Suchmaschinen - Bild bei dANCE-pHOTOS.deExterne Rankingfaktoren, welche ich innerhalb des Blogs das ein oder andere Mal für Google oder Yahoo angesprochen habe, sind relativ leicht zu manipulieren und werden zukünftig immer mehr an Bedeutung verlieren. Der eigentliche Inhalt einer Seite (engl. Content) wird dagegen bei der Webseitenbeurteilung in Form von Suchmaschinenplatzierungen (SERPS) an Bedeutung gewinnen und ein entscheidender Faktor für den Erfolg einer Suchmaschinenoptimierung werden.

Bereits heute sind die meisten Suchmaschinenbetreiber, allen voran Google, dazu übergegangen, den Inhalt einer Seite und insbesondere den enthaltenen Text genauestens auf dessen Relevanz zu analysieren. Wo hingegen es früher noch gereicht hatte, das jeweilige Keyword einige Male zu erwähnen, spielen mittlerweile auch andere Faktoren eine große Rolle bezüglich der Indexierung und Bewertung einer Webseite.
Das Stichwort hierzu lautet, einige werden es bereits in der Überschrift erkannt haben, Latent Semantische Optimierung bzw. LSO. Diese Art der Suchmaschinenoptimierung beruht auf der von Google verwendeten Indexierungsmethode LSI (Latent Semantische Indexierung), welche einen Text in Bezug auf das Vorkommen von mit dem Suchwort in Beziehung stehenden Begriffen analysiert und bewertet.

Durch eine semantische Optimierung wird versucht diese Begriffe zu ermitteln und in dem Seiteninhalt zu platzieren, so dass man den Content noch themenrelevanter und suchmaschinenfreundlicher gestalten kann.
Inwieweit die Latent Semantische Indexierung bereits in Google implementiert ist, lässt sich nur schwer beurteilen. Zahlreiche von Google angebotene Dienste lassen jedoch den Schluss zu, dass der Algorithmus bereits jetzt die Beziehung zwischen Begriffen relativ gut erkennen kann.

Wichtigstes Kriterium bei einer solchen “Beziehungs-Indizierungsmethode” dürften sog. Synonymkomplexe sein, welche im Allgemeinen bedeutungsgleiche Wörter beinhalten. Ein prägnantes Beispiel für ein Synonym ist zum Beispiel “Hopfenkaltschale” für das gebräuchliche Wort “Bier”. Das Gegenteil von Synonymen sind Antonyme, also Bedeutungsgegensätze. (Beispiel: “heiß” und “kalt”) Bezüglich der LSO, also der semantischen Suchmaschinenoptimierung dürfte es durchaus von Interesse sein, dass sowohl Antonyme als auch Synonyme aus der gleichen Wortklasse stammen.

Obwohl gerade die Verwendung von Antonymen die thematische und vor allem stililstische Bandbreite eines Textes besonders gut erweitern, dürfte der Algorithmus der Suchmaschine Google zumindest zur Zeit noch Schwierigkeiten besitzen, gegensätzliche “Wortpaare” zu erkennen. Für die Optimierung eines Textes bedeutet dies wiederum, dass man unter heutigen Gesichtspunkten zumindest noch eher ähnliche als gegensätzliche Begriffe verwenden sollte.

Neben den synonym bzw. antonym verwendeten Wortbeziehungen, ist das Vorhandensein von so genannter Hyponyme bzw. Hyperonyme von kontextualer Bedeutung. Hyperonyme sind, zumindest laut meinem Germanistikprof, Oberbegriffe für einzelne Wörter, Hyponyme hingegen die Unterbegriffe. (Ich dachte nicht, dass ich einmal die germanistische Metasprache für mein Hobby “SEO” gebrauchen könnte). Gerade Google erkennt diese Beziehung besonders gut. Dies lässt sich z.B. an den alternativen Suchvorschlägen erkennen. Ein Teil dieser alternativen Suchvorschläge sind Hyponymien, d.h. dem eigentlich Suchwort untergeordnete Begriffe. Beispiel hierfür ist das Suchwort “party” , druch welches man alternative Suchvorschläge wie “Partyideen” “Partyrezepte” usw. erhält.
Ob der Google Algorithmus aber tatsächlich das Phänomen der Wortbeziehungen beherrscht ist jedoch bis dato immer noch fraglich. Natürlich könnten die verwandten Suchvorschläge auch rein auf der statistischen Auswertung von Suchanfragen beruhen, die Google per Datenbanksynchronisation bei Suchanfragen auswertet. Im Klartext hieße dies, dass Google die Topsuchworte bzw Phrasen bezüglich des Suchbegriffes als Alternativen ausgibt.

Für die LSO bedeutet dies, dass man bei der Findung dieser `intuitiv´ in Beziehung stehenden Begriffe kaum ein Tool zur Rate ziehen kann. Vielmehr muss man die Gewohnheiten der Suchenden nachvollziehen können.

Zusammenfassend ist LSO also (leider) doch nicht das Erkennen möglicher Algorithmen und Sprachanalysen, welche Begriffe syntaktisch oder semantisch miteinander in Beziehung setzen, sondern die Adaption und frühzeitige Erkennung der Suchgewohnheiten.

Bildmaterial: ©dance-photos.de / pixelio.de


 


Ähnliche Beiträge: