21.07.2010 | Autor: Jonas
Hmm.. also der Blog schaut aus wie vorher!?
Stimmt, naja, fast wie vorher. Die wichtigsten Änderungen fanden auch unter der Haube statt. Wie bei einem zufälligen Performancetest herauskam, war mein Blog rein rechnerisch gesehen nämlich eine ziemlich lahme Ente. Da half auch nicht, dass die gefühlte Geschwindkeit weit höher lag als die ermittelten Werte. Wenn Google in den Webmastertools mit Ladezeitenangaben von bis zu 15 Sekunden herumnörgelt, dann sollte das einem schon zu denken geben. Da also etwas getan werden musste und mir solche Bastelaufgaben liegen, wurde kurzerhand “Projekt:Bloggonaut.net optimieren” ins Leben gerufen, welches mir die letzten Tage einiges an Nerven gekostet, aber auch viel Spass bereitet hat.
Toll, aber was hat sich denn nun geändert?
Momentchen. Als erstes möchte ich euch den obligatorischen Vorher – Nachher Vergleich präsentieren:
Vorher

Nachher

Page load time (Ladezeit der Webseite): von durchschnittlich 8-9Sek. auf ca. 3Sek. > 63% Optimiert!
Total page size (Größe der Webseite): von 550kb auf 218kb > 60% Optimiert!
Requests (Anfragen an den Webserver): Rückgang von 80 auf 36 > 55% Optimiert!
Der Aufwand hat sich also wirklich gelohnt. Die Werte, wenn auch nicht perfekt, sind sehr zufriendestellend und auch die gefühlte Ladezeit hat sich deutlich verbessert. Einzig die externen Dienste wie Facebook, Buttons, Werbeanzeigen und diverser Google-Code lassen die Werte nicht über die 90% Marke steigen. Da ich auf einige Gimmicks nicht verzichten möchte, ist mir das aber egal. Mit den Werten kann man ganz gut leben
Die Optimierungsmaßnahmen
1. Themencode ausmisten
Als erstes habe ich mein Theme komplett entschlackt. Viele Themes sind mit Adminoptionen und überflüssigen Code ausgestattet, welcher die Theme Dateien nur unnötig aufbläht. Man braucht den Google Analytics Code nicht über Dashboard Optionen eines Themes einfügen, der kommt einfach direkt in die Footer.php Datei. Unnötige Javascriptspielerein wurden komplett entsorgt und wenn man nicht darauf verzichten kann, sollten Sie zumindest in den Footer.
Als nächstes wurden 3 CSS Datein zu einer verschmolzen (vorher mit dem csscruncher Tool optimieren!) und einige Imagedateien zu 2 Sprites zusammengefasst. Hier hilft das Onlinetool SpriteMe.
2.Überflüssige Widgets und Plugins entfernen
Ein Plugin für Google Analytics ist ebenso überflüssig wie die Dashboard Option eines Themes. Zur Spambekämpfung läuft nur noch das ressourcenschonende und trotzdem effiziente Antispam Bee. Akismet + Matheaufgabe sind Vergangenheit. In der Sidebar habe ich einige Buttons und externen Code entfernt, da die Dienste öfters für längere Ladezeiten sorgten, wenn die Webseiten der Betreiber nicht erreichbar waren. Viele Plugins und Widgets lassen sich außerdem mit WordPress internen Themen-Tags ersetzen.
3. Leverage browser caching, expire headers und ETags
Fragt mich nicht wozu das alles gut ist. Auf jeden Fall habe ich jetzt einiges an Code in die .htaccess Datei gepackt, damit Teile der Webseite auf die eigene Festplatte zwischengespeichert werden und nicht jedesmal alles aus dem Netz geladen werden muss. Mehr Infos und den passenden Code findet man zum Beispiel hier.
4. Datenbank aufräumen
Die Vorgehensweise habe ich ausführlich im vorherigen Blogartikel beschrieben.
5. Cache Plugin
Ein Cache-Plugin setze ich nicht ein, halte es auch nur für nötig, wenn man auf performancebremsende Dienste nicht verzichten kann, oder ein sehr hohes Besucheraufkommen hat. Wer sich trotz aller Optimierungsmaßnahmen immernoch mit einem langsamen Seitenaufbau herumschlägt, sollte vielleicht mal über einen Wechsel des Hosters nachdenken
Tipp: all-inkl.com – habe seit Jahren keine Probleme und auch größere Besucheranstürme lassen den Server kalt.
Das war es eigentlich auch schon. Der Aufwand mit dem überarbeiten des Themes ist nicht zu unterschätzen und für HTML Anfänger keine leichte Aufgabe, alles andere ist für Blogger mit Performanceproblemen eigentlich relativ einfach umzusetzten.
1 Trackbacks/Pings
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Digital Life – Links des Tages vom 21.07.2010 » backlinks, blogger, Facebook, pharmaindustrie, ranking, rss chaos, studium » Digital Life ·
21.07.2010
[...] Pimp my Blog – Bloggonaut.net ausgemistet und optimiert Sicher auch für andere Blogbetreiber mal einen Versuch [...]







9 Kommentare
Schöner Artikel,
das lustige ist, dass der von dir angepriesen Provider All-Inkl bei mir genau der Grund war, warum ich meinen Blog komplett renoviert habe. Ich zitiere:
[...]
soeben mussten wir eine Nicht-Erreichbarkeit des Servers, welcher Ihren Account beherbergt, feststellen. Eine Prüfung dessen ergab, dass Ihr Account die Überlastung verursachte. Den Großteil der Performance die insgesamt allen auf diesem Server gehosteten Kunden zu Teil sein sollte benötigen allein Sie. Momentan ist so die Erreichbarkeit des gesamten Servers und aller sich darauf befindenden Accounts nicht nur gefährdet, sondern schlicht nicht mehr gegeben.
[...]
Und das bei weniger als 1000 Besuchern pro Tag
Aber nun läuft es wieder.
Im übrigen auch ein sehr gutes Tool ist http://tools.pingdom.com/. Dort wird einem auch angezeigt, was wielange lädt. Hat mir sehr geholfen.
Gruß
VM
mmhh hört sich so an, als wenn ein Script oder Plugin bei dir die Serverprobleme verursacht hat?
Bei mir hat mal ein Favicon Plugin nach einem Domainumzug eine Ladeschleife verursacht und dadurch den ganzen Server in die Knie gezwungen. Ist aber erst aufgefallen, nachdem ich beim Support angefragt hatte, warum mein Blog plötzlich nicht mehr erreichbar war
Das pingdom Tool ist auch klasse für einen kurzen Speedtest, zeigt nur leider nicht alle Probleme und die passenden Lösungsvorschläge an.
hihi ich habe laufend Probleme mit meinem Server… laufen zwei WP-Blogs mit >1000 Besuchern täglich drauf. Habe bei beiden Cache aktiviert und seitdem geht es wieder. Glück gehabt, sonst hätte mich der Hoster gekickt
und Google meint auch es geht
Aber deinen Beitrag finde ich ziemlich hilfreich, nur meine Seiten laden innerhalb von 3-5 Sekunden und das ist doch okay, also mir reicht es
Hehe, bist Du auch so All-Inkl verliebt? Was ich bei denen am meisten schätze ist der Telefon Support. Selten so was freundliches erlebt. Und das auch bei etwas aufwändigeren Anfragen.
@VM vielen Dank für das Pingdom Tool. Kannte ich noch gar nicht und hat mir direkt angenehme Ergebnisse beschert.
@Philipp
glaube, du brauchst da nichts unternehmen
@webwork
Ich kenne auch andere Hoster, aber keiner kommt an all-inkl ran. Nachtsupport per Mail > kompetente Antwort innerhalb Minuten + sehr hilfsbereit. Server laufen laufen seit eh und je stabil, günstige Preise und der Adminbereich lässt auch keine wünsche offen. Mehr brauch ich nicht
Kuck mal über den “Gefällt mir” Button, da wird aktuell gerade eine Fehlermeldung für die single.php ausgegeben.
Ansonsten bin ich auch mit all-inkl sehr zufrieden. Wie lange noch, das steht in den Sternen, denn WordPress entwickelt sich immer mehr zum Speicherfresser. Gerade wenn die Blogs größer werden, gut besucht sind, kann es schon mal zu Problemen kommen. Warten wir es einfach ab, bis uns mal eine solche eMail erreicht.
Ich habe übrigens auch kein Cache Plugin, cache aber manuell die ein oder anderen performancelastigen Bereiche, die mit mehrere Datenbankabfrage produzieren.
Ach ok, du meintest wohl den Yigg Button. Die Fehlermeldung kommt in letzter Zeit öfters vor, wenn Yigg.de nicht erreichbar ist. Irgendwann fliegt der auch noch raus, wenn das so weitergeht….
Ich hoffe ja das all-inkl ab und an mal seine Server “upgradet”, wäre ja sonst der Supergau wenn man dort WP nicht mehr zum laufen bekommen würde
…wahrscheinlich verschicken Sie dann Mails, das Blogartikel, älter als ein Jahr, automatisch vom Server glöscht werden, oder so
Ja, das war scheinbar Yigg. Aus der Fehlermeldung hatte ich es nicht so genau rausgelesen.
WP nicht mehr zum Laufen bringen ist mir schon mehrfach bei einigen Hostern (Kundenprojekte) passiert. Auch so, dass es gerade mal lief und so super langsam war, dass es nicht mehr erträglich ist.
Bei all-inkl geht es momentan noch recht gut, es wird aber ein Umdenken bezüglich Memory Limit seitens der Provider kommen müssen. Wer nur 32MB hat, wird 3.0 nicht mehr richtig zum laufen bekommen und auch die 64M die wir bei all-inkl haben sind nicht wirklich das gelbe vom Ei. Kuck mal hier Punkt 3 in der Checklist: http://codex.wordpress.org/User:Hakre/Technical_Installation
Bis vor kurzem wurden noch 32M empfohlen, jetzt sind es schon 256M… wer hat die schon?
Noch empfohlen, bald minimale Voraussetzung?! Ich hoffe die Hoster werden den Weg mitgehen. Wahrscheinlich bleiben Blogger mit günstigen Webpaketen bei Billighostern irgendwann ganz auf der Strecke…