Facebook Werbung vs. Google AdWords

adwords vs facebookFacebook ist in aller Munde, Trends deuten auf weiteres Wachstum der Benutzerzahlen und Einnahmen hin. Der erwartete Börsengang des Unternehmens soll Facebook mit 100 Mrd. US-$ zu einem der wertvollsten Unternehmen machen. Bei Treffen mit Staatschefs wird klar, wie wichtig die Person Mark Zuckerberg ist, denn bei der Einführung von Facebook Credits wurde schon von manchen die nächste aufkommende Weltwährung prophezeit. Laut eMarketer beträgt der Umsatz von Facebook Ads für 2011 geschätzte 4 Mrd. $, was im Vergleich zu Google AdWords mit rund 25 Mrd. $ weit abgeschlagen dasteht, doch Facebook verzeichnet rasante Zuwächse. Werden Social Ads (Social Media Werbung) in Zukunft immer wichtiger für Werbetreibende sein und wie kann man Facebook Ads profitabel nutzen?

Facebook Ads vs. Google AdWords

Facebook besitzt durch 700 Mio. Nutzer weltweit einen wahren Schatz an Informationen, für alle Werbetreibende stellt dies ein Eldorado sondergleichen dar. Schließlich bieten Interessen, demografische Daten und persönliche Informationen die Möglichkeit für effiziente Werbemaßnahmen und so liegen nach Angaben von Affiliates die Conversion-Rates deutlich höher im Vergleich zu Google AdWords. Hier stellt sich die Frage ob sich Facebook Ads und Google AdWords vergleichen lassen, denn beide Werbenetzwerke verfolgen unterschiedliche Ziele, was Olaf Kopp in seinem Artikel bei adzine.de gut verdeutlicht hat.

Mithilfe von Interessen, demografischen Daten und Informationen lässt sich die Anzeigeschaltung bei Facebook zwar stark einschränken um somit unnötigen Streuverlust zu vermeiden. Dennoch ist die Werbeeinblendung vom Nutzer nicht zwangsläufig gewollt was häufige viele Klicks aus Neugier ohne echtes Kaufinteresse hervorruft. Wenn ein Nutzer hingegen Informationen über Google sucht und durch gut gewählte Keywords die richtige AdWords-Anzeige geschaltet bekommt, können die Conversion-Rates deutlich höher ausfallen, dies wurde schon von mehreren Internet Marketern und Bloggern in einigen Experimenten belegt. Aber es gibt auch Werbetreibende die zumeist Nischenbereiche mit Facebook Ads erfolgreich bewerben.

Ein weiterer Punkt sind die steigenden Werbepreise für Facebook Ads, anfangs ermöglichten diese noch kostengünstige Werbung im Vergleich zu Google AdWords, mittlerweile merkt man jedoch die ansteigenden Preise. Beliebt ist und bleibt die Einbindung von Bildern in die Anzeigen der Facebook Werbung, hier lässt sich durch auffallende Bilder die Aufmerksamkeit der Nutzer leichter gewinnen, als bei Textanzeigen. Jedoch ist wie von kramoo.de geschildert wurde der Adminbereich bei Google AdWords besser gestaltet und die Abrechnungen besser geregelt. Ich selbst hatte schon Probleme bei der Anpassung von Werbeanzeigen, die Änderungen wurden nicht angenommen, auch als ich eine Testanzeige deaktivieren wollte wurde dies erst nach mehreren Versuche ermöglicht. Gut funktionierend aber dafür etwas störend sind die täglichen Abbuchungen über den PayPal-Account.

Beide Werbenetzwerke haben ihre Berechtigung und beide lassen sich bei der richtigen Nutzung profitabel für Werbemaßnahmen egal welcher Art nutzen, ob Affiliateprodukte oder die eigenen Facebook Fanpage. Wichtig ist für beide Möglichkeiten die richtige Einstellung und die Optimierung der Anzeigen durch verschiedene Tests.

Facebook Werbung richtig nutzen

Facebook bietet vielfältige Möglichkeiten eine Anzeige zu gestalten und diese auf die Zielgruppe anzupassen. Für den Titel stehen 25 Zeichen zur Verfügung, darauffolgend kann ein Bild mit den Maximalmaßen von 110 x 80 Pixeln eingefügt werden. Beim eigentlichen Anzeigetext stehen einem 135 Zeichen zur Verfügung. Die Anzeigen können zielgerichtet mit folgenden Parametern konfiguriert und angepasst werden:

  • Land
  • Alter
  • Geburtstag
  • Geschlecht
  • Ausbildung & Arbeit
  • Sprachen
  • Beziehungsstatus
  • Schlüsselwörter
Die richtige Zielgruppe

Um die Facebook Ads richtig nutzen zu können ist vor allem die Zielgruppendefinition von Bedeutung. Häufig passiert es das man Zielgruppen nicht richtig auf das Angebot anpasst oder falsche Interessen bzw. zu viele auswählt. Es ist besser man wählt verwandte Themen oder Unterkategorien eines Keywords (Interessen und Likes) somit steigt bei günstiger Wahl die Qualität des Traffics und der Ertrag der Werbeausgaben durch niedrigere Klickpreise.

Das richtige Bild

Für die Einbindung eines Bildes in die Werbeanzeige steht einem der Platz von 110 x 80 Pixeln zur Verfügung. Wichtig ist nicht zwangsläufig das schönste und passendste Bild zum Content für seine Anzeige zu wählen, sondern ein Bild, das hervorsticht und die Aufmerksamkeit (Attention) der Facebook Nutzer gewinnt. Farbenreiche Bilder eignen sich daher sehr gut oder Bilder mit einem knallbunten Rahmen, sowie Bilder welche Texte beinhalten. Natürlich sind Bilder mit erotischen oder gar pornografischen Darstellungen tabu, ansonsten wäre das mit der Aufmerksamkeit wohl ein Kinderspiel ;-)

Anzeigen testen & optimieren

Für das Testen von Anzeigen sollte man verschiedene Varianten innerhalb der Hauptzielgruppe der Facebook Werbung anlegen und diese nach Klicks und vor allem nach der CTR (Click-Through-Rate) und der Conversion-Rate zu analysieren. Hat man eine Anzeige eine Weile geschaltet, erkennt man sehr schnell welche Anzeigen mit welchem Text und welchem Bild auf welche Zielgruppe am Besten funktionieren. Ein wichtiger Punkt ist die Aktualität der Anzeigen, wird eine Anzeige konstant mit einem Bild beworben läuft man Gefahr, dass diese Anzeige der “Banner blindness” zum Opfer fällt. Um dem entgegen zu wirken, ist es sinnvoll in regelmäßigen Zeitabständen die Bilder auszutauschen. Leider bietet Facebook Ads zum Testen und Optimieren von Facebook Werbung noch keine gute Funktionalität, Anzeigen müssen umständlich für weitere Varianten neu erstellt werden, wobei sich hier schon einige Programme für die Verwaltung auf dem Rechner etabliert haben, welche leider durch Facebook verboten wurden.

Fazit

Ich selber habe schon einige Erfahrungen mit Facebook Werbung speziell für die Bewerbung von digitalen Produkten über clickbank.com* gesammelt und kann bislang von guten Ergebnissen berichten. Eine Anzeige, die sehr gut läuft ist auf “World of Worldcraft”-Spieler in den USA und UK ausgelegt, dabei handelt es sich lediglich um eine Anleitung mit Tipps und Tricks zum Spiel. Die Erstellung der verschiedenen Anzeigevarianten und die schlussendliche Optimierung und Auswahl dauerte lange und war somit relativ kostspielig. Überraschenderweise ist bei niedrigerer CTR im Vergleich zu Google AdWords die Conversion rate deutlich höher, was die Studien unterstützen würde, dass Social-Networker kauffreudiger sind. Zur Bewerbung von physischen Gütern habe ich noch keine Erfahrungen gemacht, da ich bisher ausschließlich digitale Produkte wie eBooks und Software beworben habe. Wer selbst Facebook Ads ausprobieren möchte, sollte sich vorerst die Facebook Werberichtlinien genaustens durchlesen, um Ablehnungen von Anzeigen zu vermeiden. Eine weitere gute Quelle für weiterführende Informationen bietet der Facebook-Werbeanzeigen Leitfaden.

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13 Kommentare

  1. Tom Juni 21, 2011 5:50 pm 

    Bei Facebook würde mich die regionale Werbung am aller meisten interessieren. Hier finde ich es sehr interessant, die Nutzer der Plattform in die Geschäfte zu locken, die in der Umgebung vorhanden sind. Das ist besonders bei Nischenprodukten sehr interessant, die es nicht in jedem Laden zu kaufen gibt.

  2. Lars Juni 21, 2011 6:17 pm 

    Bei mehreren parallelen Kampagnen in den Bereichen: Urlaub, Ferien, Reisen und Immobilien haben wir einen wesentlicheren höheren ROI (Return on Invest) bei den Facebook Ads gegenüber Google AdWords festgestellt.
    Wir empfehlen allen AdWords Werbetreibenden einmal parallel eine vergleichsfähige Facebook Ads Werbung zu schalten und mit einem geeigneten Analytik Tool zu tracken und vergleichen.

  3. Bernhard Juni 22, 2011 8:12 am 

    Bisher habe ich die Facebook Ad´s nur mit einem Bauportal getestet. Das Ergebnis war sehr zufriedenstellend wenn auch der Klickpreis nicht gerade der niedrigste ist. Ob das mit den regionalen Nischenprodukten klappt- hängt wohl ganz stark von der Kampagne ab. Sie muss dann wirklich auf die facebook Zielgruppe zugeschnitten sein (altersgerecht aufgebaut usw.) um hier etwas zu erreichen. Verwendet ihr die Facebook Ad´s um externe Seiten zu bewerben oder eine Fanpage?

  4. Timo Juni 27, 2011 7:34 pm 

    Habe auch schon viel über FB Ads gelesen aber selber noch nicht ausprobiert. Was ich aber schon als Tipp gelesen habe, das man bei der Kampagne möglichst wenig Text verwenden soll. Wenn man zum Beispiel Follower sucht, dann reicht ein “Klicke gefällt mir wenn du XY magst.” oder so.

    Sinn des kurzen Textes ist es, aufzufallen. Alle Werbetreibenden verwenden möglichst viel Text, und dann fällt dem User direkt auf wenn mal nicht so viel da steht und klickt vielleicht eher drauf.

  5. Stephan Juli 1, 2011 9:38 am 

    Mitbwerber oder geldgierige AdSense-User können bei der Nutzung von AdWords echt für rote Zahlen sorgen. Mitbewerber dulden keine Konkurrenz in der Google-Suchmaschine und AdSense-User bitten ihre Freunde um einen kleinen Gefallen…

    Facebook habe ich noch nicht getestet, hört sich allerdings ganz gut an.

  6. capu Juli 1, 2011 12:31 pm 

    Es ist sicherlich richtig, dass nur parallele Tests von Kampagnen in Adwords/bei Facebook zu einem aussagekräftigem Ergebnis darüber führen können, welches von beiden letztendlich auf das spezifische Produkt besser zugeschnitten bzw. besser geeignet ist.
    Die Feststellung einer höheren Kauffreudigkeit bei Facebook Usern klingt interessant.. fraglich ist, ob derselbe Trend für Pay Per Lead Kampagnen im Bereich Onlinespiele festzustellen ist.. hat damit vielleicht schon jemand Erfahrungen gemacht?

  7. Gunner Juli 6, 2011 9:46 pm 

    Ich persönlich habe bisher von anderen Leuten nur Schlechtes über Facebook Advertising gehört… habe es allerdings selbst auch noch nicht ausprobiert! Ich gehe mal davon aus, es kommt wohl auch auf die Nische an! Die Aussage, dass Social Network User kauffreudiger sind halt ich für fragwürdig!

  8. Alex Juli 12, 2011 10:28 am 

    Ein Bekannter von mir hat Facebook Advertising ausprobiert und bei Ihm hat es bisher noch überhaupt nichts gebracht! Bin am überlegen ob ich es auch ausprobieren soll aber bin mir nicht sicher ob es für meinen Bereich etwas bringt! Mit Google AdWords habe ich bis jetzt nur positive Erfahrungen!
    Viele Grüße

  9. Jaco Juli 22, 2011 2:53 pm 

    Ich konnte mit 5€ Werbebudget immerhin 10 “Freunde” kaufen. Konnte leider noch nicht mit größerem Budget testen.

  10. Pascal August 4, 2011 2:55 pm 

    @jaco: wo hast du denn die sog. “freunde” eingekauft?

  11. Peter Starde November 22, 2011 7:27 am 

    Ein interessantes Gegenstück zu bisherigen Artikeln, die ich zum Vergleich von Facebook Ads und Google Adwords gelesen habe. Gerade in Bezug auf die digitalen Güter, bei denen hier ein positives Fazit gezogen wurde, laß ich bisher in meiner Recherche nur Ablehnungen gegenüber den Facebook Werbeanzeigen. Wir versuchen es derzeit auch und sind gespannt ob die Fanpage damit auch “qualitativen” Zuwachs bekommt, sodass man sagen kann, die Investitionen lohnen sich. Mehr dazu dann in ein paar Wochen. LG

  12. Philippe Wiget Januar 24, 2012 7:57 pm 

    Direkte Vergleiche habe ich bisher nicht gemacht, aber vor einem guten Jahr versuchte ich auf Facebook meine Webseite direkt zu bewerben, was zu keinen Konversionen führte. Bei anderen Kampagnen auf Google war dies ganz anders. Insofern habe ich mit Google Adwords bisher mehr Konversionen bei ähnlichem Budget erreicht, als auf Facebook.
    Etwas anders verhält es sich für mich hingegen, wenn ich auf Facebook direkt meine Facebook Firmenseite bewerbe. Dies führt teils zu Kontaktanfragen und Konversionen und aber vor allem zu neuen Likes / Fans. Diese kann ich danach laufend über Neuigkeiten informieren und es bleibt ein Kontakt bestehen. Und genau darin sehe ich das grössere Potential bei Facebook: ich kann loyale Fans mit Kundenpotential für die Zukunft aufbauen.

  13. Christian April 6, 2012 8:12 am 

    Also ich halte von Facebook-Werbung nicht wirklich viel. Für mich wirkt das immer alles mehr oder wenig spammig. Dann doch lieber Google AdWords, da bedient man auf jeden Fall die Wünsche der Suchenden und ist somit auch viel effektiver.

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