Marcus Pentzek (Psychic SEO) im Interview – Part 2

ESO-SEO Marcus PentzekManche von euch werden sich vielleicht noch an das allererste Interview im Jahre 2008 erinnern, welches Jonas mit Marcus Pentzek, dem „Psychic SEO“ geführt hatte. Nun lebt der sensitive Suchmaschinenoptimierer in China und hat vor kurzem die ESO-SEO-Toolbox veröffentlicht.

Diese Toolbox enthält unter anderem das Keyword-Orakel, einen Domain-Spamcheck, den Keyword-Kombinator und ein Tool zu Local Keywords. Alles auf den ersten Blick seltsam anmutende Werkzeuge.

Ich habe alle Tools ausprobiert und finde den Keyword-Kombinator, das Keyword-Orakel und den SEOrythmus wirklich interessant. Ich kann jedem nur empfehlen sich die ESO-SEO-Toolbox einmal anzuschauen und bitte nicht alles todernst nehmen 😉

Ich finde generell, dass es wichtig ist neben seinem standardmäßigen Vorgehen bei der Suchmaschinenoptimierung nicht den Blick für neue und weniger populäre Herangehensweisen zu verlieren. Gerade in einem sich schnell wandelnden Umfeld, welches ständigen Änderungen unterliegt kann es entscheidend sein, auch mal über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und offen für Neues zu sein. Vielleicht kann der ein oder andere ja eines der Tools für seine tägliche Arbeit gebrauchen.

Hallo Marcus, einige Leser werden dich vielleicht schon vom letzten Interview kennen. Stell dich doch bitte nochmals für die, die dich noch nicht kennen vor.

Hallo Simon, meinen Namen hast Du ja bereits genannt: ich bin Marcus Pentzek, auch bekannt als der „Psychic SEO“ durch den gleichnamigen Blog psychic-seo.de.

Ich bin seit gut zwei Jahrzehnten im Webdesign und eCommerce unterwegs, beschäftige mich allerdings erst seit ca. 8 Jahren mit Online-Marketing im weitesten Sinne und seit 2008 als SEO Consultant, zunächst bei einem jungen Unternehmen in Köln, später bei ABAKUS in Hannover. Dort übernahm ich auch kurze Zeit später das Projektmanagement für das hauseigene SEO-Tool SEO DIVER, welches ich noch heute für eines der besten Tools auf dem Markt – insbesondere für die professionelle Keyword-Recherche und Linkprofil-Analysen [halte]. Leider ein wenig verkannt, da wenig Werbung für das Tool gemacht wird.

Auf der Suche nach dem bösen „Panda“ von dem 2011 alle erzählt haben, hat es mich nach China, dem Heimatland der Pandas verschlagen. Als ich dann Anfang 2012 endlich dort war, haben die Leute sich auf einmal mehr für Pinguine als für Pandas interessiert. So war meine Mission also gleich zu Beginn schon vorbei.

Seit 2012 lebe ich also nun in Peking in China und arbeite für meinen Lebensunterhalt bei YOYBUY.com als Abteilungsleiter Marketing (und somit verantwortlich für das internationale Online Marketing und das Kundenservice Team). Die Firma ist zu 100% chinesisch und als ich vor 1,5 Jahren dort angefangen habe war ich der einzige „Ausländer“. Das ändert sich jetzt langsam 😉

Nebenbei versuche ich die mystischen Wurzeln Chinas zu ergründen, um neue Ansätze für die esoterische Suchmaschinenoptimierung zu entwickeln, die Ihr später auf meinem Blog nachlesen könnt 😉

Wie hat sich dein Blog psychic-seo.de in den mehr als 4 Jahren seit dem ersten Interview entwickelt?

In den vergangenen vier Jahren habe ich leider immer weniger gebloggt und außerdem den Blog für allerlei SEO-Versuche hergenommen. So habe ich neben magischen Metatags und Optimierung nach den Mondphasen auch mit Bookmark-Spam, Content-Spinning und automatisch übersetzten Content experimentiert, um zu sehen was denn (heute noch) funktioniert.
Naja, das hätte man wohl alles nicht auf einem Blog hätte tun sollen, der einem am Herzen liegt, was?! Irgendwann hat Google dann (nach längerer Ruhephase – also nach längerer Zeit ohne neue Beiträge) die Notbremse bei dem mittlerweile zu Google-unkonform gewordenen Blog gezogen und mir die Rankings und Besucher abgezogen.

Mittlerweile habe ich bereinigt was zu bereinigen war, viel Low-Quality Content entfernt und habe bereits begonnen wieder neue wertvolle Beiträge zu schreiben – nicht nur esoterisch – sondern auch für ganz konservative SEO-Interessierte (in letzter Zeit mit klarem Fokus auf professionelle Keywordrecherche & Tools).

Wie ist die Auswanderung nach China und dein Einstieg in das Arbeitsleben verlaufen. Was gefällt dir besser als in Deutschland und was vermisst du in deiner neuen Heimat am meisten?

Hehe, also meine Suche nach dem bösen Panda habe ich ja gleich zu Beginn aufgegeben (dem bösen Pinguin sei Dank) und habe nicht einmal den Pekinger Zoo besucht, um mir die friedlichen Verwandten anzusehen. Das werde ich sicherlich diesen Sommer mit meinem frischgeborenen Sohnemann und meiner Frau nachholen.

Das Arbeitsleben in einer rein chinesischen Firma ist schon sehr anders. Viele Dinge, vor allem im personaltechnischen Bereich, sind mir nicht nur fremd, sondern oft auch sehr seltsam anmutend. Aber die Kollegen sehen mir meine Verwirrung nach und zeigen viel Geduld mir zu erklären wie das denn in China so läuft.

Ganz toll in China ist auf jeden Fall das Essen. Wer immer nur in Deutschland beim Chinesen an der Ecke Hähnchen süßsauer gegessen hat, weiß nicht, was wirklich chinesische Küche ist! Hier gibt es so viele tolle leckere Gerichte – und keine Spur von Hund oder Katze 😉

An Deutschland vermisse ich vor allen Dingen meine Kollegen von Abakus, meine Familie (Eltern und Geschwister), die SEO-Events und das Bier!

An China nicht mag ich – den smog-grauen Himmel über Peking.

Weitere Erlebnisse und Erfahrungen, sowie Tipps zum Thema Auswandern nach China könnt ihr beim Durchstöbern seines Blogs nachlesen.

Inwiefern unterscheidet sich die Suchmaschinenoptimierung für chinesische Anbieter?

YOYBUY.com ist nun zwar eine chinesische Firma, aber unsere Zielgruppe ist eher nicht in China zu finden. Wir helfen Privatleuten und Wiederverkäufern aus aller Welt dabei in China auch kleinere Mengen Produkte einzukaufen.

Einen Unterschied, den ich trotzdem feststellen konnte zwischen Leuten, die sich in China als professionelle Suchmaschinenoptimierer bezeichnen und dem Beruf wie ich ihn aus Deutschland kenne:
Die SEO-Mitarbeiter, die in meiner Abteilung in China saßen als ich anfing waren vor allem damit beschäftigt schnelle und viele Inhalte in den Unternehmensblog zu packen (egal welcher Qualität – Hauptsache viel und oft) und andere Websites zuzuspammen, die „Do-it-yourself-Links“ ermöglichen (Bookmarks, Blogkommentare, Artikelverzeichnisse (gerne auch thematisch eingeschränkte Portale mit völlig themenfremden Beiträgen)). Sie konnten mir dabei auch leider nicht erklären warum sie das machen – sie haben halt gelernt, dass man das machen muss, um gut bei Google dazustehen.

Meine ersten Maßnahmen bestanden also darin dies alles zu stoppen und den Damen und Herren erst einmal SEO Workshops zu geben mit dem Ziel, dass sie beginnen zu verstehen was sie machen und auch in Zukunft anders arbeiten können (so dass ich mir Zeit schaffe, mich um andere Aspekte meines Jobs zu kümmern).

Ich habe gesehen, dass du bei einer Vielzahl von Blogs mitwirkst, wie schaffst du es dich um alle Projekte gleichzeitig zu kümmern oder hast du ein Hauptprojekt und betreibst die anderen Blogs nebenher, wenn du mal Zeit und Lust für neue Inhalte findest?

Genau Simon, alle Blogs kann man wirklich nicht auf einmal betreuen. Und ich bin jemand, der gerne die Herzblut-Projekte selbst mit Content befüllt, also eher keine Texte in Auftrag gibt.

Einen Hauptblog habe ich dabei nicht, aber einen groben Plan, dass ich alle X Monate für jede Seite etwas tun möchte/schreiben muss. Ansonsten schiebt sich immer eines der Projekte für 2-3 Monate in den Vordergrund, während andere ein wenig zurücktreten. Und diese natürlichen Vorder- und Hintergrundphasen werden wie Du schon ganz gut vermutet hast durch mein Leben bestimmt.

– Lerne ich derzeit mehr Chinesisch, schreibe ich meine Erfahrungen und Tipps dazu auf
– Reise ich mal wieder ein wenig – schreibe ich darüber und befülle den am ehesten passenden Blog
– Beschäftige ich mich mal wieder mehr mit SEO, dann wird einer der Blogs aus diesem Bereich mit neuen Themen bestückt

Aber ganz ehrlich: Das Wahre ist das nicht, wenn man die Seiten alle am Leben halten möchte.
Ich werde mir wohl über kurz oder lang tatsächlich mal einen Blog-übergreifenden Redaktionsplan für das Jahr schreiben müssen, um sicher zu gehen, dass auch alle regelmäßig neue Inhalte bekommen.

Hast du weitere Mitstreiter (Nachahmer) im Bereich der esoterischen Suchmaschinenoptimierung gefunden?

Nein, der ein oder andere SEO bedient sich zwar mal im esoterischen Bereich, wenn es um Begriffe geht „SEO-Magie“, „Keyword-Horoskop“, aber tatsächlich mit SEO-Beschwörungsformeln, Schutz-Metatags vor Blackhat-Magic-Angriffen oder „Feenecken“-Doorwaypages bin ich wohl immer noch der Einzige 😉

Ganz neu ist dabei jetzt, dass ich auch die erste magische SEO-Toolbox anbiete mit teils wirklich einzigartigen Werkezeugen, die kein SEO woanders findet. Teils recht esoterisch (Biorythmus für den Suchmaschinenoptimierer), teils spaßig (SEO-Orakel vom klingenden Berg) oder auch nützlich (Local SEO Keywordtool).

Das Besondere – für (fast) jedes der Tools habe ich einen Tool-Paten aus der SEO, Blogger- oder Webworker-Szene gefunden, die so den Besuchern da draußen zeigen, dass man sich die Tools wirklich mal ansehen sollte und nicht von vorneherein als Esoterik-Quatsch abtun sollte.

In Kürze wird es übrigens ein Toolbox Update geben – teils in Form neuer Daten (z.B. für das saisonale Keyword-Orakel) aber auch an neuen Tools (WDF-IDF wird dabei sein – natürlich Psychic SEO like ;-)).

Da deine kreative Sichtweise gut bei den meisten Lesern ankommt, möchtest du uns zum Schluss unzensiert etwas mitteilen?

Nehmt das Leben easy – verlasst Euch nicht auf SEO und Google-Traffic! (Das Thema ist zwar toll, spannend und macht viel Spaß – aber Google muss nur mal seine Stellschrauben ein wenig anpassen und es ranken gaaanz andere Seiten und Eure eben nicht mehr – und doch sind die Ergebnisse für die User noch toll! … Stichwort: Google Morpheine-Update)

Zum Abschluss möchte ich mich für das Interview bedanken und wünsch dir weiterhin viel Erfolg auf deinen beruflichen Weg und mit deinen nebenberuflichen Projekten. Aber ganz besonders wünsche ich dir viel Spaß und Glück in deinem neuen Job als Vater 😉

Bildquelle: Rosetta Stone

3 Kommentare

  1. Elisabeth April 10, 2013 1:40 pm 

    Sehr tolles Interview von Marcus Pentzek. EIngie andere Sichtweisen als ich selbst, aber genau das macht es doch aus: Schaut über den eigenen Tellerrand!!

  2. Susan April 18, 2013 7:35 pm 

    Wirklich tolles Interview! Und ich kann auch der Elisabeth beiwohnen: Schaut über den Tellerrand!

  3. Wann kommt teil 3 Juli 30, 2015 12:13 pm 

    Wann kommt Teil 3?

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