von Zitaten ein Segen, darüber hinaus ermöglicht es auch das wissenschaftliche Arbeiten mit dem Kindle. Das wichtigste Feature sind die Wörterbücher, ob das Oxford Dictionary um englische Begriffe nachzuschlagen oder der DUDEN für die deutschen Fremdwörter.

Äußeres und Bedienung

Das Design ist schlicht und zeitgemäß, die Verarbeitung des Kindle ist nach meinem Empfinden als hochwertig einzustufen. Das Display und die Oberfläche zeigen werden Schmierer noch schnelle Abnutzung. Das Display mit E-Ink-Technologie ermöglicht wie erwartet angenehmes Lesevergnügen auch bei hell strahlendem Kunstlicht, sowie bei starkem Sonnenschein und zeigt ein gestochen scharfes Bild. Das Gerät liegt gut in der Hand und bietet einige Einstellungsmöglichkeiten wie die Schriftgröße in 5 Stufen, sowie die Möglichkeit das Gerät im Hoch- oder Querformat zu nutzen. Das Gerät verbraucht nur Strom beim Umblättern von Seiten. Die Bedienung ist gut gelungen und auch die Tastatur ermöglicht im Gegensatz zu virtuellen Tastaturen eine leichte Eingabe trotz kleiner Tasten. Leider ist das Kindle zum Lesen von PDFs ungeeignet, da hier keine Vergrößerung möglich ist, sonder umständlich die Teilbereiche des Dokuments herangezoomt werden müssen. Die fehlende Hintergrundbeleuchtung ist zu verkraften, dafür hält der Akku eine gefühlte Ewigkeit und gedruckte Bücher haben schließlich auch keine Beleuchtung.

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist beim Kindle leider etwas spärlich, zum Gerät selbst erhält man außer dem Gerät eine kurze Anleitung mit den nötigsten Informationen, dass das Stromkabel separat bestellt werden muss ist zwar ärgerlich, dennoch ist das Gerät im Vergleich zu anderen eReadern relativ günstig. Nach Informationen sind die Gewinnmargen von Amazon für die Kindle-Hardware niedrig angesetzt, da Geld mit den ebooks verdient werden soll. Eine detaillierte und umfangreiche Anleitung findet sich dann im zukünftigen Lieblingsmedium als ebook auf dem Gerät selbst.

Die Möglichkeit zu Surfen ist in einem WLAN-Netz zwar gegeben, aber man merkt sehr schnell, dass das Kindle nicht zum Surfen gemacht wurde, wer schnell auf Wikipedia was nachschlagen möchte oder im Kindle-Shop direkt ein Buch kaufen möchte, kommt damit gut zu recht, aber für aufwendig gestaltete Seiten ist das Gerät nur bedingt geeignet. Das Ganze ist eigentlich zu verkraften, denn so wird man schon nicht so schnell vom Lesen abgelenkt.

Kindle-Shop

Der Kindle-Shop ist gut gelungen, nach dem Start in Deutschland mit nur wenigen Titeln konnte Amazon zusammen mit einigen Verlage das Angebot auf über 36.000 Bücher ausweiten. Ein Nachteil ist die Abhängigkeit von Amazon, da andere ebook-Anbieter das gängigere Ebook-Format epub verwenden. Jedoch ist die Konvertierung in das vom Kindle 3 unterstützte Format MOBI mit der Software calibre, die ich im Folgenden noch näher vorstellen werde, ein Kinderspiel.

Weiteres Manko sind die stolzen Preise für die Bücher in der Kindle-Edition, meistens weichen die Preise nur um ein paar Euro von der Taschenbuch-Ausgabe ab, was meiner Ansicht nach etwas schade ist, schließlich liegt hier kein Materialpreis zugrunde. Ich denke jedoch das die Preise weiter fallen werden, sobald sich Ebooks zum Massenmedium entwickeln. Einige Verlage halten sich bei der Veröffentlichung von Ebooks noch zurück, vielleicht aus Angst vor Verlusten durch Raubkopien, jedoch wird dieser Schritt in Zukunft unumgänglich sein.

Verwaltung der ebooks

Ich nutze zur Verwaltung meiner ebooks die kostenlose Software calibre, diese ermöglicht es die Meta-Daten der hinzugefügten Bücher zu editieren und über die ISBN zu importieren. Die Bücher können von den vorhanden Formaten wie PDF einfach und schnell in andere Formate wie MOBI konvertiert werden. Auch das Übertragen der Bücher auf das Kindle-Gerät funktioniert kinderleicht, somit ist ein Management der ebooks wirklich unproblematisch.

Fazit

Ich habe selbst innerhalb der kurzen Zeit in der ich nun das Gerät besitze 3 Bücher verschlungen, das Lesen macht auf dem Gerät einfach Spaß und ist darüber hinaus für das Auge angenehm. Die Bedienung des Kindle ist einfach gehalten und sehr intuitiv, somit fällt die Umstellung von gedruckten Büchern auf das elektronische Pendant nicht sehr schwer. Meiner Meinung werden Geräte wie Apple’s iPad 2 & Co. weiterhin keine Konkurrenz für reine eReader darstellen, da der Nutzer für das Lesen mit einem solchen Gerät besser bedient ist als mit einem akkufressenden Alleskönner. Mit der Einführung des Kindle in Deutschland hat Amazon das größte Manko, den Import aus den USA, beseitigt. Bisher gibt es zwar die vergünstige, werbefinanzierte Kindle-Edition in Deutschland noch nicht, jedoch ist zusammenfassend das Kindle 3 für digitale Leseratten die beste Wahl und schlägt sich im eBook Reader Vergleich gegen die Konkurrenz von Thalia und Sony ganz gut.

Bildquelle: Amazon.de / Artikel enthält Amazon.de Partnerlinks

12 Kommentare

  1. Martin August 9, 2011 11:04 am 

    Dein Erfahrungsbericht deckt sich mit wesentlichen mit einem Erfahrungsbericht zum Kindle. Vor allem das Pricing finde ich aktuell noch nachteilig und nicht „kundenfreundlich“. Im Zeitalter von sterbenden Verlagen, Druckereien usw. habe ich mir auch dazu Gedanken gemacht und möchte Bundles (gedrucktes Buch + eBook) vorschlagen – ich bin so frei und verlinke mal auf mein Blogpost dazu:

    http://www.gaubitz.com/ebook-preise-beim-kindle-mein-vorschlag-128

  2. Timo August 16, 2011 11:36 am 

    Habe auch einen Kindle und bin begeistert. Bei mir hält der Akku rund 5 Wochen, wobei ich nach der Hälte ungefähr schon auflade (habe gehört, das soll man mit Akkus so machen).

    Ansonsten sehr leicht und gut zu bedienen. Ein Familienmitglied hat noch ein Sony-Gerät. Dort gefällt mir die Ansicht von Büchern nicht so gut, sowie auch die Bedienung nicht. Das Gerät hat einen Touchscreen, finde den Kindle trotzdem besser.

  3. Michael August 18, 2011 7:11 pm 

    Anfangs hatte ich erst beim Kindle meine bedenken. Weil ich immer an einen strahlenden Bildschirm bzw. Monitor denken musste. Da ich viel Zeit in der Bahn verbringe habe ich inzwischen auch schon einige Bücher gelesen. Es ist auf jeden Fall eine Alternative zum Buch.

  4. Alphablogger August 19, 2011 4:08 pm 

    Musste bis jetzt den Akku noch nicht ein einziges Mal aufladen. Ein weiterer Vorteil den man anführen kann ist das Lesen bei windigem Wetter. Da kann so ein gedrucktes Buch einfach nicht mithalten 😉

  5. E-Book Reader August 20, 2011 2:00 pm 

    Zum Lesen wirklich absolute Spitze. In der Zwischenzeit spare ich mir auch die Tageszeitung und lasse mir via Kindle täglich den Feed von Spiegel-Online auf den Kindle schicken. Funktioniert sehr gut.

  6. Christian September 12, 2011 1:28 pm 

    Bleibe lieber beim gedruckten Buch. Sitze schon so die meiste Zeit vorm Monitor. Da muss es nicht auch noch beim Buch lesen sein.

  7. Marie Müller November 1, 2011 5:21 pm 

    ich spiele jetzt schon länger mit dem gedanken, mir so ein e-book anzuschaffen, aber bist jetzt hat mich die nostalgie immer noch fest im griff! 😀

    aber leider muss ich alphablogger recht geben, ich les auch gerne mal draußen und im laufen, da stört der wind doch schon erheblich, also wäre es vielleicht doch mal an der zeit, meine bedenken über bord zu werfen! 😉

    danke für den bericht! 🙂

  8. Marie November 4, 2011 10:32 am 

    Eigentlich überwiegen ja nur die Vorteile bei dem E-Book Reader. Ich habe eine Bekannte die unglaublich schnell liest und und natürlich dementsprechen viel Bücher in ihrem Besitzt hatte. Das blöde war nur das sie irgendwann mal umziehen musste und in der neuen Wohnung gar nicht so viel platzt für ihre Bücher war und daher konnte sie nicht anders und hat einen Teil der Bücher weggeworfen. Das ist auch nicht so toll.
    Was mich bei Kindle aber echt nervt ist, das die eine schlechte bis gar keine Werbung in Deutschland machen oder weiß jemand von euch genau welche Möglichkeiten ein Kindle oder andere E-Books bieten?

  9. Jok12 November 16, 2011 8:46 pm 

    Hi,
    also Marie hat ja schon recht, wenn man umzieht it das ein großer Aufwand alle Bücher mitzunehmen und wenn, die dann auch unterzubringen. In der Hinsicht ist so eine E-Book ja ganz schön praktisch. Aber wenn man ließt und so ein richtiges Buch in der Hand hat ist das schon schöner finde ich.

  10. Leo November 24, 2011 4:46 pm 

    Als ich das erste mal von so einem ebook gehört habe, ist es ziemlich an mir vorbei gegangen, weil ich die Idee von digitalisierten Büchern nicht sehr berauschend fand. Erst als ich das Kindle von meiner Frau zum Geburtstag geschenkt bekommen habe, habe ich es zu schätzen gelernt! Meine Bücher sind nun überall dabei, ohne dass ich sie durch die Gegend schleppen muss. Wer gerne liest, und auch manchmal mehrere Bücher gleichzeitig, denen kann ich ein ebook nur empfehlen!

  11. Anna Januar 8, 2012 4:48 pm 

    Also ich finde das starren in einen Monitor etwas anstrengend auf Dauer. Dann lieber nciht so oft umziehen 🙂 Ich habe im iPhone ein paar eBooks. Aber auch mehr Nachschlagewerke für die Bahn. Romane sind mir gedruckt lieber

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