Mehr Traffic durch einen internationalen Blog erzielen

Mehr Traffic durch interantionalen BlogJeder Blogger kennt das: Immer wieder kommen einem spannende Themen für den eigenen deutschen Blog in den Sinn, die zwar sicherlich auch für ein internationales Publikum interessant wären, aber aufgrund der gewählten Sprache auf den deutschsprachigen Bereich beschränkt bleiben. Dabei sprechen viele Gründe dafür, die eigenen Webinhalte auch Leserinnen und Lesern außerhalb von Deutschland, der Schweiz und Österreich anzubieten.

Während einem Webseitenbetreiber oder Blogger bei der Auswahl der zu wählenden Fremdsprache keine Grenzen gesetzt sind, ist das Mittel der Wahl für den ersten Schritt in Richtung Internationalisierung meist eine Bereitstellung englischer Texte: Mit englischsprachigem Content werden nicht nur englische Muttersprachler angesprochen, sondern auch gleich alle anderen Menschen auf der Welt, die diese Sprache als Zweit-, Dritt- oder Fremdsprache erlernt haben. Eine größere potentielle Leserschaft kann man mit keiner anderen Sprache erreichen.

Die Vorteile fremdsprachiger Blogs

Der überzeugendste Aspekt, der einen englischen Blog lohnenswert macht, ist die nahezu unbegrenzte Möglichkeit, Traffic zu erzeugen. Verlässt ein Blog die deutsche Internetlandschaft und präsentiert sich im internationalen Web, so wächst das Netzwerk möglicher Leser, Blogpartner und Kunden um ein Vielfaches. Darüber hinaus dient eine Internationalisierung nicht nur der Steigerung des Bekanntheitsgrades, sondern strahlt auch eine überzeugende Kompetenz aus: Der angebotene Content ist nicht nur an Deutsche gerichtet, sondern hat das Potenzial, Menschen überall auf der Welt einen Mehrwert zu bieten.

Gerade auch dann, wenn ein Blog dazu genutzt werden soll, Profit zu erzielen, liegen die Vorteile einer internationalen Vernetzung auf der Hand. Unternehmen, die lokal agieren, können von diesem Umstand zwar nur bedingt profitieren. Aber die Reichweite ungebundener und international agierender Unternehmer wird um Einiges vergrößert und kann so den Zugang zu ganz neuen Geschäftsbeziehungen und –möglichkeiten eröffnen. Aus all diesen Vorteilen kann jedoch nur dann ein Nutzen gezogen werden, wenn dem Start des Blogs eine umfassende Planung und gute Vorbereitung vorausgeht.

Den Neubeginn wagen oder aus Altem Neues machen?

Die Grundlage und Erfolgsbasis eines jeden Blogs und eines jeden Portals ist sein Content – das gilt für englische Webseiten genauso wie für deutsche. Die erste grundlegende Frage ist demnach, woher der Webcontent des neuen Blogs kommen soll. So ist es möglich, entweder bestehenden Content (bspw. vom deutschen Blog) für den neuen Blog übersetzen zu lassen, oder komplett neuen Content in der Zielsprache zu beschaffen.

Wird ein internationaler Blog aufgesetzt, ist die zweite Option meist die sinnvollere. Eine 1:1-Umsetzung bestehenden Contents ist oft nicht zielführend: Andernfalls wird beispielsweise die deutsche Leserschaft die übersetzte Seite für uninteressant halten. Wenn die gleichen Inhalte zwar übersetzt, aber im Endeffekt doch nur aufgewärmt werden, gibt es keinen Grund für deutsche Leser, die neue Seite zu besuchen. Erwartet sie hingegen auf der neuen Seite neuer Content zum gewohnten Themenbereich, ist ein wichtiger Schritt beim initialen Aufbau einer Stammleserschaft schon geschafft, auf den dann weitere Schritte zum Ausbau folgen können.

Darüber hinaus ist eine Übersetzung oft sehr kostspielig. Wer ohnehin schon viel Geld in den Aufbau einer neuen Internetpräsenz investiert, hat wenig Interesse daran, auch noch kostspielige Übersetzungsservices in Anspruch zu nehmen. Wesentlich sinnvoller ist es daher, direkt Content in der Zielsprache zu erstellen oder zu beschaffen. Der generelle Aufbau und die Themen des „Mutterblogs“ können durchaus übernommen werden. Damit bei den Lesern keine Langeweile aufkommt, sollten die Texte jedoch nicht komplett mit den alten Inhalten übereinstimmen. Nun stellt sich dir Frage, wer diesen englischsprachigen Content erstellen soll. Hier muss vor allem auf eines gesetzt werden – Qualität! Englischsprachige Content-Anbieter stellen hier einen geeigneten Ansprechpartner dar. Wer es sich zutraut, kann den Content natürlich auch in Eigenregie verfassen, sollte dabei aber einige Fallstricke gerade für deutsche Schreiberlinge beachten.

Sprachliche und kulturelle Tücken

sprachliche tücken
„Andere Länder, andere Sitten“ – dieses Sprichwort bewahrheitet sich auch im Zusammenhang mit fremdsprachigen Internetseiten. Dies gilt für den englischen Sprachraum, aber besonders auch für andere Kulturkreise. Doch nicht nur die Sitten eines Landes können für einen deutschen Blogger zur Falle werden, sondern auch die Sprache selbst. Einer der am häufigsten begangenen Fehler ist es, Britisches und Amerikanisches Englisch innerhalb des Textes bzw. Blogs zu vermischen. Was einem ungeschulten Auge nicht weiter auffällt, stört Muttersprachler oftmals ungemein und sollte deswegen unbedingt vermieden werden. Welche Variante im Endeffekt verwendet wird, ist oft eine Geschmacksfrage. Fest steht aber, dass unabhängig von der Wahl stets nur eine Variante konsequent angewendet werden sollte. Ein weiterer möglicher Fallstrick ist die Verwendung pseudo-englischer, eingedeutschter Begriffe wie das Paradebeispiel „Public Viewing“: Während Karla und Klaus unter diesem Begriff das öffentliche Verfolgen von Großereignissen verstehen, denken Jill und Jack dabei eher an eine öffentliche Leichenbeschau bei Begräbnissen.

Entscheidet sich ein Blogger dafür, seinen Content übersetzen zu lassen, sollte keinesfalls auf maschinelle Übersetzungsprogramme vertraut werden. Gute Übersetzungen gibt es nur von geschulten Übersetzern – und das sind nun mal Menschen. Nur ein menschlicher Übersetzer, der im Idealfall Muttersprachler der Zielsprache ist, sich im betreffenden Kulturkreis auskennt und bestenfalls noch Fachkenntnisse mitbringt, kann einen deutschen Text wirklich zufriedenstellend übersetzen. Während wir in Deutschland mit Vorliebe über fehlgeschlagene Übersetzungen aus Asien lachen, laufen auch wir mit schlechtem Englisch Gefahr, im Ausland nicht ernst genommen zu werden. Wenn also bereits bestehende Webinhalte für einen internationalen Markt übersetzt und bereitgestellt werden sollen, lohnt es sich immer, in einen professionellen Übersetzungsservice zu investieren.

Ein englischer Blog ist keine eierlegende Wollmilchsau

Die Monetarisierung eines Blogs ist ein nicht immer sehr beliebtes, aber oftmals doch sehr wichtiges Thema. Während der Versuch, mit Blogs Geld zu verdienen, früher vielerorts als verpönt galt, hat sich die Philosophie mittlerweile geändert. Es ist gängige Praxis, mit einem Blog beispielsweise durch die Schaltung von Werbung oder die Veröffentlichung von Gastbeiträgen Profit zu erzielen. Denn wer finanziell nicht unabhängig ist, muss sich irgendwie anders behelfen – da bietet es sich an, wenn der Blog sich selbst finanziert. Notwendig ist dies, da vor allem bei einem gut besuchten Blog Kosten für den Traffic, den Server und die gemietete(n) Domain(s) anfallen. Auch ist es sinnvoll, gegebenenfalls Rücklagen für Abmahnungen oder Rechtberatung anzulegen.

Hier können sich einige Herausforderungen ergeben, die es bisher mit dem deutschen Blog nicht gab. Wird AdSense oder Amazon verwendet, kann in gewohnter Weise weiter gearbeitet werden, da beide Anbieter international tätig sind. Wenn aber andere Affiliateprogramme und –netzwerke genutzt werden sollen, müssen solche mit internationalen Plattformen gesucht werden, um diese zentral steuern zu können.

Auch Suchmaschinenoptimierung spielt hier eine Rolle. Unabhängig davon, ob die verwendeten Texte neu erstellt oder übersetzt wurden: Um eine gute Platzierung in den SERPs erzielen zu können (und somit gute Umsätze zu ermöglichen), müssen sie die aktuellen SEO-Ansprüche möglichst weitgehend erfüllen. Wenn auch die Suchalgorithmen durch die zahlreichen Google-Updates immer wieder überarbeitet werden, kann an Einzigartigkeit, Themenrelevanz und Aktualität als drei wichtige Rankingfaktoren stets festgehalten werden.

Der Linkaufbau einer Seite durch hochwertige Backlinks stellt einen weiteren relevanten Rankingfaktor dar. Da sich ein englischer Blog oftmals einer weitaus größeren Konkurrenz stellen muss, sind auch die Anforderungen bzgl. der Qualität und Quantität der Backlinks erheblich erhöht. Andererseits ergeben sich durch eine größere Konkurrenz aber auch deutlich mehr Möglichkeiten, sich Kooperationspartner und Backlinks zu sichern. Das vergrößerte Umfeld des Blogs erhöht somit zwar einerseits den Anspruch an das Linkbuilding, führt aber andererseits auch zu einer größeren Auswahl möglicher Handlungsstrategien.
Um einer Quelle möglicher Ranking-Probleme vorzubeugen, bietet es sich an, wenn der Server eines an ein amerikanisches Publikum gerichteten Blogs sich auch in den USA befindet. Da Google beim Ranking auch die IP-Adresse des Servers berücksichtigt, können dadurch aufkommende Schwierigkeiten schon von vornherein vermieden werden.

Fazit

Einen Blog für ein internationales Publikum bereitzustellen, eröffnet einem Blogger viele Möglichkeiten, den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern und international erfolgreich zu werden, stellt ihn jedoch auch vor eine große Herausforderung. Die Kernfrage ist dabei die der Contentbeschaffung: In den meisten Fällen bietet es sich an, Webinhalte direkt in der Zielsprache zu erstellen oder erstellen zu lassen, anstatt bestehende Texte zu übersetzen. Dabei müssen gerade Neulinge einige wichtige Herausforderungen im Hinterkopf behalten: Technische Details fallen dabei ebenso schwer ins gewicht wie die individuellen Voraussetzungen und kulturellen Unterschiede.

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Jens Thomas von der content.de AG

Bildmaterial: © Gerd Altmann / PIXELIO

12 Kommentare

  1. Oliver August 19, 2012 5:20 pm 

    Mehrsprachige Blogs lohnen sich meiner Meinung nach für Unternehmen die sich international präsentieren möchten.
    Wie im Artikel beschrieben sollte man bei den Übersetzungen nicht sparen. Empfehlen würde ich wenn man sich gleich nach der Suche nach einem Übersetzer macht. Sollte dies über eine Agentur laufen, wird dies sehr teuer. Vielleicht mit einem Aushang an der Uni.

  2. Leonie August 20, 2012 12:37 pm 

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine (deutsch – tschechisch) Übersetzung – die direkt vom Muttersprachler gemacht wird – günstiger ist! Damals suchte ich direkt auf tschechischen Seiten nach einem geeigneten Übersetzer, schrieb ihn an, sendete ihm den Text und innerhalb von zwei Tagen erhielt ich eine gut formulierte Übersetzung per Mail. Dieser Anbieter verlangte ca. 40% weniger als eine deutsche Agentur.

  3. Tanja September 3, 2012 11:22 am 

    Für einen Freizeit-Blogger ist ein mehrsprachiger Blog einfach zuviel Aufwand. Sicher ist es eine tolle Idee. Ich wollte mein Musikmagazin auch schon zweisprachig gestalten, habe aber schnell festgestellt, dass sich die deutsche Sprache letztendlich durchgesetzt hat.

  4. Eva September 4, 2012 1:11 pm 

    Ich denke auch, dass es sehr viel Aufwand ist und wenn das Englisch dann nicht perfekt ist, meiner Meinung nach auch etwas peinlich..

  5. Mama Melli September 11, 2012 2:54 pm 

    Ich denke, es ist besser sich auf eine Sprache zu fokussieren, besser etwas kleiner, dafür aber gut. Das bringt langfristig mehr, und der oder die Leser kommen wieder.
    Ausser man hat wirklich Mitarbeiter die die Sprache sehr gut beherrschen, dann ist es aber in der Regel auch kein privat-Projekt mehr.
    Wir haben einen Mütter-Blog und schreiben über Themen rund ums Baby und die Schwangerschaft, diese Themen ins englische zu übersetzen wäre ein riesen Aufwand, die Ressourcen setzen wir lieber in anderen Bereichen ein, was uns und unseren Lesern deutlich mehr bringt.

  6. Betty September 13, 2012 12:33 pm 

    Die Idee an sich ist nicht verkehrt, aber wirklich sehr aufwändig! Entweder man beherrscht 2 Sprachen und man hat viel Zeit für die Pflege oder man gibt sich einem Blog zufrieden… Denn ein Blog sollte auf jeden Fall regelmäßig gepflegt werden!

  7. Kathryn September 19, 2012 7:26 am 

    Yepp, ich sehe das genauso, für Unternehmen ist die Mehrsprachigkeit sicherlich relevant, für einen privaten Blog wird sich das kaum lohnen…

  8. Kati Oktober 18, 2012 2:40 pm 

    Hey,….

    also ich finde das gar nicht so schlecht, aber dazu sollte man auch eine „.com“ Domain haben und definitiv der englischen Sprache mächtig sein. Es gibt zwar auch die Option, per Übersetzer den Text bereitzustellen, allerdings wissen wir aus eigener Erfahrung, dass das nicht das ist, was man per Hand schreibt, also dann doch lieber zweisprachig.

    Gruß

  9. Lisa Oktober 28, 2012 9:02 pm 

    Ja,

    wer einen Englisch-/Deutschsprachigen Blog hat, hat nicht nur mehr Content, sondern kann auch mehr internationale Besucher anziehen. Dies benötigt natürlich eine hohe Bekanntheit.

  10. Detlev November 14, 2012 1:01 am 

    Hallo,

    wer einen Blog globaler gestalten möchte, muss schon von Haus aus eine gewisse Affinität zu den Fremdsprachen haben.
    Sollte jemand sich eher unsicher sein, diese Herausforderung zu meistern, dann würde ich sagen… Finger davon lassen.
    Darum Danke für diesen sehr hilfreichen Artikel.

  11. Belal November 25, 2012 5:54 pm 

    Wer einen guten Blog mit viel Content betreibt,
    sollte sich meiner Meinung nach schon Gedanken machen andere Sprachen zu probieren. Der Content ist ja schon da, der muss nurnoch übersetzt werden. Man sollte es probieren. Vielleicht etwas seperater um keine Besucher zu vergraulen.
    Wer sich in seinem Blog/Thema auskennt, muss sich keine sorgen machen.
    Grüße

  12. Mario Burgard Dezember 12, 2012 2:55 pm 

    Ich denke, dass es wirklich nicht so pauschal zu sagen ist. Ein internationaler Blog ist sicher auch abhängig von den Zielen und natürlich auch der Zielgruppe.
    Kommt eben immer auch auf das Thema an.

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