Erdöl bewegt die Welt
Dass das Erdöl der Motor der weltweiten Industrie ist, dürfte nicht erst seit gestern bekannt sein, der Anlass für diesen Artikel gibt die globale Preisexplosion des Rohöls. Doch was treibt die Kosten für unsere fossilen Brennstoffe tatsächlich in die Höhe? Und wie weit wird der Ölpreis noch steigen bis es endgültig zum weltweiten Wirtschaftszusammenbruch kommt? Diese Frage kann keiner so genau beantworten, ja noch nicht einmal die Verantwortlichen der Mineralölkonzerne, diese Schätzungen von selbsternannten Experten erinnert mich persönlich an eine deutsche Gameshow der neunziger, nämlich an die RTL-Sendung “Der Preis ist heiß”.
Der weite Weg des Erdöls
Das Erdöl ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken, es schafft Mobilität und Wärme und erhöht somit unseren Lebensstandard deutlich. Größtenteils wird aus Erdöl in den Raffinerien mit steigendem Siedepunkt die verschiedensten Brennstoffe von Kerosin, über Diesel und Heizöl bis hin zum Benzin hergestellt. Aber auch Kunststoffe bestehen aus Erdöl, doch der größte Teil fällt auf die Produktion von Ölen und Gasen.
Bevor das Erdöl auf die große Reise gehen kann müssen zuerst einmal Erdölvorkommen erschlossen werden, der nächste Schritt zur Gewinnung des kostbaren Gutes ist die Förderung, der größte Teil des weltweiten Erdölvorkommen befindet sich auf dem Meer (Offshore), durch mordernster Technik können heutzutage fast schon unzugängliche Erdölquellen erschlossen werden und die bestehenden Quellen besser ausgeschöpft werden. Nach der Förderung wird das Rohöl mit riesigen Tankern zu den großen Seehäfen der Welt transportiert, im Falle der Erdölversorgung für Europa fahren die Tanker den Hafen in Rotterdam an und von dort wird das Öl mithilfe von Pipelines zu den Raffinerien gepumpt. In den Raffinerien wird das Erdöl durch Destillation (thermisches Trennverfahren) in die einzelnen Bestandteile zersetzt und zu vielseitigen Produkten verarbeitet und in Tankbehälter gelagert. Der letzte Weg von den Raffinerien bis zu den Tankstellen und endgültig zum Verbraucher wird mit Tankwagen bewältigt sie stellen demnach das letzte Glied der Logistikkette dar.
Die Preisentstehung für das Benzin und den Diesel
Um zurück auf das eigentliche Thema dieses Artikels zu kommen nämlich dem Preis den wir Autofahrer für einen Liter Sprit zahlen müssen, interessieren uns nun die Kosten für Benzin und Diesel, egal ob der Erdölpreis unweigerlich als Ausgangsprodukt mitbestimmend für den Preis pro Liter ist. Doch sind die Mineralölkonzerne schuld am Benzinpreis? Handelt es sich tatsächlich nur um Willkür und Gier bei den täglich schwankenden Preisen an den Preistafeln der Tankstellen? Wenn nicht wer ist dann der Schuldige, die Scheichs, die Ölhändler, der Staat mit den hohen Steuern, die Spekulanten an den weltweiten Warenterminbörsen?
All diese Fragen können nicht eindeutig beantwortet werden zumindest nicht mit einer wahren und 100 prozentig zutreffenden Aussage, dafür sind zu viele Faktoren entscheidend für den Preis des schwarzen Goldes. Ein Hauptfaktor der Preisbildung, das Grundprinzip für die Marktwirtschaft ist das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage und somit einer der wichtigsten Preismechanismen im Falle des Benzinpreises. Warum die Nachfrage für Benzin und Diesel stetig steigt ist relativ einfach zu erklären, hierbei sind aufstrebende Schwellenländern wie China, Indien und Russland beteiligt, aber auch die USA die durch zu wenige Raffinerien verfügen und somit ebenfalls auf dem Weltmarkt zurückgreifen müssen, treiben die Preise in die Höhe. Doch eine Erklärung für das geringe Angebot ist schwer zu begründen, warum die OPEC-Staaten erst kürzlich die Fördermenge nur geringfügig angehoben haben – Steckt dahinter wirklich der Gedanke die Preise hochzuhalten, oder ist eine wirtschaftliche Schädigung gewollt, allen voran der der USA?
Jedenfalls ist die Preisbildung derart undurchsichtig, die Hafengebühren sind konstant geblieben, hier wird pro Tonne abgerechnet und nicht nach dem Wert der Güter, auch die Kosten für die Förderung und für den Transport betragen ca. 6 US Dollar pro Barrel was bei einem heutigen Preis von ca. 115 $ pro Barrel (etwa 159 Liter), einem Wert von ca. 5% entspricht. Aber wenn Herstellkosten konstant bleiben, warum steigen die Preise dann weiterhin?
Neue Innovationen der Autoindustrie
Diese Problem betrifft keineswegs nur die Endverbraucher, sonder auch die Autohersteller, die weltweit mit einbrechenden Absatzzahlen kämpfen. Einziger Hoffnungsschimmer sind neue Märkte in Asien. Doch wie sehen die Autos der Zukunft aus? Es gibt einige Konzepte die für den Laien sehr viel versprechend klingen wie z.B. Elektroautos, Autos mit Hybridmotoren, Erdgasautos oder sogar Autos mit Brennstoffzellen, doch nur wenige wenn nicht sogar nur eine einzige Innovation wird sich langfristig durchsetzen können. Möchte man dem Unternehmensberater Roland Berger Glauben schenken so besagt seine Berechnung, dass bereits 2020 jedes vierte neu zugelassene Auto in Europa mit Strom fahren wird. Durch den hohen Wirkungsgrad des Elektromotors von ca. 80% sehen viele den Elektromotor in Zukunft als den Gewinner der alternativen Automotoren.
Welche Technologie sich am Ende auf langer Basis durchsetzt bzw. durchsetzen kann bleibt abzuwarten. Jedenfalls ist es großartig zu sehen was durch die Weiterentwicklung und den Fortschritt in der Autoindustrie bisher schon erreicht wurde.
Sparmöglichkeit in Sicht
Doch selbst bei den utopischen Preisen für Benzin und Diesel kann der Endverbraucher auch wenn es sich komisch anhört noch sparen. Die Seite clever-tanken.de bietet eine riesige und aktuelle Datenbank mit den Preisen innerhalb eines Postleitzahlengebietes. Gegründet wurde das Projekt von einem Nürnberger Dipl.-Kaufmann namens Steffen Bock mittlerweile zählt die Community über 8.000 freiwilliger Helfer die täglich Preise eintragen. In einer Großstadt beträgt das Sparpotenzial um die 4 – 6 Cent pro Liter, dafür sollte jedoch die Umkreissuche verwendet werden.
Fazit: Schönes Projekt und für jeden Autofahrer ein Segen, doch leider fehlen die Daten von kleinen Städten und Orten in den meisten Fällen komplett.
Schuldige und Leitragende der Preisexplosion
In diesem Szenario ist die Liste der Leitragenden darunter die Pendler, Spediteure und all die Autofahrer um ein vielfaches länger als die der Schuldigen, die noch nicht einmal eindeutig zu erkennen sind, die ihren Profit aus dieser Lage ziehen. Das Endresultat ist niederschmetternd, das Öl wird knapper und ein Ende der Preisspirale ist nicht in Sicht. Dem Verbraucher bleibt nur der Biss in den sauren Apfel, für Familien und Unternehmungslustige bleibt dann nur noch der Weg zu Fuß oder auf dem Rad. Die Politik lässt sich auf jeden Fall genügend Zeit und so warten die Leittragenden vergebens auf eine Lösung. Diskussionen über Zuschüsse für den Energiebedarf und die Senkung der Steuern sind erste Vorstöße die uns Hoffnung bereiten.
Was ist eure Meinung zum Thema Luxusgut Benzin? Hat eurer Meinung nach das Auto eine Zukunft, wenn ja welche Technologie löst das herkömliche Auto ab?
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Bildmaterial: ©FlowerLover / pixelio.de


Wenn die Amerikaner und die Europäer sich im Georgien Krieg einmischen und die Ölpipeline dort für sich gewinnen, dann wird das wohl den Preis hierzulande senken. Gewinnt Russland, dann wird es teurer.
Mal sehen was passiert.
Es gibt ja auch schon Autos, die nur mit herkömmlichen Wasser fahren. Es gibt schon viele Möglichkeiten, um sich nicht von Öl und Benzin abhängig zu machen, aber da machen die Regierungen und Ölkonzerne nicht mit.
Siehe hier:
http://millus.kulando.de/post/2008/06/23/auto-f-hrt-mit-wasser-sensation
ich hab norlich gehört wenn der gute alte vater Staat keine Steuern auf Sprit berechnen würde, würde der Liter nur 70 cent kosten! voll heftig!
Ja die Steuern machen den größten Teil aus. Die Entwicklungen in Georgien mit Russland verschärfen sich ja immer mehr, hoffe das nimmt frühzeitig ein Ende.
Es ist doch eine sinnvolle Sache, dass der Staat Steuern auf Kraftstoffe erhebt, schließlich entstehen durch das Autofahren auch Kosten für die Allgemeinheit. Ausserdem passt der Staat die Steuern dem Benzinpreis an, d.h, wenn der Benzinpreis steigt, wird der Anteil der Steuern am Gesamtpreis verringert.
Der einzige Witz in der Debatte ist die Steuerbefreiung von Kerosin!