Erfolgreiches Selbstmarketing für Blogger: eine Praxis-Studie

Nichts zählt mehr im Leben eines Bloggers als seine Besucherzahlen. Traffic ist das Blut, das durch die Adern einer jeden erfolgreichen Website fließt. Natürlich gibt es auch andere wichtige Faktoren wie soziale Interaktionen und Social Media Verbreitung. Aber ohne Besucher bringt das alles nichts.

Als ich im März 2013 meinen Trainer-Blog www.BenediktAhlfeld.com neu gelauncht habe, war demzufolge mein oberstes Ziel, möglichst viele Menschen für meinen Blog zu interessieren. Der Erfolg meines Blogs hielt sich vor diesem Datum – milde gesagt – in Grenzen. Der beste Artikel hatte ganze 48 Likes auf Facebook und die Besucherzahlen waren mit durchschnittlichen 35 Besuchern pro Tag eher enttäuschend. Das sind jedoch typische Zahlen für die meisten Blogs. Aktuell sind bei mir 300-700 Likes für einen Artikel bei Besucherzahlen von durchschnittlich 500 pro Tag (unique) zum Standard geworden.

Was muss man für einen erfolgreichen Blog anders machen?

Die gute Nachricht: egal, welches Thema dein Blog hat, du kannst ihn erfolgreich machen.
Die nicht so gute Nachricht: es kostet etwas Zeit und Arbeit. Aber Kopf hoch: wenn es dir am Herzen liegt, wirst du es schaffen.

Als Trainer ist es für mich wichtig, meine Zielgruppe zu erweitern um Menschen zu erreichen, die bisher noch nicht mit dem Thema „Personal Development“ in Berührung gekommen sind. Ein Blog ist damit der ideale Zugang um eine Plattform für relevante Inhalte zu schaffen.

Mein enger Freund und Geschäftspartner Markus Cerenak hat auf Basis amerikanischer Blogging-Strategien ein geniales Selbstmarketing-Konzept geschaffen (das er auch auf seinem Blog www.MarkusCerenak.com nutzt), mit dem ich schon in den ersten 3 Wochen diese Ergebnisse erzielen konnte. Ich bin ihm extrem dankbar dafür, dass ich als erster Beta-Tester erleben durfte, wie unglaublich effektiv diese Methode ist. Aber sieh selbst…

Zahlen aus der Praxis

Besucherzahlen auf meinem Blog www.BenediktAhlfeld.com

Besucherzahlen auf meinem Blog www.BenediktAhlfeld.com (gesamt) im Zeitraum 14.3.- 10.4.201

Bis zum Relaunch ist so gut wie gar nichts passiert, genau wie das gesamte Jahr zuvor. Der Soft-Launch hat am 26.3. statt gefunden und Ziel war es, mit einem ersten Artikel zu testen, wie der Blog ankommt (Grundkonzept, Design usw.) und ob sich die Leute zum eMail Abo / RSS-Feed eintragen. Der Artikel wurde in einer thematisch einschlägigen Facebook Gruppe geteilt und ging in kurzer Zeit viral. Die wichtigste Erkenntnis hieran: Losgelöst von Design, Aufbau oder technischem Schnickschnak ist das aller wichtigste für den Erfolg eines Blogs, dass er wirklich einzigartigen Content bietet. Diese Art von Information dürfen die Leser nirgendwo anders finden. Das betrifft nun sowohl den Inhalt an sich (neue Erkenntnisse, Tipps, witzige Inputs und bisher nicht bekannte Fakten usw.) als auch die Aufmachung (Sprachstil, roter Faden, Authentizität).

Statistik für einen durchschnittlichen Artikel (Pageviews)

Statistik für einen durchschnittlichen Artikel (Pageviews)


Unique Pageviews & Besuchsdauer

Unique Pageviews & Besuchsdauer


durchschnittliche soziale Interaktion auf einem Artikel

durchschnittliche soziale Interaktion auf einem Artikel

Hier habe ich einen typischen Artikel als Beispiel genommen, um dir zu zeigen, was ich genau tue. Um mehr Menschen zu erreichen als ich es bisher getan habe, recherchiere ich Facebook Gruppen, die mit dem geplanten Blog Thema in Verbindung stehen (könnten). Wenn es wie in diesem Artikel zB um die „Die Wahrheit über Gurus“ geht, so recherchiere ich Themen wie Esoterik, NLP, Hypnose, Tierkommunikation, Heilsteine, Engelsbotschaften, Yoga usw.

Je mehr die Gruppe in die Thematik passt, umso besser. Oftmals habe ich aber gerade in jenen Gruppen, die nur entfernt mit dem Artikel zu tun haben, die besten Erfahrungen gemacht. Dort haben die Gruppenmitglieder sehr viel diskutiert und den Artikel dann auf ihrer eigenen Pinnwand geteilt. So kamen in kurzer Zeit viele völlig neue Besucher auf meinen Blog. Diese haben den Artikel wieder geteilt und so ging es immer weiter…. Das führt mich nun zu meiner Facebook-Strategie, um erfolgreich Traffic auf neue Artikel zu bekommen.

So bekommst du Traffic von Facebook

  1. Schreiben einen Artikel, der einzigartigen Content bietet
  2. Recherchiere Gruppen auf Facebook, die (wenn auch nur entfernt) mit dem Thema zu tun haben
  3. Teile den Artikel in den Gruppen, z.B. mit der Bitte um Feedback
  4. Reagiere schnell und freundlich auf alle Kommentare (auch wenn sie kritisch sind)
  5. Wenn es Menschen gibt, die deine Artikel häufiger kommentieren oder liken, befreunde sie oder schreibe sie an mit der Bitte, ob sie deine(n) Artikel auf ihrer Pinnwand teilen.

Ich persönlich teile meine Artikel zwar auch auf Twitter, Google Plus und anderen kleineren Seiten, jedoch habe ich mit Facebook die besten Erfahrungen gemacht. Dort finden am einfachsten soziale Interaktion statt und die Menschen nehmen sich auch wirklich die Zeit, die Artikel zu lesen (s. Grafik weiter oben mit durchschnittlicher Besuchszeit von 6:34 Minuten).

Jetzt hast du Traffic und die Leute lesen deinen Blog wirklich. Noch besser: sie teilen ihn mit ihren Freunden. Gratuliere! Um aber auch langfristig erfolgreich zu sein brauchst du mehr als nur ein guten Artikel. Es braucht regelmäßig gute Artikel. Und die kommen nicht von ungefähr. Deshalb ist es noch wichtiger, bereits von Beginn an ein solides Konzept zu erstellen, wie du dein Selbstmarketing aufbaust.

So funktioniert erfolgreiches Selbstmarketing

  • Definiere deine Kernkompetenzen (USPs) und deine Hauptaussage

Meine Hauptaussage lautet zum Beispiel „Ein Leben nach eigenem Standard.“ Wofür stehst du / dein Blog? Was macht deine Seite besonders? Was unterscheidet sie von den unzähligen anderen da draußen?

  • Definiere einen Redaktionsplan

Ohne roten Faden wird dein Blog nicht erfolgreich. Ich habe die Artikel der ersten drei Monate meines Blog auf Basis von Markus Cerenaks Selbstmarketing Konzept vorab definiert und sogar zu großen Teilen vorab geschrieben.

  • Hör auf das Feedback deiner Leser

Wenn du keines bekommst, bitte darum. Lerne deine Zielgruppe kennen! Du wirst überrascht sein, was sie sich von deiner Blog erwarten. Nur so kannst du langfristig eine Fan-Gemeinde aufbauen.

  • Starte Kooperationen mit anderen Blogs

Konkurrenzdenken hat in der Blogger Szene nichts zu suchen. Gemeinsame Projekte, auch mit im ersten Moment nicht zusammenpassenden Zielgruppen, können langfristige Erfolge bieten. Vernetze dich mit anderen Bloggern und mach es von der persönlichen Chemie zwischen euch abhängig, ob ihr etwas auf die Beine stellen wollt.

Zusammenfassend lässt sich nur so viel sagen: ich bin schon seit einem Jahrzehnt unternehmerisch tätig und ich würde sagen, dass meine Marketing-Fähigkeiten ganz in Ordnung sind. Doch durch den Relaunch meines Blogs habe ich mir eine Sache wieder klar vor Augen geführt: es ist essentiell, sich über seine Zielgruppe (immer wieder aufs Neue) bewusst zu werden. Nur dadurch kannst du deine Kernkompetenzen bestmöglich kommunizieren. Und genau das ist auch jener Faktor, der letzten Endes über Viralität oder Tod deines Blogs entscheidet. Deine Leser müssen spüren, dass dein Projekt einzigartig ist. Dann werden sie dich auch ungefragt dabei unterstützen, deine Idee zu verbreiten. Und das führt mich irgendwie auch wieder zurück zu meiner Mission als Trainer: gemeinsam zu wachsen und sich wechselseitig zu unterstützen.

Darum möchte ich mich auch ganz herzlich bei Jonas, dem Autor dieses Blogs, für die Möglichkeit bedanken, hier schreiben zu dürfen.

Ich hoffe dir konnte mein Artikel ein paar neue Denkanstöße geben und wenn du Fragen hast, dann schreib einfach einen Kommentar.

Alles Liebe,
Benedikt

Über Benedikt Ahlfeld:
Benedikt Ahlfeld ist Autor, Trainer und Infopreneur. Er ist der Überzeugung, dass viele Menschen nicht ihr volles Potential leben. Die meisten geben sich mit weniger zufrieden und finden sich damit ab, dass nicht alles so läuft, wie man es sich eben vorgestellt hat. Auf seinem Blog http://www.EhrlichesOnlineMarketing.de schreibt er darüber, wie man sich ein Online Business nach eigenem Standard aufbaut.

20 Kommentare

  1. Klaus-Peter Baumgardt April 19, 2013 2:28 pm 

    Eine Aussage hier lautet:

    „Deine Leser müssen spüren, dass dein Projekt einzigartig ist. Dann werden sie dich auch ungefragt dabei unterstützen, deine Idee zu verbreiten.“

    Als ob das der ganze Trick wäre! Es gibt ja so viele einzigartige Seiten, dass es niemand auch nur bemerkenswert fände, würde ich linkshändig im Kopfstand bloggen.
    Ansonsten geht es auch gar nicht darum, grandios zu sein.

  2. Benedikt Ahlfeld April 19, 2013 6:35 pm 

    Hallo Klaus-Peter,

    danke für deinen Kommentar. Er wirkt etwas pessimistisch auf mich.

    Was sind in deiner Erfahrung denn sinnvolle Werkzeuge, um einen Blog erfolgreich zu machen?

    Alles Liebe,
    Benedikt

  3. markus April 20, 2013 9:27 pm 

    hi,
    einzigartigkeit ist wichtig, aber der „kopfstand linkshändig“ bringt dem leser nichts.

    grandios sein muss der blogger nicht. der leser soll nach dem lesen des blogs grandios sein können.

    und natürlich ist outstandig alleine nicht der ganze trick. der leser muss auf einen blick verstehen können, was die einzigartigkeit ihm ganz persönlich bringt.

    markus

  4. Klaus-Peter Baumgardt April 22, 2013 10:51 am 

    @ Benedikt: Nein, wirklich pessimistisch ist meine Einstellung nicht, sonst hätte ich schon aufgehört.
    Bei der Frage nach den Werkzeugen bin ich dann doch pessimistisch: FB scheint mir nicht das Wahre zu sein, denn es hat den Blogs bisher mehr geschadet als genutzt.
    Twitter bringt eigentlich auch keine Leser.

    Positiv war mal eine Blog-Parade; wenn die geschickt angelegt ist, bringt das auch etwas. Ich werde mal eine zu „Fermentierten Lebensmitteln“ machen – da bist Du gerne zum Mitmachen eingeladen.

    @ markus: Die meisten Leser sind ja diese Blitzbesucher, die nach ein paar Sekunden schon weitersurfen und meinen, sich im Internet modern zu „informieren“. Da ist es nur ein schöner Wunsch, dass der Leser auf den ersten Blick etwas erkennen soll, wenn er blind ist.

  5. markus April 22, 2013 3:46 pm 

    @ klaus-peter: ich denke nicht das facebook den blogs schadet. ich kann wie don quichotte dagegen ankämpfen oder ich benutze das medium mit seinem vor- und nachteilen zu meinen gunsten.

    ich bin von 0 auf 7000 leser monatlich und über 1200 newsletter abonnenten in knapp 3,5 monaten gekommen. mit großer hilfe von social media. wie facebook den blogs schaden soll, kann ich mir kaum vorstellen.

    und ich denke nicht, dass meine leser blitzbesucher sind. bei einer durchschnittlichesn verweildauer von rund 4 minuten und einer absprungrate von 9 prozent halte ich meinen leser sehr gut. der leser muss nur einfach dorthin geleitet werden, wo er in die welt des blogs eintauchen kann.

  6. Veronika April 23, 2013 8:07 am 

    Sehr interessante Studie und toll, dass Du es anhand einer Studie aus der Praxis erläuterst! Vielen Dank für diese hochwertigen Informationen!

  7. Benedikt Ahlfeld April 24, 2013 11:28 am 

    Hallo Veronika,

    ich danke dir für dein Feedback und es freut mich, dass er dir etwas bringt.

    Alles Liebe,
    Benedikt

  8. Andreas Teufl April 27, 2013 6:58 pm 

    Hallo,

    Das mit den Facebook Gruppen ist ein wirklich guter Tipp – herzlichen Dank dafür 🙂

    freundliche Grüße
    Andreas

  9. Alpinerleben April 29, 2013 6:42 am 

    Das mit den Kernkompetenzen ist der m.E. richtige Weg: Besucher landen über unterschiedlichen Wegen auf dem Blog bzw. allgemeiner einer Seite und lesen erstmal den einen Artikel. Wenn Sie ganz klar erkennen können, dass die Seite auch in Zukunft ihre „Bedürfnisse“ befriedigt – weil eben die Kernaussagen klar erkennbar sind, dann dürfte das mehr als die halbe Miete sein..

  10. Benedikt Ahlfeld April 29, 2013 7:50 am 

    Hallo Andreas und Alpinerleben,

    danke für euer Feedback!

    Gerade mit der Kernkompetenz bin ich sehr genau im Selbstmarketing. Die meisten EPUs und KMUs verwenden hierauf zu wenig Zeit getreu dem Motto „Ich weiß doch, was mich besonders macht“ aber meistens ist es eben nicht so oder nicht genug.

    Darum meine Empfehlung: besser regelmäßig und mehr Zeit in diesen Schritt investieren als bisher, es macht sich im long run deutlich bezahlt!

    Wer sich für Selbstmarketing interessiert kann gerne auf dem Projekt ovn Markus Cerenak und mir vorbeischauen, hier gibt es gratis Tipps: http://www.TrafficOfTrust.com

  11. Nasenfahrrad24 Mai 18, 2013 7:38 am 

    Hallo an alle!

    Vielen Dank für die super Gedankenanstöße. Ich werde sie weiter verfolgen! Es macht Spaß immer wieder diesen Blog zu besuchen!
    Weiter so!

    Gruß
    nasenfahrrad24

  12. Günter W. Heini Juni 10, 2013 4:49 pm 

    Guter Artikel, der mich klar bestätigt: Ich bin auf dem richtigen Weg mit meinem Blog. Das mit Facebook kann ich so nicht bestätigen – zumindest in meinem Fall.

    Hängt wohl allerdings mehr damit zusammen, dass ich dort nicht so aktiv bin.

  13. Benedikt Ahlfeld Juni 10, 2013 8:01 pm 

    Hallo Günter,

    Ich bin in den Gruppen auch nicht aktiv und bekommen dennoch sehr viel Traffic.

    Meine Einschätzung: wenn dein Content zur Gruppe passt und sie nicht klicken dann ist die Gruppe entweder zu klein oder inaktiv oder deine Headline / Abstract nicht interessant genug formuliert.

    Das lässt sich aber leicht verbessern. Es gibt ein klares Rezept, wie Headlines so funktionieren, dass sie geklickt werden.

    Alles Liebe,
    Benedikt

  14. Matthias Juni 29, 2013 8:57 am 

    Hallo

    Toller Artikel ich werde hier und auf euren Bloggs (Benedikt u.Markus….) mich mal genauer umschauen und und noch nicht genutzte Tipps anfagen umzusetzen. Gefällt mir 😉

    Lg
    Matthias

  15. Michel Juli 8, 2013 4:02 am 

    Toller Beitrag. Die Tipps sind gut. Facebook kann eine gute Quelle für mehr Traffic sein. Die Blogs von Markus und Benedikt gefallen mir auch sehr gut. Kein Wunder, dass die so gut abgehen. 😉

  16. Benedikt Ahlfeld Juli 8, 2013 1:05 pm 

    Hallo ihr Zwei,

    danke euch beiden für das Lob! Freut uns sehr 🙂

    Alles Liebe aus Wien,
    Benedikt

  17. LukeC April 9, 2015 8:02 pm 

    Auch ich selbst habe erst vor kurzem Verstanden, dass ein Blog essenziell ist für seine eigene Internet-Präsenz. Eine Homepage ist gut, ein Blog ist besser! Danke für diesen motivierenden Artikel.

    Gruß

    Luke

  18. Marko November 11, 2015 9:39 am 

    Hallo an Alle!
    Mag sein, dass diese Hinweise richtig sind. Dennoch denke ich, dass sie den Kern nicht ganz treffen. Wichtige Eigenschaften sind m. E. – und das ist z. B. mein Problem – das Durchhaltevermögen und eine gewisse Konstanz. Ferner bringt auch eine „Einzigartigkeit“ nichts, wenn der Inhalt nicht ein hohes Niveau weist.

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