von Andreas am 10.06.2008
Emails anonym verfassen und empfangen
Die German Privacy Foundation, kurz GPF, hat im verlauf des gestrigen Tages mit dem Webdienst Privacybox eine Möglichkeit konzipiert und veröffentlicht, mit der man trotz Vorratsdatenspeicherung anonym Informationen übermitteln kann.
Vor allem die in letzter Zeit stark in Mitleidenschaft gezogenen Journalisten sollen von einem derartigen Dienst profitieren und weiterhin von Insidern und Informanten mit Informationen versorgt werden können.
Vorratsdatenspeicherung
Die Vorratsdatenspeicherung wurde von den Datenschützern massiv kritisiert und trifft auch beim Großteil der Bevölkerung auf eine ablehnende Haltung. Der verabschiedete Gesetzestext bezüglich der Vorratsdatenspeicherung beinhaltet ab dem kommenden Jahr 2009, dass künftig die Provider und Telekomunikationsunternehmen verpflichtet sind Informationen darüber zu archivieren, wer wann und mit wem per Telefon oder E-Mail in Kontakt getreten ist. Laut den Datenschützern würden demnach alle Bürgerinnen und Bürger der BRD unter einen allgemeinen Generalverdacht gestellt und zudem würde das Gesetz äußerst scharf die journalistische Freiheit einschränken.
Betroffen hiervon wäre insbesondere das bis dato geschützte Verhältnis zwischen Journalisten und deren Informanten. Das zeigte sich nicht nur zuletzt im Zuge des Überwachungsskandals bei der Deutschen Telekom.
Beim Webdienst Privacybox der GPF können sich Nutzer seit gestern einen Account anlegen, an welchen dannandere Nutzer per Webformular eine Nachricht inklusive Anhang verschicken können. Diese lassen sich dann online ansehen oder über POP3 als E-Mail abrufen. Hinterlegt der Account-Inhaber einen öffentlichen PGP-Key, werden die Nachrichten sofort beim Eingang verschlüsselt.
Zusätzlich empfehlen die Betriber die Verwendung von Anonymisierungsdiensten wie den Java Anon Proxy (JAP) oder TOR Onion Router, um den Grad der Anonymisierung zu verbessern, und der Vorratsdatenspeicherung welche auch die Privacybox ab dem januar 2009 unterliegt entgegenzuwirken.
Eine nützliche Initiative, wie ich finde, die bestimmt noch von einigen “Opensourcegemeinden” weiter ausgebaut werden könnte. Etwas mehr Komfort und solche Dienste könnten die neuen Web.de bzw. GMX.de Portale werden.
Quelle: Winfuture.de
Bildmaterial: ©Rainer Sturm / pixelio.de








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