Datenklau im Internet

Das Thema Datenklau hat mal wieder einen neuen Aufhänger. Nach den Daten, die dem steuerzahlendem Volk der BRD zu Gute kamen macht nun erneut ein mit Kontaktdaten gefüllter “Silberling” (Compact Disk) die Runde in den öffentlichen Medien. Der Aufschrei der Datenschützer ist groß, die Empörung der Journalisten kennt keine Grenzen und auch die befragten Bundesbürger reagieren ängstlich auf die neuesten Meldungen des Datenklau Skandals im Internet. Aber worum geht es eigentlich?

Datenhandel im Internet

Was ist passiert? Nunja, laut diversen Berichten ist vergangene Woche eine CD mit verschiedenen Datensätzen im Umlauf gebracht worden. Auf dieser CD sind Geburtsdaten, Kontonummern, Namen und Adressen von mehr als 17.000 Bundesbürgern zu finden. Diese Daten wurden dann mehr oder minder offiziell von einer Firma aus Nordrheinwestfalen an andere Unternehmen verkauft. Diese im Umlauf befindlichen Daten könnte, so den Medienberichten zu Folge, in Zusammenhang mit einigen Betrugsfällen im Internethandel stehen. Laut heise.de besteht vor allem die Gefahr, dass man ungewollt von dubiosen Firmen angerufen  und unwissentlich, aufgrund der vorhandenen Datensätze zu einem “Abo” getrieben wird.

“Verbraucher, die durch Anrufe mit Glücksspielangeboten belästigt wurden, mussten bisher nicht unbedingt fürchten, dass ihr Konto leergeräumt wird; das sei jetzt aber anders, meint die Verbraucherzentrale: Den Callcentern liegen Listen vor, in denen die Kontoverbindungen der Angerufenen stehen. “Uns sind die ersten Fälle bekannt, in denen von Konten der betroffenen Verbraucher abgebucht wurde, obwohl diese unmissverständlich jegliche Teilnahme an einem Glücksspiel ablehnten”, erklärte Thomas Hagen, Sprecher der Verbraucherzentrale. Dennoch seien Beträge von rund 50 Euro monatlich abgebucht worden.”(Quelle: heise.de)

Nun wurde zudem bekannt, dass eine weitere CD mit Sage und Schreibe 4 Mio. Kontodaten im Internet exemplarisch vom Verbraucherschutz erworben wurde. Mit diesem Initierten Datenkauf über das Internet möchte der Verbraucherschutz darauf aufmerksam machen, wie leicht es einzelnen Firmen gemacht wird an die “geheimen” Daten von zahlreichen Bundesbürgern zu gelangen. Es bestähe ein reger Handel im Web mit etlichen dieser Datensätze, welcher ein äußerst gefährliches Ausmaß erreicht habe.

Am Anfang dieser Woche wird nun immer mehr über das unüberblickbare Chaos des Datenmissbrauchs im Internet offenbart. Laut Medienberichten sollen nun auch Kunden der Deutschen Telekom AG vom Datendiebstahl betroffen sein.

“Laut Kriminalreport hat sich ein Call-Center in Bremerhaven illegal Zugriff auf Datenbanken der Telekom verschafft und Daten davon offenbar an Dritte weiterverkauft. Die Datenbanken enthielten persönliche Angaben von 30 Millionen Kunden.” (Quelle: heise.de)

Bislang liegen jedoch keine Erkenntnisse darüber vor, in wie weit die recherchierten Datensätze zu Trickbetrügereien oder sonstigen kriminellen Handlungen missbraucht wurden. So weit einmal zum aktuellen Stand in Sachen Datenklau Skandal.

Kommentar

Nun hat der Daten und Verbraucherschutz mal wieder einen mediengerechten Aufhänger um über die Gefahren des Datenmissbrauches aufzuklären. Anscheinend hört ja  auch sonst keiner zu, wenn es darum geht seine eigene Privatsphäre zu schützen. Viele Menschen gehen im Zeitalter des Internets, oder soll ich sagen des Web 2.0, viel zu unbedarft mit ihren persönlichen Informationen um. Nicht, dass man diese kriminellen Machenschaften etwa durch sachgemäße Geheimhaltung sensibler Daten hätte vermeiden können, aber das Bewusstsein der Menschen gegenüber ihren eigenen Daten ist einfach noch nicht reif für ein Web 2.0.
Fast alles wird in diesem Rahmen offenbart. Vom Beruf, über die Studienrichtung, von Hobbies  zu sexuellen Vorlieben (Link entfernt). All dass wird sämtlichen Menschen im Web 2.0 öffentlich zugänglich gemacht. Und da regt man sich über den Herr Schäuble und dessen “Schutz” mediengerecht auf. Ein bißchen Schizophren oder nicht?

Nunja, der Schäuble  ist ja nun ein Thema für sich und auch ist es jedem Menschen natürlich selbst überlassen, welche Daten er wie und wem zur Verfügung stellt. Nur sollte man sich bewusst sein, dass die Daten die eigentliche Währung des Informationsmediums Internet darstellen. Glaubt ihr nicht? Dann kam doch gerade der Datenskandal genau richtig.

Dieser Datenhandel existiert nicht erst seit gestern. All die unzähligen, lächerlich programmierten Gewinnspielseiten und Newsletterdienste haben natürlich nur euer “Bestes” im Sinn – euer Geld. Oder warum glaubt ihr, gibt eine Holzbrinck AG ein paar Mio. Euro aus, um an nette Akademiker-Datensätze zu gelangen? Aus Nächstenliebe? Mit Nichten.
Der Datenhandel floriert im Internet Dank Web 2.0 wie noch nie. Es gibt zahlreiche “Underground”-Foren, in denen offenkundig solche Datensätze angeboten werden. Auch in normalen Webmasterforen findet man hin und wieder solch dubiose Angebote. Glaubt ihr nicht? Dann seht doch mal hier nach: Realwebmaster Forum oder Ayom Forum, Hart oder? Wie heißt es doch immer so schön im Footer der Gewinnspielseiten?
Wir gehen mit ihren Daten äußerst sorgsam um.” Natürlich gehen sie damit sorgsam um, denn das ist deren Kapital. Sorgfälltig werden die besten Verkaufsofferten unterbreitet um diese dann sorgsam durchzuführen.

Darum sage ich immer, passt auf bei welchen Sachen ihr euch registriert. Muss denn jeder Depp über eure Vorlieben Bescheid wissen? Twitter, StudiVZ und Co. sind ja wirklich nette “Erfindungen”, aber sämtliche Daten gehören einfach nicht in ein öffentliches Medium wie das Internet. Was meint ihr? Geht Web 2.0 auch anders? Wenn ja, wie?

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19.08.2008 | Autor: admin
Kategorien: Web | 3 Kommentare

Kommentare (3)

  1. Pingback: Millionen verdienen mit deinen privaten Daten | Datenwachschutz Blog

  2. Ein brisantes Thema!
    Wo laufen denn alle daten im Internet zusammen? Richtig! Hoster und die Betreiber der großen und schnellen Datenleitungen. Wer kann auf die Backbones – oder wie sie heißen – alles zugreifen.
    Wie sicher sind denn diverse Datenbänke bei Behörden und Banken, wenn mit einfachen “Vorsatzgeräten” schon Geldautomaten geknackt werden können?

  3. Internet geht auch anders, um Dienstleistungen günstiger zu bekommen. Auf multator.de wird dem Datenhandel ein Riegel vorgeschoben. Wenn ein Anbieter mit einem Interessenten ins Geschäft kommen will, dann bezahlt er eine Gebühr. Punkt. Der Interessent erhält eine Vergütung dafür, daß dem Anbieter der Kontakt gezeigt wird. Ohne weitere Verpflichtung. Ohne Adressverkauf. Auch Punkt. Ob die beiden dann Verträge miteinander schließen, bleibt den beiden selbst überlassen. Ich finde, daß das die einzig gerechte Lösung ist, denn es werden keinerlei Daten verkauft. Der Interessent kann Dienstleistungen günstiger bekommen und wenn er schlechte Angebote kriegt, dann macht er halt nichts. Endpunkt.

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