Die Wikileaks-Affäre: „Man kann Wikileaks nicht einfach entfernen“

In den letzten Tagen ging es heiß her: Erst schaltete Amazon die Wikileaks-Server ab, anschließend sperrte PayPal das Spendenkonto der Enthüllungs-Webseite und dann wurde die Domain wikileaks.org vom DNS-Provider Everydns.net aus dem Netz genommen. Wikileaks scheint also einflussreiche Gegner zu haben, die nichts mit den wohl illegalen Aktivitäten des Wikileaks-Gründers Julian Assange zu tun haben wollen und ihn weiterhin auch nicht mehr Unterstützen werden. Trotzdem hat Wikileaks eine riesige Fan-Gemeinde und Helfer, die dabei helfen, dass die Informationen nicht aus dem Netz genommen werden können. Derzeit bittet Wikileaks darum, kopiert zu werden und sogenannte Mirror-Seiten anzulegen. Unter wikileaks.ch ist eine Anleitung zu finden, die genau erklärt wie Betreiber von Server die Wikileaks-Seiten kopieren können.

Wikileaks kann nicht entfernt werden

Aufgrund der hohen Kopienanzahl von Wikileaks ist es nicht möglich, die Inhalte von Wikileaks aus dem Internet zu entfernen. Selbst wenn sich jedes Unternehmen weltweit gegen Wikileaks drehen würde, gäbe es genug Fans, die die Daten auf ihre eigenen Webseiten zugänglich machen würden. Es ist also unmöglich, die Inhalte und Dokumente von Wikileaks für immer aus den Internet zu verbannen.

Julian Assange ist derzeit der meistgesuchteste Mann der Welt, denn er ist derjenige, der geheime Dokumente an die Öffentlichkeit gebracht hat. In diesen Dokumenten geht es um den Irak-Krieg, um die Politischen Beziehungen und viel mehr. Zum Beispiel kann man genau nachlesen, wie Angela Merkel in US-Berichten als „Teflon-Merkel“ bezeichnet wird. Der Name wird durch die nichthaftende Beschichtung von Bratpfannen hergeleitet. Weiterhin wird der russische Ministerpräsident Wladimir Putin als „Alpha Rüde“ deklariert.

Man könnte Julian Assange auch als Weltfeind Nummer Eins bezeichnen. Angst, dass ihm etwas passiert, hat er aber offensichtlich nicht. Er hat sich um eine Art Lebensversicherung gekümmert, die ihn vor dem schlimmsten Bewahren soll. Auf der Webseite von Wikileaks kann eine verschlüsselte Datensammlung (1,4 Gigabyte) heruntergeladen werden, in der brisante Informationen stecken. Angeblich soll es sich um brisante Geheimdokumente über westliche Regierungen handeln. Falls Julian Assange etwas zustoßen würde, drohte er damit, das der Codeschlüssel, welcher zum Entschlüsseln benötigt wird, veröffentlicht wird.

Doch was befindet sich in diesen brisanten Geheimdokumenten? Sind sie gar so gefährlich das sie einen Krieg oder womöglich sogar einen Weltkrieg hervorrufen können? Könnten die Politiker mit der Tötung oder Gefangennahme von Julian Assange ernsthaft die Welt in Gefahr bringen? Die Daten wurden schon mehrere Tausend mal aus dem Internet geladen, so dass man davon ausgehen kann, das, sobald der Codeschlüssel veröffentlicht wird, die Dokumente veröffentlicht werden. Egal wer, egal wie. Oder versucht Julian Assange nur mit einer geschickten Täuschung sich vor den folgen seiner Arbeit zu schützen?

5 Kommentare

  1. Marc Thomalla Dezember 7, 2010 1:49 pm 

    Hi,

    ich finde es wichtig, dass Wikileaks weitermachen kann, aber die Unruhe, die einige User im Netz verbreiten, sind nur noch lächerlich. „Ich kündige Paypal“ oder „Ich kündige Mastercard“ oder auch „Hetzner will ich nicht mehr“ – das führt zu nichts und wenn man vorher zufrieden war, wieso sollte man jetzt wechseln, nur weil sich die Unternehmen absichern? Hab dazu bissl was gebloggt: http://redir.ec/WikileaksComment

    Gruß
    Marc

  2. Tom Dezember 7, 2010 9:07 pm 

    Ich finde es jedenfalls sehr bedenklich, dass Firmen auf Druck einer Regierung so einknicken. Aber ich werde dennoch bei den Firmen einkaufen. Ein Boykott bringt gar nichts und ist total überflüssig. Es kostet eher noch Arbeitsplätze.

    Das Thema Wikileaks nervt mich schon seit einiger Zeit. Wenn die Daten so brisant waren, wurden sie einfach zu schlecht geschützt. Ich bin der Meinung, dass die Informationen gezielt veröffentlicht wurden. Wikileaks ist einfach ein perfekter Sündenbock um solche Infos zu streuen. Das ist meine persönliche Ansicht.

  3. marc Dezember 7, 2010 11:25 pm 

    Ich finde, dass die neuesten Veröffentlichungen nichts weltbewegendes darstellen. Schließlich sind die Meinungen der Diplomaten über die Politiker gerade so, wie es sich oft auch die Bevölkerung denkt.
    Mit Videos wie dem zum Irak-Krieg werden ernsthafte Schweinereien aufgedeckt, doch gerade diese haben meiner Meinung nach nicht die nötige Aufmerksamkeit bekommen.
    Dennoch bin ich wirklich sehr auf den Inhalt der verschlüsstelten Datensammlung gespannt – wenn das als Lebensversicherung dienen soll, müssen da ordentliche Geheimnisse drinnen sein …

  4. cockpitsofa Dezember 9, 2010 10:36 pm 

    Marc, gerade WEIL die Irak Videos nicht so ernst genommen würden, aber ein paar beleidigte Politikerso viel bewegt haben, zeigt in welche Welt wir leben. Alles Korrupt. Dann bin ich echt gespannt was als nächstes kommt. Und trotzdem: in Italien hat ein *** wie Berlusconi gezeigt, dass Wikileaks grosse Macht hat. Er hat überall erzählt es sein ein Komplott und dadurch gezeigt, es ist ihm WICHTIG das ganze zu minimieren – während vorher fast stolzierte er mit seine Sex Partys, jetzt sagt er : ich war noch nie bei so eine Party. Und da verstehen die Italiener vielleicht endlich wie sehr er lügt, sogar die, die in so ein pseudo-macho sich identifizieren wollten

  5. Ralf Dezember 29, 2010 5:54 pm 

    Die Leser mussten nicht lange warten, bis sich das Thema WikiLeaks auch in Buchform niederschlägt. Für Ende Januar ist im Econ-Verlag das Buch „Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt“ angekündigt. Mal schauen, ob es sich nur um schnelle Geldmacherei oder ein Buch mit Substanz handelt …

    Grüße aus Hamburg,
    Ralf

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