von Jonas am 26.11.2008
Google räumt mit SEO Mythen auf (Matt Cutts Teil II)
Erst letzten Freitag habe ich ein paar wissenswerte Punkte aus einem Matt Cutts Interview zum Thema: “SEO im Jahre 2009” aufglistet , da fliegen mir schon die nächsten Aussagen von Ihm über den Bildschirm. Kürzlich fand ein offizieller Google Question & Answer Chat mit Matt Cutts und Maile Ohye statt, bei dem Webmaster den Suchmaschinenriesen mit SEO Fragen löchern durften. Es wurden viele interessante Fragen gestellt und teilweise klare, aber auch weniger klare Antworten gegeben. Für alle englisch Laien und diejenigen, die keine Lust haben sich die ganze Plauderrunde durchzulesen, habe ich nicht den kompletten Chat übersetzt, sondern nur die, meiner Meinung nach, wirklich wichtigen Punkte aufgelistet.
Die folgenden Aussagen basieren nicht auf Hörensagen, sondern sind Google Aussagen! Falls ich etwas missinterpretiert habe, würde ich mich über einen Hinweis freuen. Viel Spass beim durchackern!
- Das alter einer Domain spielt im Prinzip keine Rolle beim Ranking, Reputation dagegen schon.
- Ob Unterverzeichnisse oder Subdomains einer Seite beim Ranking helfen, wollte Matt noch nicht beantworten, hat sich aber im aktuelleren PubCon Interview dazu geäußert, das Subdomains keine SEO Rolle mehr spielen.
- Das Benutzen von Ranking Software verstößt gegen Googles Terms of Use und wird mit einer IP Sperrung bestraft. Es wird in nächster Zeit aber auch kein hauseigener Ranking-Checker angeboten werden (z.B. in den Webmastertools)
- Eine Option, sich von “bösen” Seiten zu distanzieren, welche die eigene Webseite verlinken, wird es, wie bei Yahoo, nicht geben. Google arbeitet lieber selbst daran, das einem andere Seiten (z.B. Adult-Seiten) durch verlinken, nicht schaden können.
- Artikelverzeichnisse sollte man meiden, da Google davon ausgeht, das diese Verzeichnisse keinen Nutzen für Besucher darstellen, sondern nur zum vermeidlich besseren Ranking einer Webseite vorgesehen sind. Um seine Seite bekannt zu machen Sollte man also nicht mit Artikelverzeichnissen dealen, sondern besser mit viel Content!
- Links von .edu und .gov Seiten boosten nicht automatisch das Ranking einer verlinkten Webseite. Wenn Niemand auf diese Seiten einen Link setzt, wird auch kein Linkjuice weitergegeben. (Eher für den englischsprachigen Raum interessant)
- Eine .html Sitemap (zusätzlich zur xml Sitemap) auf der eigenen Webseite eingebaut, könnte helfen, das die eigenen Seiten besser indexiert werden. (Besonderns in Suchmaschinen, die xml Sitemaps nicht unterstützen).
- Die beste Archtiktur für eine Mehrsprachige Webseite sieht so aus (z.B. deutsch und englisch): domain.de und domain.com. Wenn das nicht geht, dann: en.domain.de und de.domain.de. Wenn das auch nicht geht, dann: domain.de/en und domain.de/de.
- Links von Social News Portalen und Blogs werden wie Links von jeder anderen Webseite behandelt.
- Man soll sich nicht zuviel Sorgen um die Überoptimierung (z.B. zuviel nofollow Links) und dadurch entstehende Penalties (Strafen) machen. Trotzdem rät Google eine Seite so natürlich wie möglich zu halten. (Leider keine klare Aussage)
- Wie schon weiter oben angedeutet, spielt es keine Rolle ob eine Domain so: abc.com/def oder eher so: def.abc.com aufgebaut ist. Beides ist fein.
- Keine klare Aussage, aber man kann zwischen den Zeilen lesen, das die Ladezeiten einer Webseite eine Rolle beim berechnen das Pageranks spielen.
- Bilder, Photos und eine hohes Ranking in der Google Bildersuche haben keinen Einfluss auf den Pagerank.
- Wenn eine Webseite auf eine andere Domain umzieht wird die Pagerank-Information mit übertragen. Dies dauert aber in der Regel einige Zeit. Solange sollte man den 301 Redirect aufrecht erhalten. (Der Hinweis beruhigt mich, da ich mich bisher nicht getraut habe, komplett auf Bloggonaut.net umzuziehen)
- Aha: Die kleinen Video Thumbnails, die teilweise im Google Index auftauchen, bezieht Google durch Video Sitemaps von Webseiten, welche diese Filmchen eingebaut haben (War mir noch nicht bekannt).
- Was tun wenn meine Webseite im Ranking nach unten rutscht? I. Crawling Fehler in den Webmaster Tools checken II. Sicher gehen das die Webmaster Guidlines eingehalten wurden III. Andere Webmaster in der Google Webmaster Help Group fragen, ob Sie sich die Seite einmal genauer anschauen könnten.
- Googles Suchalgorithmus ändert sich ständig. Letztes Jahr ganze 450 mal!
- Google nimmt es sehr ernst, wenn eine Seite mit Paid-Links gemeldet wird und geht jedem Fall nach (Wird zumindest behauptet…)
- Webstandards einhalten (z.B. striktes XHTML) beinflusst in keinster Weise das Ranking einer Webseite.
- Und zu guter Letzt: Viele Kommentare zu einem Blogartikel können das Ranking dieses Artikels zwar nicht offiziell beeinflussen, erzeugen aber für Goolge brauchbaren Content und beeinflussen es so eher inoffiziel!
Ich hoffe ich habe nichts wichtiges vergessen (oder zuviel unwichtiges aufgezählt)





30 Kommentare
Vielen Dank für deine Mühe! Ist eine interessante Zusammenfassung, kurz, knapp und gut.
Zu Punkt 18: Das glaube ich auch nicht so ganz, du hast ja auch schon deinen Kommentar in Klammern hinzugefügt…
Zu Punkt 15: Diese Thumbnails in den SERPs haben doch aber bisher nur die 2 oder 3 Videoplattformen à la MyVideo oder Youtube, oder gibt es auch schon andere Seiten mit Thumbnails?
Hi Markus, stimmt, mir sind Videos bis jetzt auch nur von diesen Portalen untergekommen, hab mich da aber mal umgeschaut. Eine Video Sitemap kann jede Webseite anlegen und einreichen, ob die Videos dann aber auch in den Suchergebnissen erscheinen ist eine andere Frage, werde ich die Tage mal anstesten
Mehr Infos: http://www.google.de/support/webmasters/bin/topic.py?topic=10079
Schöne Zusammenfassung, nur schade dass es keine Vorteile gibt, wenn man Webstandards einhält, so würden viel mehr Webmaster ihre mies zusammen gecodeten Seiten mal überarbeiten..
Marcel… findest du nicht, das der Inhalt einer Seite massgeblicher für das Ranking sein sollte als der Code? Was bringt mir sauberer Code auf einer Webseite mit unbrauchbaren Informationen. Auch bei inhaltlich vergleichbaren Projekten sollte der Code kein Rankingfaktor sein, da es nur um Inhalte gehen sollte.
Ansonsten besten Dank an den Blogbetreiber. Mein Englisch ist nicht so gut. Da freut man sich immer, wenn sich einer mal die Arbeit macht solche Informationen in Deutsch zur Verfügung zu stellen. Also… Danke!
Hey, vielen Dank für diesen (und den vorherigen) Artikel zum Matt Cutts Interview! Interessant die Aussage bei Punkt 19 mit der Einhaltung von Webstandards. Ich persönlich achte da eigentlich immer sehr darauf, daß der generierte Code valide ist. Bin auch ehrlich gesagt eine Zeit lang davon ausgegangen, daß es auch SEO-technisch Vorteile bringt. Aber das wurde wohl ja jetzt definitiv ausgeschlossen. Ich werd’ mir bei Gelegenheit mal den entsprechenden Original-Artikel in den Google Groups durchlesen.
Danke für euer nettes Feedback und die vielen Yigg Votes
Einen Blog XHTML Konform zu halten ist ja garnicht mal so einfach, ständig meckert mir der Validator rum. Wenn dann aber wieder alles passt, ist man um so glücklicher
@Internetente Ich kann da Google schon verstehen. Wir reden hier vom Hobby Webmaster, der wahrscheinlich noch seine Webseite mit FrontPage zusammen klickt, da kann Google nicht erwarten das solche Leute das Know-How haben, um nach W3 Standards ihre Webseite aufzubauen.
Eigentlich nicht eine einzige neue Information dabei. Hat man die letzten Monate/Jahre überall quergelesen, wird, wie immer, alles nur wiederholt und wiederholt. Und ob Google 450 mal den Algorithmus anpasst oder auch nicht: es gelten immer noch die altbekannten Prinzipien. Eigentlich hat sich nichts geändert. Schon lange nicht mehr.
Zu 5.) Was ist mit den Seiten, die den Rss-feed einbinden – das ist ja auch eine Art Verzeichnis, nur machen kann man wenig dagegen – obs einen Vor- oder Nachteil darstellt, weiß ich nicht…
Ich hoffe und meine zu glauben, das Google so etwas ignoriert.
Punkt 12 zweifle ich mal stark an:
“Keine klare Aussage, aber man kann zwischen den Zeilen lesen, das die Ladezeiten einer Webseite eine Rolle beim berechnen das Pageranks spielen.”
Wenn überhaupt spielt es eher beim Ranking der Seite eine Rolle.
Was meint ihr?
Ein interessanter Artikel. Ich bin um solche Zusammenfassungen immer ganz froh da ich selber nur wenig Zeit finde alle (Original-)Quellen ständig zu beobachten. Danke
Der Punkt Webstandarts ist so eine Sache. Vielleicht mag er keine Rolle beim Ranking spielen, jedoch ist man als Webmaster mit validem Code auf der sicheren Seite das selbige auch in den Browsern korrekt angezeigt wird. Auch Screenreader (Sehbehinderte Webuser) kommen damit viel besser zurecht. Übrigens: Ich habe eigentlich keine Probleme damit mein Blog valide zu halten – es rutscht mir vielleicht mal ein kleiner Tippfehler durch, aber “stressig” finde ichs nicht…
Was mich etwas irritiert ist Punkt 3, das Verbot von Ranking-Tools. Was genau ist damit gemeint? Programme, die versuchen das Ranking bsp. durch Landingpages zu beeinflussen? Oder eher Programme / Webdienste, die die Postion einer Webseite zu bestimmten Keywords ermitteln? Finde diesen Punkt leider zu allgemein gehalten und weiß jetzt nicht so recht was genau damit gemeint ist…
Gruß, Gordon
Zum Thema valides html: Im Gegenteil. Es wurde immer wieder nachgewiesen, dass Seiten mit validem html sogar etwas schlechter ranken! Das mag mit dem etwas längerem Code zusammenhängen. Es dürfen nur keine Fehler vorhanden sein, die dem Bot das Parsen erschweren/unmöglich machen. Ansonsten ist richtig valides html also sogar leicht schädlich für das Ranking.
@Website Boosting: Sorry, aber das ist völliger Blödsinn. Valider Quellcode ist in der Regel nicht um einen Faktor länger, als das es den Suchmaschinen etwas ausmachen würde. Im Gegenteil, arbeitet man sauber und mit korrektem Syntax (und damit meine ich nicht, dass man WYSIWYG von Frontpage, Visual Studio, Dreamweaver, GoLive oder sonstiges verwendet sondern den Quellcode zumindest per Hand überarbeitet und kontrolliert) dann ist der Quellcode in der Regel sogar kürzer. Das mag daran liegen, dass immernoch viele grafischen Web-Editoren oder auch CMS- und Blogengines Attribute verwenden die zumindest als deprecated markiert sind. Oder schlimmstenfalls Tabellenkonstrukte oder haufenweise Inline-CSS um ein Layout zu bestimmen.
Eine sauber erstellte Seite hat im reinen Quellcode nur ein Minimum an Tags, die man in einer separaten CSS Datei dann anspricht, und ansonsten nur den reinen Text. Nicht nur, dass das der SEO zugute kommt, es minimiert auch die Fehler die man machen kann und eine Validierung fehlschlagen lassen. Ich habe schon mit den merkwürdigsten Contentmanagement Systemen gearbeitet und einige dutzend Websites per Hand erstellt – und in keinem der Fälle war der Quellcode “aufgebläht” mit Infos die für eine Validierung notwendig waren.
Das valides HTML oder auch XHTML zu einem schlechterem Ranking durch längeren Quellcode führen ist eindeutig ein urbaner Mythos – vermutlich von einem “Super-SEO-Kalle” erstmalig in die Welt gesetzt. Der Realität jedoch entspringt das nicht.
Gruß, Gordon
Sorry, dass ich mich einmische, aber weder sauberer noch unsauberer Code, weder separate CSS-Datei noch z. B. externes JavaScript haben überhaupt etwas mit dem Ranking zu tun. Diese gesamte Kiste ist ein Mythos und Hype, der viele Agenturen hat reich werden lassen. Für Platz 1 benötigt man absolut nichts davon. In keinem Bereich, in keiner Nische und bei keiner Suchmaschine. Selbst wenn der Code holprig ohne Ende ist und sowas von nicht valide, kommt man auf Platz 1, auch wenn 9 andere valide Seiten in der Top 10 stehen.
Ich kann das nur bestätigen, dass sich valides html negativ auf das Google Ranking auswirken kann. Hab leider in der Vergangenheit diese Erfahrung sammeln müssen. Aber wie sagt man so schön, aus Fehlern lernt man. Sollte man zumindestens.
Wie Wulffy schon sagte, valides HTML und Ranking haben normalerweise nicht groß miteinander zu tun. Das heißt aber im Umkehrschluss, dass eine valide Seite auch keinen Nachteil dadurch erhält. Eine blödere und dumm-dreistere Ausrede für die Unfähigkeit eines Webmasters validen Code zu erzeugen habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehört, sorry…
Just my two cents.
Ich möchte es mal etwas sanfter ausdrücken. Wenn eine Seite schlecht rankt bzw. abrutscht wird es sicher nicht am unvaliden / validen Code liegen.
was mein Verzeichnis mit dem absolut schrecklichen Quelltext beweist. Oder sollte ich aufräumen und erhalte dann als Dank einen PR6?
Muss ich mir mal überlegen
Traurig. Warum dauert es im Web nur immer einige wenige Beiträge lang, bis jemand andere, die er noch nicht mal kennt, als Blödmann bezeichnet? Hat das mit Pubertät zu tun? Die Argumente sind ebenso scharf formuliert wie vorgebracht: “DU bist blöd, daher muss ich selber super sein”. Respekt.
Ich kann es hier auch nur wiederholen. Valide rankt schlechter. Ich halte es auch gleichzeitig für vermessen, die Validität direkt mit dem Ranking in Verbindung zu bringen. Das macht keinen Sinn. Warum soll Google validen Code bevozugen. Der Besucher sieht den Inhalt, nicht den Code. Die Programmierer sehen aber nur den ganzen Tag Code und ich versehe, wenn sie sauer sind, dass G. die Arbeit nicht anerkennt. Es macht aber genauso wenig Sinn, nicht sauberen Code zu bevorzugen! Eine solche Belohnung für Schlamperei erscheint mir unsinnig.
Da einige Experten dieses Phänomen (valide rankt etwas schlechter) beobachet haben und es auch in einer Studie nachgewiesen wurde, muss es einen anderen, indirekten Zusammenhang geben. Einfach mal nachdenken, dann kommt man schon schnell selber drauf
So – jetzt schnell noch eine Antwort von einem Schlaumeier, dass das alles furchtbarer Blödsinn ist. Nur zu, das beruhigt das Ego – ich klink mich jetzt aus dem Thread aus.
Genau diese Art von sinnlosen Diskussionen hat dazu geführt, dass ich eigentlich keine Kommentare mehr abgebe. Für den ein oder anderen Thread erhalte ich aber noch Mails. Wie diesem.
Es ist doch einfach so: jeder hat Recht und die, die mit dem Kopf durch die Wand wollen, werden vor ihr stehen bleiben, aber von denen auf Platz 1 nicht gesehen können werden, weil dort ja eine Wand ist…
Wenn man Rankingfaktoren haargenau bewerten könnte, dann erst könnte man “messen”, wie viel Prozent valider Code ausmachen würde, WENN er etwas ausmachen würde. Wenn jemand feststellt, dass valider Code angeblich besser ranken würde, liegt es an anderen Faktoren, aber auch nicht daran, dass ein Link oder ein Tag höher im Quelltext steht. Das ist auch Humbuk. Wenn ich tausend Zeilen CSS und JavaScript in die Seite hineinsetze und danach erst den Text, kann die Seite genauso auf Platz 1 stehen wie eine, die direkt nach body mit h1 anfängt. etc.
Es gibt so viel Humbuk und so dermaßen viele, die darauf reingefallen sind und reinfallen, dass es gut ist, dass Google die Suche nicht auf 100 Positionen in den SERPs beschränkt, denn irgendjemand muss ja auch auf 150 stehen. Oder auf 429.
Ich möchte mich zunächst für meine etwas harrsche Wortwahl im letzten Kommentar entschuldigen. Das war unverhältnismäßig und kam wohl missverständlicherweise in den falschen Hals – das tut mir leid!
Aber gerne möchte ich meinen Standpunkt etwas sachlicher begründen, vielleicht kann man die Meinungen so annähern. Wollen mir mal für den Anfang annehmen, dass die Validität bzw. Nicht-Validität einer Webseite unerheblich für die Positionierung innerhalb der Suchmaschinen ist.
Wenn jetzt jemand eine “Studie” (oder auch einfach “Stichproben-Untersuchung”) macht könnte nimmt man dafür beispielsweise die ersten 100 Ergebnisseiten bei unterschiedlichen Keywörtern. Vermutlich wird man hier einen deutlichen Trend erkennen können: Die Seiten auf den oberen Plätzen haben meistens eine eher bescheidene Validität. Aber auch andere Sachen haben sie gemeinsam. So werden sie in der Regel zum gesuchten Keywort entsprechend relevante und gut aufbereitete Informationen bieten. Je nach Themengebiet gibt es hier auch einige Ballungszentren in Form großer Portale oder auch Communities. Diese Seiten sind also vermutlich aufgrund zweier Gründe in den Suchergebnissen weit oben: Guter, relevanter Inhalt – der auf der anderen Seite auch viele Besucher und ggf. Backlinks generiert.
Diese Seiten haben oft diverse CM-Systeme im Einsatz. Auch haben die meisten Redakteure in vielen Firmen zwar Ahnung von der Materie die sie in Texten & co. vermitteln, dafür aber umso weniger von der Technik die dafür verantwortlich ist das diese Infos auch weltweit auf einer Webseite gelesen werden können. Das und die Tatsache, dass alle gängigen Webbrowser eine Seite trotzt technisch-falscher Syntax dennoch korrekt anzeigen, veranlassen viele Unternehmen oder auch Einzelpersonen keine zusätzliche und in ihren Augen nicht unbedingt notwendige Arbeit in eine Optimierung der Technik zu stecken. Es funktioniert ja immerhin auch so.
Weiterhin lässt sich oft feststellen, dass kleinere Seiten oder auch technik-afine Privatpersonen mit dem Inhalt nicht ganz so sorgsam umgehen. Hier wird dann mit technischen Mitteln versucht am Ranking zu arbeiten ohne das Kernproblem – den Inhalt – in den Mittelpunkt zu stellen. Doch den Suchmaschinen ist wertvoller Content, verpackt in unsauberen Quellcode, bei weitem lieber als mittelmäßiger oder auch mieser Content, der lediglich mit elegantem und validen Quellcode vergoldet und poliert wurde.
Eine Suchmaschine hat das primäre Ziel, für den Besucher zu einem Suchbegriff relevante Seiten zu finden. Ob dieser Inhalt jetzt eine vollkommen unspektakuläre Textdatei auf einem kleinen Nischenserver ist oder multimedial aufbereiteter Content auf einer Serverfarm im Rechenzentrum eines Großunternehmens spielt dabei keine Rolle, da es wie gesagt um die Inhalte geht. Wichtig für eine gute SEO ist es, das die automatischen Dienste der Suchmaschinen alle Infos der Webseiten einfach und eindeutig identifizieren können. Von einigen Sonderfällen (weiß formatierter Text auf weißem Grund bsp.) abgesehen werden CSS, Javascript, eingebettete Videos & Grafiken, Kommentare und alles andere was nicht zwingend zur Informationserfassung notwendig ist schlichtweg ignoriert.
Es wäre Selbstmord für die Suchmaschinenbetreiber validen Content zu bevorzugen, da das nur sehr wenige Webmaster betreffen würde und dadurch wesentlich qualifiziertere Inhalte weitaus schlechter gefunden werden würden. Eine technisch einwandfreie Umsetzung ist zwar löblich, sagt aber nichts über die Inhalte aus. Im Umkehrschluss ist es aber ebenso unlogisch, invaliden Content besser zu platzieren und validen zu “bestrafen”. Denn auch wenn die Regel ist, dass informative Webseiten nur leider allzuoft von technischen Syntaxfehlern nur so strotzen, so sagt alleine das nichts über den eigentlichen Inhalt aus. Fehlerhaft präsentierter Content ist dadurch nicht von alleine besser.
Ob es jetzt einfacher ist oder nicht eine valide und technisch sauber strukurierte Seite zu indexieren oder nicht ist eigentlich zweitrangig. Es gibt soviele miese (=invalide) Seiten, dass Suchmaschinen es sich einfach nicht leisten können darauf Rücksicht zu nehmen. Alleine durch fähige Techniker kann man keine gute Redaktion ausgleichen – und ein informativer und sauber recherchierter Text ist für 95% der Webuser nun einmal wichtiger. Der Rest sind entweder Technikfreaks die sich in der Tat nur ärgern, dass sie mit ihrer Super-Validen Seite kaum gefunden werden und andere trotz 500 Fehlern auf Platz 1 stehen. Oder es sind die Mitmenschen, die aufgrund einer körperlichen Behinderung auf technische Hilfsmittel zum Erfassen der Inhalte angewiesen sind (wie bsp. Screenreader). Hier kann eine valide und saubere Auszeichnung des (dennoch guten!) Contents eine deutliche Erleichterung bieten.
Ich hoffe meine Aussage – auch wenn falsch formuliert – nun besser begründet zu haben und die Diskussion wieder auf ein friedliches Niveau bringen zu können. Niemand ist ein “Blödmann” weil er invaliden Code schreibt. Es ist meine Meinung, dass Validität für eine SEO völlig unerheblich ist; sowohl für eine positive wie auch eine schlechte Positionierung. Und ich halte es auch weiterhin für eine Ausrede, wenn man “absichtlich” invaliden Code ausgiebt, weil das eine bessere Positionierung bringen würde. Natürlich kann man Studien darüber machen, dass 75% der männlichen Spitzenschüler an unseren Schulen dunkelhaarig sind. Aber das bedeutet nicht, dass ein dunkelhaariger Junge automatisch gut in der Schule ist und ein blonder eher nur Durchschnitt. Hier versucht man Gründe für ein Ergebnis zu liefern, die damit überhaupt nicht korrelieren. Sie können Zufall sein oder eine eigene statistische Grundlage haben (bsp. das die meisten Männer dunkelhaarig sind). Dieser Fehlschluss, umgangssprachlich auch “Milchmädchenrechnung” genannt, ist natürlich offensichtlich und leicht zu erkennen. Aber nichts anderes ist es doch auch hier: Wenn man sich Webseiten unabhängig vom Thema, Inhalt oder Ranking anschaut wird man sehen können das die meisten einfach invalide sind. Das dennoch viele in den Top-Suchergebnissen sind ist für den Suchenden sehr erfreulich da er ja keinen Nachteil davon hat. Aber man darf daraus nicht den Umkehrschluss ziehen, dass sie gut sind wegen ihrer Invalidität. Was zählt ist der Inhalt. Nicht wie er (technisch) präsentiert wird.
Ich habe fertig
Schönen Gruß aus Mainz,
Gordon
Wer alles glaubt was Cutts den lieben langen Tag erzählt is selber Schuld.
Wo viele Seitenbewertungsseiten gerade sehr viel Wert auf einen guten Quelltext legen, verwundert mich die Aussage von Google etwas. Guter Quelltext wird als Qualitätsmerkmal angesehen und Google schert es angeblich einen Dreck …. hmmm … das glaub ich nicht ganz.
Hallo Matthias,
mich würde wundern, wenn Google eine, vom Inhalt her, Top Seite abstraft, weil der Quellcode nicht valide ist. Solange der Bot der Quellcode lesen kann und man nicht mit frames arbeitet, ist dieser Punkt sicherlich zu vernachlässigen.
Die Ladezeiten sollen den Pagerank beeinflussen? Das finde ich irgendwie unlogisch.
Schon möglich. Da Google die Ladezeiten einer Seite bewertet und deswegen eine Webseite gegenüber einer gleichwertigen Konkurrenzseite, die aber schneller lädt, schlechter ranken kann, wird auch das in den PR-Algo mit einfliessen.
Dass Google eine Seite wegen langsamen Ladezeiten schlechter rankt, ergibt einen Sinn, keine Frage.
Aber deswegen PR-Abwertung? Das ist so als wenn man jemandem den Autoführerschein entzieht, weil er nicht schwimmen kann
Naja, ich glaube nicht alleine deswegen, aber es wird sicher einer von vielen Faktoren sein, die in die PR Berechnung mit einfliessen…
wirklich sehr interessant – werd ich mir gleich mal bookmarken.
das mit den pressemitteilungen war mir neu. versteh nicht ganz, warum google denkt, dass für besucher unbrauchbar ist. durch pressemitteilunge bekomme – zumindest ich – einen sehr hohen traffik.