Handy Ortung - Bild bei Ingo AnstötzDas ganze soll, nach Angaben der Wissenschaftler von path intelligence, auch ohne Zutun von Provider oder Handybesitzer funktionieren, was bis dato auch schon erfolgreich in England innerhalb einer Feldstudie zur “Kundenanalyse” eingesetzt wurde.

“Erklärter Zweck der Übung ist die Ermittlung von Bewegungsprofilen, einerseits um festzustellen, wie oft ein Kunde im Laufe von Wochen und Monaten in bestimmten Läden auftaucht, andererseits anscheinend auch, um seine Bewegungen innerhalb eines Ladens auf wenige Meter genau nachzuvollziehen.”

Um den anstehenden Bedenken einzelner Datenschützer entgegen zu treteten verweist man natürlich direkt darauf, dass diese Technologie keineswegs persönliche Details über eine Person protokolliere und man damit nur den Kundenstrom und dessen Gewohnheiten analysieren möchte, um dann besser auf die “Kundenwünsche” zu reagieren.

Na klar. Die Technik, welche mich bis auf den Meter genau mit meiner SIM-Karte identifizieren kann und somit weiß, wann ich wo zu welcher Uhrezeit ein Condom kaufe, verwertet natürlich keine persönlichen Daten? Das machen die Analysten ja nur dem Kunden zu liebe, damit man besser seine Produkte findet. Gell Robert? Es ist doch was, wenn man ein Kaufhaus betritt und auf dem Handy leuchtet in roter Schrift, in welcher Etage ich denn der nächste paar Socken findet.
Oder welche Prepaid Tarife im Angebot sind. Nur von welcher Marke sind denn dann die Socken? Gitb es dann ähnlich den Produktplatzierungen in den Regalen auch “Lageplatzierungen” in den elektronischen Handykarten? Ich jedenfalls möchte nicht direkt beim Betreten von Kaufhof und Co. informiert werden, dass meine “Lieblingscondome” der Firma XY-Boy heute besonders günstig zu haben sind. Und auch der Prosecco, für die Flasche danach, wird mir freundlicher Weise als Produktinformation auf dem Display angepriesen. Gehts noch? Wen geht es denn etwas an?

Ist es nicht schon schlimm genug, dass man im Zeitalter von EC-Cash, Payback und Co. ein gläserner Kunde ist. Muss man sich jetzt noch ein Schild um den Glaskasten hängen auf dem in Leuchtschrift steht: “Zieht mir bitte das Geld aus der Tasche!” Nein, danke. Da verzichte ich gerne auf etwas Konsumkomfort und suche mir in alter Manier die Angebote selbst heraus.

Aber nun wieder zurück zum eigentlichen Thema;- die Handyortung ohne Einwilligung. Wie kann es denn sein, dass man einfach ohne zu Fragen gortet wird und die Daten dann auch noch dazu missbraucht werden um einem mehr Kohle aus der Tasche zu ziehen? Für die Analysten und Konsumforscher ist es bestimmt ein nützliches Werkzeug um neue Markttrends und Verkaufsstrategien zu entwicklen bzw zu entdecken. Aber was bringt es dem Kunden? Weniger Geld bei gleichzeitiger Shoppingerleichterung? Mag sein. Aber braucht man das wirklich?
Erst RFID, nun auch noch Handyortung im Kaufhaus. George Orwell wird doch noch recht behalten und wir können uns vor niemanden mehr verstecken. Privatsphäre, was ist denn das? Big Brother ich seh dich!

Bildmaterial: ©Ingo Anstötz / pixelio.de


 


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