Reconsideration Request – Meine Erfahrung mit dem Antrag auf Wiederaufnahme in den Google Index

Die Story

Wiederaufnahem in den Index prüfenEnde letzen Jahres übernahm ich ein vielversprechendes Webprojekt, um es auszubauen und weiterzuführen, weil der Vorbesitzer es aus beruflichen Gründen loshaben wollte. Das Projekt ist ein B2B Portal mit Stellenanzeigen, Firmenverzeichnis, Infos und Neuigkeiten aus der Branche und konnte zu der Zeit mit wirklich guten Platzierungen in den Google SERPS trumpfen, besaß viele organische Backlinks und einen PR3 und diverse Unterseiten PRs.

Auf dem Projekt wurden durch den Vorbesitzer aber auch seit längerem munter Links verkauft (um die 200,-/Mon.), ohne das Google je Wind davon bekommen hatte. Blauäuig wie ich war, dachte ich mir natürlich nicht viel dabei. Das wird auch weiterhin schiefgehen und die Links sollten erstmal bleiben wo Sie waren, denn so unkompliziert wie durch Linkverkauf, kommt man nicht jeden Tag an Einnahmen, waren meine Gedanken.

request reconsideration Antrag Ca. 2 Wochen  nach dem Transfer des Projekts  traf mich dann der Schlag. Der Pagerank war verschwunden! Nachdem ich alles abgecheckt hatte (Die Backlinks waren ja noch vorhanden), konnte es nur eins bedeutet: Google hat den Linkverkauf bemerkt. Ich weiss nicht genau wie, gehe aber stark davon aus, dass durch den Umzug und den damit verbundenen Wechsel des Servers oder durch das Abändern des Adsense- oder Analytic-Codes, vielleicht sogar durch den GMail Mailverkehr eine routinemäßige Prüfung stattgefunden hat und so die nicht wirklich versteckten Links aufgeflogen sind. (Das hat man nun davon, wenn man alles über Google laufen lässt!)

Unternommen habe ich erstmal nichts, da sich ja an den Rankings nichts geändert hatte. Ich war immer noch der Meinung: „Das wird schon wieder„. Auch mit dem PR Update zum Jahresende 2009 kam kein neuer grüner Balken hinzu und die Seite wurde langsam aber sicher in den SERPS nach unten durchgereicht. Was mich schlussendlich zum „Reconsideration Request“, also zum Antrag auf Wiederaufnahme in den Googleindex, geführt hat, waren die stätig fallenden Adsense Einnahmen auf bis zu 50% der Einnahmen vor dem Transfer, was ich mir einfach nicht mehr leisten konnte, denn Freundin und Kind müssen ja versorgt werden 😉

Schweren Herzens habe ich alle Links entfernt, den Antrag ausgefüllt, abgeschickt, gewartet und siehe da: Nach 5 Tagen schaue ich auf meine Seite und der Pagerank ist wieder da. So einfach kann es gehen. Einerseits schmerzt mich der Einnahmenverlust durch die Paid Links, andererseits ist mir dabei auch ein kleiner Stein vom Herzen gefallen, denn jetzt bin ich den ganzen Kram los und kann mit dem Projekt weiterarbeiten, ohne schlechtem Gewissen und eingebauter Bremse.

Facts zum Reconsideration Request

Der Antrag auf Wiederaufnahme in den Google Index dient dazu, Seiten, die gegen die Google Richtlinien verstoßen haben und bestraft wurden, erneut prüfen zu lassen. Oft kommt es sogar vor, das Webseiten ganz aus dem Index verbannt werden, sei es wegen Linkverkauf oder anstößigen Inhalten.

Um eine Seite erneut prüfen zu lassen, sollte man sich erstmal klar machen, warum die eigene Seite bestraft wurde. Ist der Grund gefunden und behoben, steht dem Ausfüllen und Abschicken des  „Request Reconsideration“ Formulars nichts mehr im Wege. Google prüft daraufhin nach eigenen Angaben die Seite manuell, was bis zu einigen Wochen dauern kann. Gibt es nichts mehr zu beanstanden, wird die Webseite wieder in den Index aufgenommen. Es lohnt sich also gerade bei starkem Ranking Verlust und auch wenn „nur“ der PR verschwunden ist (was viele Werbetreibende immernoch als Qualitätskriterium einer Webseite ansehen) diesen Antrag auszufüllen.

Vorgehen

Als erstes muss die betroffene Webseite in den Webmaster Tools hinzugefügt werden, falls Sie noch nicht eingetragen wurde. Das Formular für die Wiederaufnahme findet man dann in den Google Webmaster Tools auf der linken Seite unter dem Menüpunkt „Erneute Überpüfung der Webseite„. Die verlinkte Google Seite ist in englischer Sprache und das Formular sollte auch genau in dieser ausgefüllt werden. Im Formular gebt Ihr mit  wenigen aber aussagekräftigen Worten an, was zur Bestrafung geführt hat und was Ihr dagegen unternommen habt. Wenn die Seite überprüft wurde, erhält man zusätzlich eine Nachricht in den Google Webmaster Tools Loginbereich angezeigt. Leider gibt es keine individuelle Rückmeldung, sondern nur einen Standardtext, das die Seite überprüft wurde.

Google Tipps zum Reconsideration Request

10 Kommentare

  1. Baboon April 11, 2010 11:21 am 

    Naja das Verkaufen selbst ist ja noch nicht Verboten, man muss die Links dann eben als genau das Kennzeichnen und auf NoFollow setzen. Tut man dies, hat Google nicht wirklich etwas dagegen, die Frage ist halt, welchen Preis man dann noch für den Link erhält.
    Die zweite Frage ist dann natürlich, wie kann man auf anderen Weg die Einnahmeverluste wieder reinholen, aber ich glaube auch dafür findet man Wege die für Google noch legal sind, es ist halt nicht mehr ganz so leicht 😉

    Lieben Gruß
    Sven

  2. Christian April 11, 2010 12:00 pm 

    Seit wann bedeutet bitte einen PageRank Verlust auch ein Verlust im Ranking? Also das wäre mir ganz neu und da habe ich auch entsprechende andere Erfahrungen gemacht. Etwas wirr ist deine Geschichte schon, aber wenn es nach dem Reconsideration Request nun wieder aufwärts geht, scheinst du alles richtig gemacht zu haben. Auch wenn ich nicht daran glaube, dass für den Rankingverlust der Linkverkauf verantwortlich war 😉

  3. Jonas April 11, 2010 1:03 pm 

    @Sven

    leider interessiert sich niemand für „nofollow“ Links, wobei ich glaube, das auch diese einen gewissen Einfluss haben. Verluste müssen halt andersweitig kompensiert werden, mache mir da gerade Gedanken 😉

    @Christian

    mmhh.. Wirr? ja, mag schon sein 🙂 Das ein PR Verlust automatisch einen Rankingverlust mit sich zieht, ist natürlich nicht so und meine ich auch nicht behauptet zu haben. Die erste Zeit hat sich nach dem Wegfall des PRs auch nichts getan, aber wenn jede paar Wochen die Seite um einen Platz abrutscht, obwohl Sie vorher über Jahre! auf den vordersten Plätzen stand, die Konkurrenz total pennt und weit weiniger Backlinks aufweisen kann, wenn ich täglich neuen Content und News hinzufüge, dann Frage ich mich woran es sonst liegen könnte… Warum sollte bei einem Verstoß gegen Googles Regeln nur der PR entzogen werden? Viele behaupten es passiert sonst nichts, aber geschrieben steht es nirgends… würde gern noch weitere Erfahrungsberichte hören

  4. Crazy Girl April 11, 2010 5:33 pm 

    Erst mal Glückwunsch, das war genau die richtige Entscheidung. Weg mit den Links (oder nofollow drauf) und schon funzt es wieder.
    Die Idee mit der routinemäßigen Überprüfung durch die gesamten Wechsel finde ich nicht schlecht. Kann aber auch sein, dass Dich jemand angeschwärzt hat. Neider gibt es ja leider immer wieder.

    Aber Du hast mir gerade auch eine andere Frage, die ich mir heute gestellt habe beantwortet. Der PR Abstrafung folgt mit der Zeit auch eine Ranking Abstrafung wenn nichts getan wird. Danke, ich wußte nämlich nicht, wie es aktuell von Google gehandhabt wird.

    Ich war der Meinung das schon öfters so gesehen zu haben (erst PR Penalty, dann später -x Ranking penalty). Meine eigenen Erfahrungen liegen schon mehrere Jahre zurück und da war google noch wesentlich härter. Da gab es erst eine -50 penalty, dann innerhalb von 2 PR Updates den schönen 0er und dann eine -xxx penalty, also Ranking Fehlanzeige. Diese Domains blieben trotz allem in der maximalsten Strafe (2 Jahre).

  5. Bernd April 11, 2010 6:00 pm 

    Ich find es interessant, dass hier anscheinend mal wirklich die Ursache für eine „Abstrafung“ von Google gefunden wurde und Google nach Entfernen dieser Links wieder alles als „brav“ beurteilt hat. Meistens weiß man ja gar nicht, was nun wirklich die Ursache für PR Abstrafungen sind. Und so wie die Geschichte hier beschrieben ist scheint es ja doch so zu sein das der PR immer noch viel mit Ranking allgemein zu tun hat.

  6. Crazy Girl April 11, 2010 6:03 pm 

    @Bernd: Der Grund für eine PR0 Abstrafung ist eigentlich immer im Käufer/Verkäufer Bereich zu finden. Zumindest ist das meine Erfahrung bei allen Seiten, die ich bis dato diesbezüglich beobachtet habe. Es heißt noch lange nicht, dass es auch alle getan haben, aber es wurde ihnen vorgeworfen. Und nach einem Reconsideration Request (+ den ggf. notwendigigen Aktionen vorher auf der eigenen Seite) bekamen sie alle den PR wieder zurück 😉

  7. Jonas April 11, 2010 8:17 pm 

    Hi Tanja,

    habe deine 2 Kommentare mal zusammengeklebt 🙂

    Finde es interessant, das du ähnliche Erfahrungen gemacht hast. Auch wenn Christian anderer Meinung ist und im Abakus Forum oft etwas anderes behauptet wird, bin ich fest davon überzeugt, das eine PR Abstrafung auch einen Rankingverlust mit sich ziehen kann. Die Betonung liegt auf „kann“.

    @Bernd
    Du meinst sicher eine Abstufung von z.B. 5 auf 4 oder auch von 1 auf 0, was nichts ungewöhnliches ist. Sowas kommt öfters vor und ist keine Abstrafung in dem Sinne. Eine Abstrafung erkannt man am kompletten Verlust von meist mehreren PR Rängen hin zu 0, oder wenn die Seite komplett aus den SERPS verschwunden ist. Bei solchen Abstrafungen wissen die meisten Webmaster sehr genau, was Sie angestellt haben 😉

  8. Crazy Girl April 12, 2010 6:35 am 

    Du wirst bei den unterschiedlichen Themen immer wieder auf unterschiedliche Meinungen stoßen. Der Grund dafür ist auch, dass es unterschieliche Erfahrungen gibt und auch viele meinen sich „SEO“ nennen zu müssen, aber nicht wirklich eine Ahnung haben (davon gibt es leider mehr als einem lieb sein kann).

    Außerdem gibt es auch sehr viele unterschieliche Penalties (Abstrafungen), die ich persönlich auch gerne abgeschwächt „Filter“ nenne. Denn im Grunde sind sie nix anderes als Filter, die auf die Domain/Seiten/Keywords gesetzt werden, um „etwas“ abzuschwächen.

    Bei der PR0 Penalty muss man zusätzlich auch noch berücksichtigen, dass neue Domains grundsätzlich PR0 haben und es auch viele Domains gibt, die ausschließlich nur über PR0 Backlinks verfügen und so aus dem mathematischen Algorythmus heraus gar nichts anderes als einen PR0 erhalten können. Diese haben natürlich keine Penalty.

    Ansonsten bin ich aber der Meinung (und habe es auch schon oft genug so gesehen), dass die PR0 Penalty (meist wird im PR Update davor erst etwas zurückgeschraubt und erst im zweiten Schritt erscheint der PR0), die häufig zwischen den normalen Updates auftritt, also außerhalb der Reihe, ein Warnschuß vor den Bug ist. Wer nicht reagiert, wird nach einem bestimmten Zeitraum auch eine ranking-penalty hinnehmen müssen.

    Das ist dann sozusagen der nächste Schuß vor den Bug, Google will einem damit einfach nur sagen „Tu was, Du verstößt gegen unserer Richtlinien und hast es immer noch nicht verstanden“. Denn viele reagieren wie Du es im Artikel beschrieben hast. „Hab ja keine Probleme im Ranking, also muss ich auch nix tun“. Wie schwer diese einzelnen Filter greifen ist natürlich nicht vorauszusagen und dürfte auch extrem unterschiedlich sein, ich denke das kommt auch darauf an, wen man wie und wo verlinkt. Vergleiche es mit der „bad neighbourhood“, je nachdem wie hoch der „bad rank“ ist, den die von Dir verlinkten Seiten haben, desto leichter oder schwerer erwischt es Dich 😉

  9. Jonas April 12, 2010 10:09 am 

    Deine Thesen sind recht einleuchtend, denke auch das es so sein könnte. Google ist halt nicht ganz so einfach gestrickt. Gerade in der SEO Branche glänzen viele durch Halbwissen und verbreiten dementsprechend Halbwarheiten. Hier ist es immernoch am besten, Dinge auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu sammeln.

  10. Crazy Girl April 12, 2010 12:37 pm 

    Das ist eigentlich genau das, was ich damit sagen wollte 😉
    Google ist ganz und gar nicht einfach, es gibt so viele unterschiedliche penalties und auch Abstufungen, dass man weder einfach nur „weiß“ noch „schwarz“ sagen kann, es sind auch sämtliche möglichen Graustufen dazwischen vorhanden. Und das sind nicht wenige 😉

Schreibe einen Kommentar