Tag Clouds = Keyword Stuffing?

Es soll ja mal Zeiten gegeben haben – also als das Bloggen so richtig in Mode kam – da waren Tag Clouds „hipp“, genauso wie Blogrolls, Pingbacks und eben alles was neu war und dazu gehörte. Gibt es für letztgenannte Blogfeatures auch heute noch eine gewisse Daseinsberechtigung, so sehe ich für Tag Clouds eher schwarz.

tag cloudJetzt mal ganz unter uns, wann habt ihr eigentlich das letzte mal einer Blog Tag Cloud Beachtung geschenkt oder sogar ein verlinktes Tag angeklickt? Keine Ahnung? Ewig her??! So sieht es jedenfalls bei mir aus. In Wirklichkeit interessiert sich heute keine Sau (bzw. kein Besucher) mehr für Tag Clouds. Doch warum findet man immer noch auf jedem zweiten Blog so ein Gebilde aus der Vergangenheit? Meiner Meinung nach gibt es dafür folgende Gründe:

  • Es gehört einfach zu einem Blog dazu
  • Als Lückenfüller
  • SEO Maßnahme

Der erste Punkt ist sicherlich so nicht richtig, denn zu einem Blog gehören lesenswerte Artikel, der Rest ist nur Beiwerk und so kommen wir zum zweiten Punkten, der wahrscheinlich auf die meisten Blogs zutrifft (mein altes Design eingeschlossen). *Grübel* „Was packe ich nur in meine Sidebar? Ah ok, Werbung, die letzten Kommentare, Partnerlinks und tja, na klar, eine Tag Cloud natürlich, am besten schön vollgestopft, damit es nicht so leer ausschaut„. Für den Punkt habe ich Verständnis, denn so habe ich es immer gehandhabt ;-). Beim dritten Punkt bin ich hingegen vorsichtig geworden, denn Tag Clouds schaden der Suchmaschinenoptimierung eher als das sie etwas nützen. Dabei ist die Erkenntnis nicht neu und erst recht nicht von mir.

Matt Cutts zum Thema „Tag Clouds und Keyword Stuffing“

Wer also Wert darauf legt seinen Blog möglichst Suchmaschinenfreundlich zu gestalten, sollte sich überlegen, ob eine Tag Cloud wirklich nötig ist bzw. ob die vorhandene nicht mit nützlicherem Content ersetzt werden kann. Wie Matt bereits angedeutet hat, kann eine überfüllte Tag Cloud von Google als Keyword Stuffing interpretiert werden. Klar, so eine Wolke ist ja auch nicht mehr als eine Auflistung von verlinkten Keywords – Keyword Stuffing in der Sidebar sozusagen. Dazu kommt, dass der Pagerank auf die Tagseiten fliesst und eure Artikel von Google weniger Beachtung finden als gewünscht.

Mein Tipp

Wer nicht auf Tag Wolken verzichten möchte, sollte die Zahl der verlinkten Keywords zumindest niedrig halten und nicht mehr als 10-20 Tags anzeigen lassen. Zusätzlich sollten die Tagseiten, genauso wie Archivseiten auf „Noindex, Follow“ gesetzt werden. Am besten fahrt ihr aber ganz ohne Tag Clouds, denn mehr als ein Lückenfüller ist so eine selten hübsch anzusehende Keyword Ansammlung schon lange nicht mehr.

33 Kommentare

  1. Regina Juni 5, 2012 11:11 am 

    Gilt die Einordnung als Keyword Stuffing nur für TagClouds an der Sidebar oder für sämtliche Tags, die man je unter einen Blogpost gesetzt hat ?

    Ich habe einen Blog ohne TagClouds, vergebe aber gelegentlich Tags für einen Post.

  2. Jonas Juni 5, 2012 11:21 am 

    Hey Regina, 100 Tags pro Artikel vergeben bitte vermeiden, ansonsten kein Problem 😉

  3. Marcel Juni 5, 2012 11:41 am 

    Hallo Jonas,
    wieder ein guter Post, nur leider muss ich dir wiedersprechen. Eine Tag-Cloud hilft wirklich gut beim SEO, denn wenn eine Tag-Wolke auf der Startseite ist, geht die volle Linkpower durch alle Tags, die in er Cloud stehen und verlinkt sind. Diese Linkpower lässt sich natürlich etwas umlenken, denn je größer die einzelnen Tags geschrieben sind (wurden häufiger als Tag für Artikel genutzt), desto mehr Platz nehem die ja auch in der Cloud selber ein und desto mehr Linkpower können die aufnhemen.

    Ich habe es selbst schon gesehen, dass sämtliche Tag-Seiten einiger meiner Blogs enorm gepusht wurden, nachdem ich sie gezielt in der Cloud größer darstellen lassen habe.

  4. Mario Juni 5, 2012 1:40 pm 

    Oha, vielen Dank. Habe ich doch vor zwei Wochen überhaupt das allererst mal die Tag-Cloud eingesetzt.

    Ich kann aber auch gut darauf verzichten. Habs tatsächlich so gemacht, wie du hier schreibst: Gehört halt ein einen Blog und muss rein.

    Kommt aber wieder raus.

  5. Roby Juni 5, 2012 1:54 pm 

    Wieso nofollow? Das ist doch Blödsinn.

  6. Simon Juni 5, 2012 2:04 pm 

    Bitte auf keinen Fall noindex, nofollow verwenden! Andernfalls geben die Seiten keinen Linkjuice weiter.
    noindex, follow wären hier die richtigen Meta-Robots-Angaben.

  7. Sebastian Juni 5, 2012 2:08 pm 

    Ich halte die Anlinkung von wichtigen Tag-Seiten – in Form einer Tag-Cloud oder auch einfach als Liste in der Sidebar – sowohl für die Nutzer als auch aus SEO-Gründen für sinnvoll.
    Wichtig bei der Verwendung einer automatischen Tag-Cloud ist jedoch, dass die Anzahl der Tags pro Artikel nicht zu groß ist.
    Vor allem bei Verwendung von Synonymen ist Vorsicht geboten: Für jedes Tag wird eine Tag-Seite angelegt. Diese Seiten enthalten dann häufig gleiche Artikellisten und damit jede Menge Duplicate Content.

  8. Sebastian Juni 5, 2012 5:08 pm 

    Wie es der Zufall so will habe ich gestern meine gesamten Tags rausgeworfen und die Tag-Cloud gelöscht. Ich glaube, daß für kleine Blogs eine gute interne Artikel-zu-Artikel Verlinkung sinnvoller ist. Alternativ kann man auch „Top-Artikel“ oder Ähnliches machen.

  9. Jonas Juni 5, 2012 9:13 pm 

    @Marcel Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es dir um das Pushen von Tagseiten, was ich ja wiederum vermeiden möchte, damit die Artikel stärker gepusht werden. Ausserdem hatte ich früher meine Tagseiten im Index, aber die Rankings konnte man eher unter „ferner liefen“ einordnen…

    @Simon Bitte etwas konkreter werden 😉

    @Robby Mmmm.. die Seiten sollen ja auch kein Linkjuice weitergeben. Der Saft sollte möglichst direkt und nicht über Umwege verteilt und geschwächt auf den Artikeln landen. Also z.b. ausschliesslich durch die Navi oder Kategorieseiten. Falls das Unsinn ist, bitte um eine kurze Erklärung, am besten mit Linknachweis, dann wird der Abschnitt korrigiert. Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass es für Artikelrankings ohne Tag Cloud besser laufen kann…

  10. Konrad Juni 5, 2012 9:23 pm 

    „Zusätzlich sollten die Tagseiten, genauso wie Archivseiten auf “Noindex, Nofollow” gesetzt werden, damit der eh der eh schon falsch geleitete “Linkjuice” dort nicht gänzlich “verpufft”.“

    Sorry aber dem muss ich zu 110% widersprechen.

    Tag-Seiten ROCKEN für SEO und Noindex,nofollow ist komplett falsch, wenn schon Noindex,Follow. Denn der Linkjuice „verpufft“ erst dann, wenn ich interne Links auf eine Seite setze, aber diese Seite keinen Linkjuice „vererben“ darf.

    Man muss Tags natürlich sinnvoll einsetzen und Tagclouds in der Sidebar sind wirklich recht sinnlos.

  11. Jonas Juni 5, 2012 9:47 pm 

    @Konrad in erster Linie ging es mir auch um Tagclouds in der Sidebar und das Pushen der Artikel. Wenn Tags andersweitig eingesetzt werden, lässt sich da sicherlich etwas mit anstellen und wer Tagseiten ranken lassen möchte, geht die Sache natürlich auch anders an.

    Nagut, man lernt ja nie aus 😉 hab mich jetzt mal Schlau gemacht und den Abschnitt korrigiert. Hier ein ausführlicher Artikel zum Thema „noindex, nofollow“: http://techlunatic.com/2011/04/noindex-nofollow-for-categories-and-tags-pages/

  12. Mike Juni 7, 2012 2:42 am 

    Ich wollte eigentlich einen längeren Kommentar dalassen, aber nun muß ich schon wieder weg, das Bier ist alle. Denke, das ist ein guter Grund.
    Die Tag-Wolke kann man einsetzen, das macht keinen großen Unterschied zu einer Seite ohne Wolke.
    Nur kurz: Bei meinen Tests habe ich nun auch festgestellt, dass es wohl das Beste ist, einfach alles aufzumachen. Dann fließt das Link-Bier, das viele Insider auch als Linkjuice bezeichnen, am besten.

  13. Tanja Juni 7, 2012 7:24 am 

    Ich habe mich von Tagclouds schon vor sehr langer Zeit getrennt. Mittlerweile gehe ich auch oft dazu über mich komplett von Tags zu trennen. Ranking mit Tags ist nach meiner jahrelangen Erfahrung eh nur schwer dauerhaft möglich. Da schreibe ich für das entsprechende Key lieber einen schönen Artikel. Das klappt in der Regel wesentlich besser.

    Ranking mit Tags kann zwar funktionieren, wird aber in der Regel nicht lange vorhalten, da irgendwann Google die Zügel anzieht. Die wollen ja vermeiden, dass man mit automatisiert erstelltem Content (eine Tagseite ist nichts anderes) rankt. Zudem sind Tagseiten nicht wirklich das, was die Besucher lange hält. Kurze Verweildauer ist da recht logisch. Und das zieht, auf die Zeit gesehen, das Ranking von Tag-Seiten nach unten.

  14. Jonas Juni 8, 2012 9:50 am 

    @Tanja So siehts aus 🙂

  15. Willi Juni 18, 2012 4:57 pm 

    Bin mit mehreren Websites wegen dieser Clouds abgemahnt worden vom Webmaster Google, bis ich erst mal draufkam, habe jetzt alle Tagclouds entfernt, im nachhinein ist man immer schlauer

  16. Max Juni 19, 2012 12:45 pm 

    Ich achte da schon immer drauf – allerdings mehr aus Sicht eines SEOs bzw. Webmasters. Da interessiert mich schon, was die zentralen Themen der website sind. Aber was die seo-tauglichkeit anbelangt, bin ich auch der Meinung, dass das heute keinen (positiven) Effekt mehr haben dürfte…

  17. Thobi Juni 21, 2012 2:59 pm 

    Ich benutzte in meinem Blog eine Tag Cloud anstelle von Kategorien. Wenn man jedoch Kategorien benutzt, dann sollte man auf keinen Fall eine Tag Cloud einsetzen. Matt Cutts sagt ja so ziehmlich alles in diesem Video. Letztlich ist es. -auch wenn es kein Keyword Stuffing ist, trotzdem eine Verschwendung, nicht nötig und kein Gewinn. Und aus User Sicht ist eine Tag Cloud ab zehn Keywords dann wirklich kaum noch nützlich.

  18. Michael Juni 28, 2012 2:48 pm 

    @Thobi: eine tag cloud an Stelle von Kategorien?! Usability lässt grüßen. Meiner Meinung nach bietet sone cload weder seo-technisch einen Vorteil, noch wird sie von Kunden häufig genutzt. Im gegenteil: man vermüllt sich seinen freien Platz mit wenig zielführenden Blickfängern.

  19. David Juli 1, 2012 12:51 pm 

    Ich finde den Ansatz interessant. Ich verzichte sowieso gerne auf viele Tags, denn ein Tag mit einem Artikel dazu, bringt erstmal überhaupt nichts.

    Ich setze allerdings, je nach Ziel, die Kategorien auf „index, follow“. Maximal verwende ich 6 Kategorien (Keyword), schreibe eine kleine ca 100 – 150 Wörter lange Beschreibung, und gebe diese auf der Kategorieseite auch aus. Sie dient als Unique Content, als meta Description und zeigt mir automatisch die dazugehörigen Artikel an. So kann ich ganz einfach meine Kategorien pushen (Backlinks etc) und bekomme einen guten Juice auf die Artikel. Funktioniert prima!

  20. Maxi Juli 1, 2012 4:03 pm 

    Ich mag auch keine Tagclouds. Wie sieht es mit Listen aus, die 5 – 10 Links entahlten, also eine Art Liste auf der Startseite, um auf die wichtigsen Seiten zu verlinken?

    Ist das eine Tagcloud für Google?

  21. Jonas Juli 9, 2012 7:32 am 

    Nein, eine Liste mit Links zu wichtigen Seiten ist keine Tag-Cloud 🙂

  22. Josef Juli 12, 2012 6:46 am 

    Hallo,

    bei einem etwas älteren Projekt habe ich dieses Wölkchen nicht drinnen. Allerdings habe ich zwei neue Blogs gestartet und dort habe ich diese schon drin, weil es gut aussieht. Ich denke, dass es wenig ausmacht ob dies nun da oder nicht da ist.

    freundliche Grüße
    Josef

  23. Gerald Juli 12, 2012 9:50 pm 

    Die Tag Cloud, wie sie im Artikelbild gezeigt wird, ist natürlich gräuslich. Allerdings finde ich Tag Clouds gar nicht so schlecht, weil ich als neuer Besucher eines Blogs gleich sehe, wo die Schwerpunkte liegen.

    Auf meinem Blog habe ich allerdings auch keine Tag Cloud mehr, da ich schon öfter gehört habe, dass sie niemand mehr nutzt.

    Grüße, Gerald

  24. Astrid Radtke Juli 13, 2012 2:47 pm 

    So, nachdem ich jetzt den Artikel gelesen und die Kommentare quergelesen habe, bin ich zunächst mal verwirrt. Denn es spricht wohl auch einiges für eine Tag-Cloud. Meine Tag-Cloud steht am Rand und verweist wirklich auf die Artikel, mit bestimmten Schwerpunkten.

    Mal sehen! Sie gefällt mir auch nicht mehr so sehr, weil manche Wörter schon sehr groß dargestellt sind.

    Aber dann auch keine Tags und Keyword seien ja wohl auch irrelevant. Ich habe zwar gute Text, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das wirklich allein ausreicht, um gut gefunden zu werden.

  25. Andre Kramer August 9, 2012 11:53 am 

    Ich verwende pro Artikel immer so 10-12 Tags und bin ganz zufrieden mit den Ergebnissen. Wichtig ist natürlich auch das der Content stimmt.

  26. Marcel August 10, 2012 8:10 am 

    Also die Verwendung von Tags halte ich für sehr sinnvoll und auch wichtig, um ein gutes Ranking zu erhalten, trotzdem ist die Qualität des Textes natürlich wichtiger. Ganz gut ist, wenn die Begriffe aus den Tags auch in der Überschrift oder im Text vorkommen. Tags, die nicht im Text vorkommen, halte ich für eher sinnlos. Daraus ergibt sich, dass man selbst für längere Texte nur wenig Tags verwendet. Eine Tag-Cloud sollte, wenn überhaupt eher dezent verwendet und gestaltet werden.
    Also wenige Begriffe und schlichte Farben und Schriftgrößen und eine dezente Platzierung rechts oder links in der Sidebar.

  27. Kathryn August 11, 2012 4:07 pm 

    Bei den meisten Webseite nutze ich auch keine Tag Cloud mehr, meiner Meinung nach schaden diese nicht nur dem Ranking, sondern sind auch überflüssig.

  28. Astrid Radtke August 11, 2012 6:44 pm 

    Ich denke die Cloud kann auch durchaus einen Zweck erfüllen. Es kommt immer drauf an, was man damit erreichen möchte. Wenn der Leser meines Blogs z. B. in erster Linie etwas über Büroorganisation wissen möchte, ist ihm die Cloud eine Hilfe, denn er weiß, das steht schon einiges.

    Wenn Artikel weniger in Beziehung zu einander stehen, kann man sich die Cloud sicher sparen.

  29. Stefan August 12, 2012 12:31 pm 

    Ich habe die Tag cloud auch aus der sidebar verbannt. Am besten ist es für jeden blogger die in-Page Analyse von analytics zu nutzen und zu prüfen wie oft darauf geklickt wird.

  30. Carsten Weddig September 4, 2012 10:12 am 

    Ich glaube die großen Klickzeiten der Tag Wolken sind vorbei.
    Das größte Problem bei Tag-Clouds ist ja neben dem DC der dadurch geschaffen wird, auch die Verschwendung des internen Linkjuce. Das gleiche gillt natürlich für Kategorien und Zeit-Archive. Ausnahme dürfte meiner Meinung nach sein die jeweiligen Seiten noch mit eigenem Content zusätzlich anzureichen um den DC Effekt etwas zu verwässern.

  31. Sam Oktober 17, 2012 12:26 pm 

    Ich kann mich dir nur anschließen. Die Tag-Cloud hab ich auch aus meinem Blog geschmissen, da ich sie wirklich nie beachte. Oder nie beachtet habe. Ich denke es geht anderen damit genauso.

  32. INGENIUMDESIGN November 12, 2012 4:08 pm 

    da gebe ich Euch auch Recht, dass ich die „Tags“ gar nicht mehr beachte, bzw. auch nie bei mir ausgefüllt habe.
    Da finde ich solche Tools wie „Weitere ähnliche Artikel“ sinnvoller und tun dem SEO auch noch gut 😉

  33. Stefan Oktober 3, 2016 1:41 pm 

    Wie du schon angemerkt hast, sind Tag-Clouds höchstens noch „nette“ Lückenfüller. Tags verwende ich jedoch trotzdem sehr gerne (ich lasse sie am Ende des Beitrags anzeigen). Quasi als „ähnliche Artikel“ Alternative.

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