von Jonas am 01.09.2008
Die “Top Ten Mistakes in Web Design” von 1996
Da surft man, immer auf der Suche nach aktuellen News, ziellos durchs World Wide Web und auf was stößt man? Genau! Auf die “Original Top Ten Mistakes in Web Design” von 1996. “Na Klasse!”, dachte ich mir. Bei genauerem hinsehen musste ich aber doch etwas schlucken. Die 12 Jahre alten Tipps haben heute teilweise immer noch ihre Daseinsberechtigung.
Aber schauen wir uns doch einmal genauer an, was seinerzeit der immer noch anerkannte und von Webdesignern vergötterte Usability Guru Jacob Nielsen für “Mistakes” ins Netz gestellt hat.
Die
“Top Ten Mistakes in Webdesign”
1996 und Heute
Punkt 1: Using Frames
Ok, meine erste Homepage, kurz vor der Jahrtausendwände, bestand aus vielen Frames und ich war wirklich happy damit. Heutzutage sehen wir zum Glück nur noch sehr sehr selten Frames. Interessant, dass diese “Rahmen mit Scrollbalken” schon 1996 bei Insidern “out” waren.
Punkt 2: Gratuitous Use of Bleeding-Edge Technology
Gemeint ist das einbauen der neuesten Web-Technologie auf seiner Homepage um Besucher anzulocken. Dies würde nur Nerds anziehen und den Otto-Normalsurfer eher abschrecken.
Using the latest and greatest before it is even out of beta is a sure way to discourage users: if their system crashes while visiting your site, you can bet that many of them will not be back.
Heutzutage nennt man sowas “Web2.0″. Alle machen mit und sind begeistert.
Punkt 3: Scrolling Text, Marquees, and Constantly Running Animations
Gilt auch heute noch. Blinken, blitzen, leuchten und aufdringliche .gif Animationen sieht das Auge nicht so gerne. (Außer wir befinden uns auf einer Technomusik-Webseite)
Punkt 4: Complex URLs
Logisch, wer tippt schon gerne URLs nach dem Muster http://www.bloggonaut.net/post.php?action=edit&post=7&usw.. in den Browser ein?! Klare und aussagekräftige URLs sind heute, gerade durch die Suchmaschinenoptimierung, sehr verbreitet.
Punkt 5: Orphan Pages
Wichtig für die Usability und natürlich auch für SEOs. Der Surfer soll wissen, wo er sich befindet und von jeder Seite auf direktem Wege zurück zur Startseite gelangen können.
Punkt 6: Long Scrolling Pages
Interessanter Punkt. Damals waren die Leute also noch extrem scrollfaul. Das Update von 1997 revidiert aber die Aussage, dass nur 10% der Surfer nach unten scrollen, um mehr als die obere Hälfte der Webseite zu sehen. Heutzutage ist das Thema durch 22Zoll Monitore eher zu vernachlässigen.
Punkt 7: Lack of Navigation Support
Eine Sitemap ist seit einiger Zeit schon aktueller denn jeh. Stichwort: “Google”. Eine Suchfunktion sollte auch 2008 auf jeder größeren gut sortierten Webseite nicht fehlen.
Punkt 8: Non-Standard Link Colors
Soweit ich informiert bin, weisen Standard Linkfarben, im Gegensatz zu angepassten, immernoch bessere Klickraten bei Adsense & Co. auf.
Punkt 9: Outdated Information
Dieser Punkt ist wohl eindeutig. Gestern, Heute und Morgen. Pflege deine Seiten, update Sie und du wirst lange deine Freude daran haben.
Punkt 10: Overly Long Download Times
Okay, dieser Punkt passt zweifelsfrei in das letzte Jahrhundert. Mit DSL und Glasfaser brauchen wir uns heute keine Sorgen um Ladezeiten und langsamen Seitenaufbau zu machen.
Fazit:
1996 das Non-Plus-Ultra an Tipps zur Webseitenoptimierung und auch heute noch einen Blick wert.







8 Kommentare
Ola!
Zunächst will ich Dir mal viel Erfolg mit dem “neuen” Blog wünschen! Und nu zum Artikel:
zu Punkt 8: Klickrate ist das eine, Design etwas anderes. Linkfarben sollten zum Gesamteindruck passen und da sind blau und pink eher selten die erste Wahl.
Das Wichtigste ist, dass die Nutzer einen Link erkennen. Nach meiner Erfahrung kommt es da auf zwei Dinge an.
Das von Normalnutzern “erwartete” Erkennungszeichen für einen Link ist nicht eine bestimmte Farbe, sondern, dass der Linktext unterstrichen ist. Deine unterstrichenen Zwischenüberschriften finde ich unter diesem Gesichtspunkt nicht glücklich gelöst.
Ebenfalls ein gutes Erkennungszeichen für Links ist es, dass sich Mauszeiger/Farbe/Textdecoration ändert, wenn man mit der Maus über den Link geht oder ihn per Tastatur ansteuert.
zu Punkt 10: Ladezeit ist wichtig! Ich war grad erst ne Woche im DSL-unterversorgten Thüringen und da merkt man jeder Seite an, ob der Erzeuger sich über die Ladezeiten nen Kopf gemacht hat. Trotz DSL gilt es deshalb nicht zu unrecht als vernünftig, die Größe von Bildern im HTML zu definieren, Grafiken je nach Verwendung ladezeitsparend zu verkleinern etc.
Sicher ist die Bedeutung dieses Kriteriums zurückgegangen, aber SEOs können sicher bestätigen, dass auch Google und CO. “schnelle” Seiten bevorzugen. Auch für den Crawler hat ein Tag ja nur 24 Stunden – Preisfrage: Würdest Du als Suchmaschine in dieser Zeit lieber 1.000.000 oder 100.000.000 Seiten indizieren können?
Mit hanfigen Grüßen
Steffen
Echt lustig, dass damals schon die selben Probleme wie heute gab. Damals hatten doch verhältnismäßig wenig Leute einen Internet Zugang, und wenn die einen hatten, waren die oftmals nur bei yahoo oder lycos.
Wie hast du solch einen “Nostalgie” Beitrag gefunden ^^
zu Punkt 6:
kann es sein, dass die leute 96 einfach noch klickfauler waren, weil die meisten schlichtweg noch kein Scroll-Rad an ihrer Maus hatten?
btw. wann wurde das Scrollrad erfunden?
“Mit DSL und Glasfaser brauchen wir uns heute keine Sorgen um Ladezeiten und langsamen Seitenaufbau zu machen.”
schade dass auch heute noch immer gern das mobile internet vergessen wird, wo sich die leute auch in mittelfristiger zukunft immer noch mit gprs rumschlagen werden müssen.
Interessant, was man noch so alles findet. Manuel hat schon angesprochen, wie alte Probleme wieder zu neuen werden können. DSL ist weit verbreitet, aber jetzt kommen die mobilen Geräte. Schon muss man sich wieder Gedanken um Ladezeiten machen.
Ich habe letztens einen ähnlichen Beitrag (wer neugierig ist: http://daswebdesignblog.de/10-tipps-um-ein-projekt-zu-versauen/447.html) geschrieben und kann einige meiner Punkte hier wiederfinden.
P.S.: Könntest du “Subscribe to Comments” einbauen (das Plug-In ermöglicht die e-mail Abonnierung von Kommentaren)?
Puh so, wo fangen wir denn mal am besten an.
Zuerst muss ich mich wohl entschuldigen. Manche Punkte hätte ich noch etwas ausführlicher behandeln können, aber die Müdigkeit hat dann doch gesiegt und mir war das zu Bett gehen wichtiger
Steffen, du hast recht mit den Linkfarben, ich mache es ja hier auf Bloggonaut.net auch nicht anders. Der Link sollte in erster Linie gut als solcher zu erkennen sein.
Mit den Ladezeiten habt Ihr ebenfalls recht. An Mobiles surfen habe ich garnicht gedacht, da gibt es natürlich Probleme. Genauso gibt es wohl auch noch genug Gengenden ohne vernünfitige DSL Versorgung. Wie gesagt, ich war müde und der Artikel musste fertig gestellt werden
@Mediensache: Auf solche Seiten stößt man nur dann, wenn man am wenigsten damit rechnet
@Web:Manual: http://de.wikipedia.org/wiki/Jog_Dial Tada, alle Infos zum Scrollrad. Ich denke aber auch dass das Scrollrad Surfern eher zum scrollen animiert als den Schieber an der Leiste zu ziehen.
@Lennart: Ich schau mir das Plugin mal an, hört sich Interessant an.
So, jetzt aber noch kurz mit Chrome rumspielen und dann ab ins Bettchen.
Gute Nacht
Ola Jonas!
Keine Panik! Hier reißt Dir ja keiner den Kopf ab
Vielleicht ist ein “nicht ganz zu Ende gedachter” Artikel sogar der bessere? Immerhin “provozierst” Du so ja reichlich inhaltlich relevante Kommentare. Mit fertig ausrecherchierten Artikel ist das in der Regel knifflig.
Mit hanfigen Grüßen
Steffen
Es gibt noch immer hunderte dieser “1998″er Seiten. — Und meist sehen die Betreiber noch nicht einmal ein Problem.
Dabei muss man sich nur umsehen, was die besten Seiten für ein Design liefern… und wie viele User (Sales) dort möglich sind…