Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen nicht großartig über den neuen Google Browser zu schreiben, da wohl in den letzten Tagen kein anderes Thema so zerfleischt und durchgekaut wurde wie die Veröffentlichung von Chrome. Eine Sache hat mich aber nun dazu bewegt genau dies zu tun: Die für mich unverständliche und massive Reaktion das Staates und der deutschen Medien.
Zuerst warnt, für mich vollkommen überaschend, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationsktechnik in der Berliner Tageszeitung vor dem Gebrauch des Browsers. Er sei “bequem aber kritisch”.”Aha!” Kurz darauf flimmerte dann diese wohl “äußerst wichtige Warnung” hochoffiziell in der Tagesschau um kurz nach 20 Uhr über den Bildschirm.

In Übersee ist die Aussage des BSI nun ebenfalls ein heißes Thema. Weniger, weil man dort Angst vor der Datensammelwut von Google hat, vielmehr stößt man auf Verwunderung über die Reaktion einer staatlichen Behörde auf die Veröffentlichung von Chrome und die Verarbeitung dieser in den deutschen Medien. “Google Chrome Gets Slapped Around in Germany” ist heute als Beitrag auf der Webpronews.com Startseite zu lesen, welcher ursprünglich von der nicht ganz unbekannten Seite Google Blogoscoped stammt.

Da sollen wir uns nun also mit einem “Bundestrojaner” und Schäuble herumschlagen und der BSI hat nichts besseres zu tun, als uns offiziell davor zu warnen einen Browser zu Benutzen? Ok, Google bietet die Option an, auf Wunsch!! Fehlerberichte und die Nutzungsstatistik an den Hersteller zu senden. Auch muss das Eingabefeld seine Vorschläge ja irgendwo her nehmen. Aber mal ehrlich: Kennen wir das nicht schon von anderen Browsern und Programmen? Wird als nächstes dem Staat klar, das die Googlesuche ja praktisch alle eingebenen Schlagwörter und Phrasen auswerten könnte? Ich sollte mich bei der für sorgfältiger Recherche und seriöser Berichterstattung bekannten Redaktion des ZDF Magazins Frontal21 melden. Vielleicht besteht ja Interesse an der Aufdeckung dieses Falls.


 


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