Domainumzug ohne Rankingverlust

karton - Bild bei  Stephanie HofschlaegerManchmal gelangt man als Webmaster an einen Punkt, an welchen man vor der Aufgabe eines Domainumzuges steht. Das Webprojekt hat sich derart verändert, dass der eigentliche Domainname eher irreführend für das Zielpublikum ist und somit abgeändert werden sollte. Viele Webmaster haben jedoch große Angst vor solch einer Entscheidung und dem daraus resultierenden Domainumzug, denn der womöglich hart erarbeitete Suchmaschinenrang bei Google könnte mitsamt der alten Domain verloren gehen.

Das muss aber nicht sein, denn der Suchmaschinengigant Google hat natürlich, wenn auch mal mehr und mal weniger, Verständnis für solch eine Maßnahme und „vererbt“ unter Umständen das Suchmaschinenranking an die neu angelegte Domain. Damit dieser „Vererbungsmechanismus“ (Mendl würde sich im Grabe rumdrehen) auch tatsächlich gelingt, gibt es allerding, wie so oft, ein paar Richtlinien seitens Google, welche man tunlichst bei einem Domainumzug befolgen sollte.
Das Ziel eines jeden Webmasters, der vor der Aufgabe eines Domainumzuges (nicht zu verwechseln mit einem eher unproblematischen IP-Umzug) steht, ist es, „einen unsichtbaren und nahtlosen Übergang für die Benutzer zu schaffen sowie sicherzustellen, dass Google erkennt, dass die neuen Seiten die gleichen Qualitätsmerkmale wie die Seiten auf eurer bisherigen Website erhalten“ (Google Blog)
Nervige 404-Fehler die nicht nur Google, sondern auch eure Besucher ärgern müssen nicht sein und können mit einfachen Methoden umgangen werden.
Wie zieht man denn nun am gechicktesten und vor allem am „nutzer- und googlefreundlichsten“ um? Ein kleines Beispiel, welches an den Artikel des amerikanischen Google Blogs angelehnt ist, soll hier für die nötige Klarheit sorgen.
Nehmen wir einmal an ihr wollt mit der Domain von bloggonaut.afrobs-lifetsyle.de auf die TLD bloggonaut.de umziehen (Anm.d.Autors.: Irgendwann steht mir dieser Schritt bestimmt auch bevor). Dann solltet ihr folgende Kriterien, die nicht nur für den heiß geliebten und stets gehassten Google-Bot sinnvoll sind.

Checkliste für einen gelungenen Domainumzug

1. Testet vor dem kompletten Umzug eurer gesamten Webseite zunächst einmal einen Teilaspekt derselbigen, indem ihr nur den Content eines Verzeichnisses oder einer Subdomain verschiebt. Anschließend solltet ihr ausschließlich 301-Weiterleitungen verwenden, um die alten Seiten eurer Webseite dauerhaft auf eure neues Projekt weiterzuleiten. Dadurch erfahren Google und andere Suchmaschinen, dass eurere Webseite dauerhaft umgezogen ist.

2. Habt ihr dies erledigt steht die Kontrolle des bis dato geleisteten an und ihr wäret gut bedient, wenn ihr euch zunächst einmal betrachtet, wie die einzelnen Seiten in den Google-Suchergebnisseiten erscheinen. Seid ihr nach der Kontrolle 100%ig sicher, dass alles so geklappt hat, wie ihr euch das gedacht hattet, dann steht einem kompletten Umzug des Webprojektes eigentlich nichts mehr im Wege. Benutzt aber keine pauschale Weiterleitung, welche den gesamten Traffic der alten Website zu eurer neuen Homepage weiterleiten würde. Dies vermeidet zwar den gefürchteten 404-Fehler, aber gleichzeitig wird die Usabillity gegenüber den Webseitenbesuchern stark reduziert bzw. eingeschränkt. Zu Deutsch: Es leidet die Nutzerfreundlichkeit unter solch einer pauschalen Weiterleitung. Deshalb erwartet euch nun ein ganzes Stück arbeit, denn ihr solltet im Idealfall jede Einzelseite seperat zum neuen Webprojekt weiterleiten. Dies ist zwar ein immenser Arbeitsaufwand, aber die Nutzer werden es euch danken.

3. Als nächsten wichtigen Schritt gilt es einzelne Links zu überüfen; externer als auch interner Art. Utopischer Weise, natürlich kann dies niemanden gelingen, solltet ihr sämtliche Webmaster anderer Seiten, die zu eurem Webprojekt verlinken, kontaktieren und auffordern die ausgehenden Links entsprechend der neuen Domain anzupassen. Ich weiß selbst, dass dies nur schwer möglich ist, aber ihr solltet zumindest versuchen, soviele externe Links zu „sichern“, wie irgend möglich.
Erreicht ihr nicht alle „externen Linkpartner“ so stellt zumindest sicher, dass die „angelinkten Seiten“ stehts zum neuen Webprojekt weitergeleitet werden. Auch das Überprüfen der internen Links sollte natürlich nicht außer Acht gelassen und unterschätz werden. Bezüglich der Linküberprüfung gibt es im Zeitalter des Internets natürlich genügend Tools, die euch diese Arbeit erleichtern. Google findet bestimmt einiges hierzu.

4. Auf jeden Fall sollte ein Umzug vorher rigeros geplant werden und es empfiehlt sich die alte Domain, sofern möglich, nicht gleich vom Netz zu nehmen. Lasst diese ruhig ca. 1/2 Jahr noch in den Weiten des World Wide Web samt Weiterleitungsroutine existieren, damit auch die letzten User merken, dass ihr auf eine andre Domain umgezogen seid.

Beherzigt ihr diese arbeitsintensiven Tipps dürfte eigentlich im Großen und Ganzen nichts tragisches bezüglich eines Domainumzuges passieren und auch Google dürfte dann dies euch mit einem vererbeten Ranking in den SERPS belohnen. Ausnahmen bestätigen jedoch wie immer die Regel.

Quelle: Google Blog

Bildmaterial: ©Stephanie Hochschlaeger / pixelio.de

6 Kommentare

  1. Philipp Juni 5, 2008 2:55 pm 

    Zu Punkt 4: Die alte Domain inkl. Weiterleitungen sollte auf jeden Fall aus SEO Gesichtspunkten dauerhaft erreichbar bleiben. Wir diese geündigt oder fallen die Weiterleitungen weg wird das mit ziemlicher Sicherheit einen erheblichen Rankingverlust nach sich ziehen.

  2. Fabi Juni 16, 2008 10:49 am 

    Beim Domainumzug braucht man eigentlich gar nicht die anderen Webmaster wg. Linkumstellung zu kontaktieren. Wenn man wie du schon gesagt hast alles korrekt 301t, gibt Google den Linktrust 1:1 an die neue Seite weiter. Die Linkpartner brauchen da nicht unbedingt extra den Link umzustellen. Ausnahme: Wenn du davon ausgehst, dass Google in nächster Zeit das 301en etwas kritischer betrachtet. In dem Fall wäre es natürlich der sicherste Weg die Links umschreiben zu lassen.

    Aber guter Artikel, hab ihn gleich mal gespeichert =)

  3. denizxx Dezember 8, 2008 11:36 pm 

    zu Punkt 4 stimme ich Philipp zu, auf keinen Fall die alte Domain löschen.

    es wäre ja auch denkbar, dass jemand anderes die gelöschte Domain neu anlegt und dann zu seiner Domain diesen „Umzug“ simuliert.

  4. Paul Juli 18, 2010 1:58 pm 

    Hallo, schöner Beitrag. Ich habe in Zukunft auch vor mit meiner eu Domain auf eine De Domain Umzuziehen. Ich hoffe das klappt alles so.

    Danke für den Beitrag

  5. jonas Juli 18, 2010 11:57 pm 

    wenn du richtig weiterleitest, Stichwort 301 sollte alles klappen 🙂 Viel Glück!

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