Gestern hat Microsoft-Gründer Bill Gates der journalistischen Öffentlichkeite einen neuen Prototypen der Forschungseinrichtung von Microsoft vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Art “digitales Whiteboard“, welches sich berührungssensitiv steuern lässt. Bei der sog. “Touchwall“, wie sie liebevoll von Bill Gates tituliert wird, handelt es sich um ein Multitouch-Panel, welches innerhalb des eigentlichen Produktionszyklus nur wenige hundert Dollar kosten soll.

Jeder kennt doch noch bestimmt die futuristisch anmutenden Filme alla Judge Dread, I Robot usw., in denen die öffentlichen Behörden, allen voran die Polizisten, vor einer Glasscheibe standen, mit der sie durch Handbewegungen in digitalen Akten herumstöbern und auf Internetinhalte zugreifen konnten. Diese Zukunftsmusik hält nun, nach Auffassung der Firma Microsoft, demnächst Einzug in die Konferenzräume großer Unternehmen, in die Räume von Institutuionen und, als PC Display, in das Wohnzimmer des “einfachen” Mannes.

Die Technologie, die sich hinter dem Display verbrigt wird von Microsoft als Surface bezeichnet und verbirgt im inneren der “Glasscheibe” eine vertikale Recheneinheit, welche die Handbewegungen auf dem Display nachvollzieht und gleichzeitig den Zugriff auf digitale Daten bereitstellt.

Während der abendlichen Präsentation vollführte der Microsoftgründer Bill Gates zahlreiche Gesten, die einen ersten Eindruck von der Funktionsvielfalt des Multitouch Displays ermöglichten. Ganz fehlerfrei verlief diese Präsentation des Prototyps natürlich nocht nicht und an gewissen Stellen ruckelt und hapert es noch mit der richtigen Umsetzung der Bewegungssteuerung. Nichts desto trotz öffnete, verschob, vergrößerte und verkleinerte Gates Daten und Dateien nur mit einzelnen Bewegungsabläufen seiner Hände und Arme. Es ist schon beeindruckend, wie evtl. in der Zukunft ein PC-bedient wird. Ein iPod Touch, nur diesmal eben viel größer.

Neben der beschriebenen Hardware wird eine Software namens “Plex” benötigt, welche derzeit ebenfalls noch in der Betaphase steckt. Als Betriebssystem kam bei der Vorführung des Microsoft-Gründers natürlich Windows Vista zum Einsatz.

Nun denkt ihr doch bestimmt, so neu sei doch die Erfindung eines berührungsempfindlichen Displays nicht, denn Microsoft selbst hat ja erst kürzlich eine Art Multitouch-Tisch vorgestellt, welcher mit der neuen Windows 7 Version veröffentlicht werden soll. Die Technik der TouchWall ist aber wesentlich einfacher als bei Microsofts Multitouch-Tisch und kann daher wirtschaftlicher und kostengünstiger produziert werden. Eine Multitouch-Tisch in der Größe einer Whitewall wäre vermutlich nach heutigem Technikstand unbezahlbar und nur für wenige große Firmen erschwinglich. Das System nutzt drei Infrarot-Laser, die eine Oberfläche abtasten. Eine Kamera registriert, wenn etwas den Infrarot-Teppich durchbricht und gibt diese Information an die Plex-Software weiter.
Damit ihr mal einen ersten Eindruck von der Funktionsweise dieser Touchwall erhaltet habe ich euch ein Video der Microsoft CEO Präsentation von Bill Gates in diesem Artikel verlinkt.

Das eigentliche Display der TouchWall besteht aus einer einfachen Plexiglass-Scheibe, hinter welcher eine Kamera positioniert ist. Die zuvor erwähnten Infrarot-Laser befinden sich am unteren Ende der Wand. Bei allen verwendeten Bauteilen handelt es sich um bereits heute frei und kostengünstig erhältliche Komponenten. Dies war den Microsoft entwicklern sehr wichtig, denn diesen vorgestellten Prototyp möchte der Redmonder Softwareriese, entgegen den anderen Projektstudien gleicher Art, weiterentwickeln und zur Marktreife bringen. Wann jedoch das gute Stück in den regalen der Händler auftauchen wird und wie es letzendlich “bestückt” sein wird kann selbst Bill Gates noch nicht verraten. Aber einen netten Ausblick in die vermeintliche Zukunft hat er uns wiedereinmal bescheert. Ich bin gespannt.


 


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