Negativ SEO immer präsenter – Meine Erfahrungen

Das erste mal so richtig beschäftigt hat mich das Thema anfang Januar diesen Jahres.  Damals machten die „unsportlichen Negativ-SEO Attacken“ auf den Zigarrenshop Noblego.de die Runde. Eine Klarstellung zum Angriff folgte einige Zeit später im AKM3 Blog.

Und was ist aus dem Negativ-SEO Vorzeigeprojekt Noblego.de geworden? Wenn ich heute in das SEO Tool meiner Wahl schaue, suche ich negative Auswirkungen vergebens, ganz im Gegenteil, die Sichtbarkeit steigt trotz Penguin & Co. Die getroffenen Gegemaßnahmen scheinen also gefruchtet zu haben oder/und Google war so klug, den Angriff zu erkennen.

Vor ca. einem Monat bekam ich dann einen Anruf von zwei dubiosen SEOs aus Südamerika via Skype. Man wollte mir Negativ SEO Pakete schmackhaft machen, die meine Mitbewerber regelrecht „zerstören“ und komplett aus dem Index kegeln würden. Kein billiger Spam, hier wären richtige Profis am Werk. Nachdem ich mir Webpräsenz der „Schwarzhüte“ mit den angepriesenen Angeboten näher angeschaut hatte (und dort überraschenderweise im Impressum eine in SEO-Kreisen bekannte deutsche Expertin entdecken musste) war ich doch schon leicht verbittert und habe das Angebot natürlich dankend abgelehnt. Ähnlich erging es meinem ehmaligen Co-Blogger Christian.

Nach dem Anruf kam ich wirklich kurz ins Grübeln. Die Leute kennen dich und sie haben dir ein Angebot gemacht, das du nicht hättest ablehnen dürfen. *Arg* was wird nun aus meinen Projekten?!

…Unfug 😉 Ich wollte mich eigentlich garnicht großartig mit dem Thema beschäftigen, solche vorgehensweisen verabscheue ich einfach, damit habe ich nichts am Hut. Ein bisschen Google ärgern ist Ok, aber Konkurrenten aktiv schädigen ist absolut Tabu. Trotzdem hat mich das Thema heute morgen wieder eingeholt. Da erreichte mich folgende Mail eines Bloggonaut.net Besuchers:

Hi Jonas
Darf ich eine kleine Bitte an dich richten?
Am XX.XX.XXXX habe ich unter oben aufgeführten Blog einen längeren Kommentar hinterlasen (XXX)
Bitte lösche doch diesen Kommentar wieder.

Ich habe zur Zeit ein Riesenproblem mit jemanden der mit mir aktives „Negativ-Seo“ betreibt. Meine Seo-Visibility ist im Febr. von sehr hoch praktisch auf Null abgesackt und zwar in erster Linie mit dem Keyword „XXX“. Da erscheinen auch verschiedene Blogbeiträge unter meinem Namen oder Links in Pornoseiten, welche ich nie plaziert habe.

Irgend jemand hat mir über 28000 (!) billige Links verpasst ( event. ein lieber Konkurrent) und in einem andern Verzeichnis noch 5000 weitere dazu. Eine Riesenschweinerei.
Zwar wurden von diesen 28000 kurz danach 23.000 auf ebenso mysteriöse Weise wieder entfernt ( keine Ahnung von wem) doch Google hat meine Seo-Visibilty bisher nicht wieder erhöht. 12 Jahre pickelharte Aufbauarbeit werden so quasi über Nacht zunichte gemacht.Nun versuche ich irgendwie Schadenbegrenzung zu betreiben.
Also bitte lösche doch meinen Beitrag wieder. Vielen herzlichen Dank dafür.
LG. XXX

Der Bitte bin ich natürlich nachgekommen, doch wo soll das alles hinführen?! Ich betreibe einige Projekte und manche in einem Umfeld mit ebenbürtigen Mitbewerbern, die teilweise aus der SEO-Szene stammen. Da liegt es nahe, dass der eine oder andere zu solchen Mitteln greifen könnte.

Angst um meine Projekte habe ich aber nicht wirklich, dann müsste ich mir einen neuen Job suchen. Trotzdem holt einen das Thema immer wieder ein und was bleibt, ist ein übler Nachgeschmack.

Was meint ihr, wie würdet ihr bei einem Angriff auf eure Seite vorgehen? Seid ihr vielleicht schon einmal mit Links „zugespammt“ worden? Und was haltet ihr generell von dem Thema?

15 Kommentare

  1. Steven Juni 14, 2013 11:36 am 

    Der Fall „Noblego“ war wohl ehr eine der am besten angelegten „Marketing“ Aktionen des letzten Jahres, als dass es eine reelle „Negative-SEO“ Attacke war … 😉

  2. Jonas Juni 14, 2013 12:03 pm 

    Da scheiden sich die Geister. Die Aktion hätte ja auch genauso gut nach hinten losgehen können. Sowas würde ich als Shopbetreiber sicherlich nicht in Auftrag geben 😉

  3. P Juni 14, 2013 2:07 pm 

    @steve
    Ohh nein. Als Direktbetroffener weiss ich das nur zu gut. Ich bin nicht dafür, dass man solchen Leuten für ihr Tun einen „Persilschein“ ausstellt und dies für die Opfer sogar noch als „werbefördernder Effekt“ hinstellt. Wer so etwas tut, betreibt juristisch nichts anderes als Wirtschaftskriminalität und macht sich strafbar. Dies hat weder mit einem „Kavaliersdelikt“ noch mit einem „Lausbubenstreich“ was zu tun.
    Hier versucht man unbeliebte Konkurrenten eiskalt zu erledigen und wirtschaftlich zu schädigen. Al Capone erledigte das früher auf seine Weise. Heute sind es Neider und „Cyberkriminelle“ welche diesen Part am Computer übernehmen. In der Anonymität meist sehr stark, Wenn man ihnen jedoch persönlich begegnet, meist klein, nichtssagend und komplexbehaftet.
    Ich mache ich dir als Geschädigter jedoch gerne einen Vorschlag. Du übernimmst für mich in den nächsten 12 Jahren die Kosten für „Google-Adwords und den Ausfall meines monatlichen Einkommens und dann frage ich dich nach dieser Zeit gerne erneut um deine Meinung.
    (smile)

  4. Timo Juni 15, 2013 5:55 pm 

    Sowas ist natürlich immer eine Schweinerei. Ein Projekt von mir ist auch betroffen, auch wenn es eine sehr einfach zu durchschauende Attacke war, da ich den Verursacher direkt erkennen konnte. Dieser hat dann von mir eine schöne 301-Weiterleitung mit allen seinen Spamlinks bekommen :=)

    Aber das ist leider nicht in jedem Fall so einfach, bei vielen Attacken weiß man nicht, wer dahinter steht. Und je nach Thema der Webseite ist die Konkurrenz echt nicht zimperlich.

  5. Alex Juni 18, 2013 8:21 am 

    Krass. Ich habe mich an sich nie mit SEO oder eben auch Negativ-SEO (war mir bis zu diesem Artikel noch nicht einmal bekannt) auseinandergesetzt. Seit dem Pinguin Update versuche aber auch ich Google ein bisschen besser zu verstehen, doch bin ich da noch nicht wirklich weiter.
    Naja, meine Freude am Bloggen wird es nicht nehmen können. Aber unfair und fies sind solche negativ SEO Attacken dann schon. Traurig…

  6. Matthiaz Juni 20, 2013 8:22 pm 

    Zum Glück gibt es ja das Disalov Tool von Google wenigstens ein Schritt um das ganze einzudämmen

  7. nasenfahrrad24 Juni 23, 2013 10:42 pm 

    Erschreckend!
    Dass so etwas überhaupt möglich ist, ist schon wirklich krass.
    Ich hoffe, meine Projekte werden nie betroffen sein!

    DANKE für den wissenswerten Beitrag!

  8. Mario Juli 1, 2013 10:09 am 

    Krasse Geschichte, die zeigt, so wirklich sicher ist man ja nicht. Eigentlich ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis man selbst betroffen ist. Ich hoffe bei mir dauert es noch seine Zeit.

  9. Faruk Juli 9, 2013 7:40 pm 

    Erstaunlich finde ich, wie sich plötzich SEO-Agenturen melden, wenn ich in Blogs Kommentare hinterlasse. Das kann kein Zufall sein. Leider gehören solche Sachen zu dem täglichen Internet-Geschäft und zum Glück sind schwarze Schafe in der Minderheit…

  10. Bastian Juli 23, 2013 1:18 pm 

    Umso erfolgreicher man selber wird, umso mehr Neider werden kommen, und versuchen, die Konkurrenz nieder zu mähen um ihren Stellenwert einzunehmen. So ist es schon immer und überall und so wird es auch leider immer weiter gehen…

  11. Roger November 29, 2013 10:24 pm 

    Hallo Jonas,

    die Musik dazu ist super 😉

    Ich finde das allerdings echo schon übel, das Negativ-SEO inzwischen scheinbar so massentauglich ist, dass man auch „einfache“ Blogs (mehr oder weniger non-profit) dazu anschreibt. Ich hoffe nur das Google so etwas genau so schnell erkennt wie unnatürlichen Backlinkaufbau und dann aber kategorisiert, dass es nicht von seinem selbst sondern von einem Konkurrenten kommt. Wie weit Google damit schon ist, schwer abzuschätzen. Allerdings traue ich denen da schon einiges zu.

    Viele Grüße
    Roger

  12. Markus Dezember 4, 2013 8:26 am 

    Dass ist ja echt krass dass manche zu solchenMaßnahmen greifen. Interresant wäre es ob es dafür von Google geeignete Gegenmaßnahmen gibt.

  13. Marko Dezember 8, 2013 5:55 pm 

    Ist jetzt eigentlich abschließend geklärt, was hinter der „Noblego“ steckte – also Marketing oder ein tatsächlicher Angriff??

  14. chat August 12, 2015 8:03 am 

    Umso erfolgreicher man selber wird, umso mehr Neider werden kommen, und versuchen, die Konkurrenz nieder zu mähen um ihren Stellenwert einzunehmen. So ist es schon immer und überall und so wird es auch leider immer weiter gehen…

  15. Ihor Harasymiv April 3, 2017 2:00 pm 

    Unlauter Wettbewerb ist leider in jeder Branche anzutreffen, wir als SEO Agentur SEOOWL haben schon 2 solche Aufträge abgelehnt und halten uns an die Anstandsregel und sammeln Karma Punkte)

Schreibe einen Kommentar