Usability und frischer Content: SEO-Gedanken zum Thema Content

Suche Web 2.0 - Bild bei Andreas MorlokSteht man am Anfang seiner SEO-Karriere oder möchte sich, so wie ich, hobbymäßig mit diesem Thema auseinandersetzen kommt man nicht um das Lesen einschlägiger Webseiten und Magazine herum.  In diesen doch sehr unterschiedlich anmutenden „Printmedien“ finden sich jedoch nach genauer Recherche in letzter Zeit immer wieder die gleichen, langweiligen Ratschläge bezüglich des Themas „Webseiteninhalt“ (engl. Content) und „Benutzerfreundlichkeit“ (engl. Usability).  In fast allen dieser Veröffentlichungen ist die anscheinend moderne SEO-Weisheit: “ Eine Webseite sollte stets aktuellen Content bieten“ beheimatet.

Wirkliche SEO-Tipps?

Niemand geht dabei jedoch direkt ins Detail, wie man sich dieser Thematik annähern sollte. Web-Analysten und SEOs, die  auf ihren zahlreichen Webseiten diverse Problemlösungen und Optimierungsansätze versprechen wie man seinen Webseiten Inhalt möglichst aktuell hält geben keine mir als ausreichend erscheinende Begründung, warum man dies überhaupt machen sollte. Die einzige Antwort, die man auf diese Frage immer wieder findet ist folgende:

Suchmaschinenbots und Spider lieben aktuellen und einzigartigen Content und können gestohlene (copy&paste) Inahlte nicht leiden.

Nach diesen ganzen oberflächigen „Geheimtipps“ wird man dann eher alleine gelassen und muss selbst eine Antwort auf die Frage finden, wass denn eigentlich der „frische Inhalt“ darstellt. Wie definiere ich aktuellen Content? Kein SEO hat jemals beschrieben in welchen zeitabständen es nötig ist, seinen Webseiteninhalt zu erneuern bzw. zu aktualisieren. Ich glaube sie wissen es selbst nicht so genau und verweisen lapidar darauf: „Je häufiger, desto besser.“

Meine Meinugn zum Thema Content, Google und SEO

Suchmaschinen - Bild bei dANCE-pHOTOS.de

Im Zuge dessen muss ich jedoch hinufügen, dass Suchmaschinenspider wirklich Text lieben. Sie leben und gedeihen in ihm. Das Problem bei dem zuvor geschilderten Aussagen verschiedener SEOs bezüglich des Themas Content liegt meiner Ansicht nach in der Tatsache, das jede Webseite ihre eigene Dynamik an den Tag legt. Manchmal hat man kein Bedürfnis seine Inhalte auf der Webseite zu aktualisieren und ist mit den momentanen „Suchmaschinen“-Situationen zufrieden. Warum auch nicht?
Man hat zuvor evtl. zahlreiche SEO-Strategien angewendet, in seine Webseiten eingebaut und man kann ja wirklich nicht jeden Tag das Rad neu erfinden und neue Inhalte auf die Webseiten projezieren, wenn es einfach nichts weiter zu einer gewissen Thematik zu berichten gibt.

Auch erachte ich die „neue“ Suchmaschinenstrategie von Google, welche zunehmend nach frischen Content verlangt, nicht immer für sinnvoll und teilweise stellt diese auch eine Art Rückschritt dar. Momentan steckt hinter all dem ein kleines, „dreckiges“ Geheimnis.

Es gibt viele Seiten die keine signifikanten Inhaltsänderungen durchführen oder gar nur sehr wenig Text aufweisen. Trotzdem kann man ein paar dieser Webseiten auf den vorderen Rängen der Googlesuche wiederfinden. Keine Suchspider scheint sich um deren „abgelaufenen“ Content zu scheren. Und hier ist mein Erklärungsansatz für dieses Phänomen. Im Laufe der Zeit veränderte sich das Hauptaugenmerk der meisten SEOs von einer Off-Site-Strategie hinzu einer On-Site-Optimierung.

Ist eine Webseite bei den Internetbenutzern sehr beliebt und erhält dadurch viel Webtraffic wette ich mit euch, dass euer Inhalt nicht als „altbacken“ oder unaktuell bewertet wird.  Korrespondierend dazu sei angemerkt, dass eine Homepage die viele  Backlinks von relevanten Seiten aufweist, positiv seitens Google bewertet wird. Mehr zu diesem Thema entnehmt ihr bitte dem LinkBuilding-Artikel auf Bloggonaut.

Andersherum betrachtet; generiert eine Webseite nur im geringen Ausmaß Webtraffic und ist auch sonst nicht besonders „sichtbar“ im Internet (wenig Backlinks, kaum Google Trust usw.), dann werden natürlich auch die Google Rankings einer solchen Seite schlechter ausfallen, egal wie häufig deren Content aktualisiert wird.
Auch gibt es noch, wie ich bei einem meiner anderen Webprojekte festtellen musste einen weiteren Punkt hinsichtlich dieser Überlegungen. Falls man plötzlich den alten Inhalt einer Webseite komplett durch einen neuen ersetzt (auch Unterseiten usw.) kann es durchaus passieren, dass die aktualisierte Seite ihren PageRank für eine gewisse Zeit verliert. Vor allem, wenn man mit dem alten Content auch die alten Keywords entfernt. Klingt logisch, ist es auch.

Schlussüberlegung

Was lernen wir also daraus? Wieder einmal, wie so oft im Leben liegt die richtige Strategie meiner Ansicht nach in der Mitte. Verbesserungen am alten Inhalt und ein paar Änderungen hier und da sind meines erachtens nicht sondelich dienlich für eine Webseitenoptimierung an einer „älteren“ Webpage. Das additive Hinzufügen von Inhalten dagegen an die alten Contentabschnitte ist für mich eine bessere Option.
Aber dann steht man natürlich  einem neuen „Usability“-Dilemma gegenüber – wie kann man die ganzen wichtigen Informationen über dem neuen Inhalt aufrechterhalten wenn man endlosen Content produziert?

Was meint ihr? Liege ich mit meinen Gedanken und Ansichten falsch? Was haltet ihr von der Contentdebatte und den Google-Strategien?

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Bildmaterial: ©Andreas Morlok und ©dANCE-pHOTOS.de / pixelio.de

4 Kommentare

  1. Alphablogger Juli 6, 2008 4:09 pm 

    Ich denke ebenfalls, dass die Anzahl der Backlinks wichtiger ist (soll sich ja anscheinend ändern und der Inhalt soll im Vordergrund stehen) anstatt nur Content zu produzieren, was auf einem Blog sowieso gegeben ist. Bei Google werden anscheinend neue Blogs relativ gut gerankt zumindest habe ich das schon von mehreren Bloggern gehört. Bei mir ist die Anzahl der Spider die meine Seite durchleuchten eigentlich sehr hoch, denke ich zumindest. 😛

    Der Fehlerteufel hat sich eingeschlichen: „Inahlete, “dreckigies” Geheimnis, richtige Strategier“

    MfG Alphablogger

  2. Bloggonaut Juli 6, 2008 4:49 pm 

    Merci Alpha, habs ausgebessert.

    Ja, ich denke auch, das Google momentan zumindest Blogs sehr lieb hat. Wie sich das in Zukunft verhalten wird – bei all den ganzen Gutschein und Schnäppchenblogs – weiß keiner. Und eins mekrt man ja auch. Je häufiger man Content schreibt, desto häufiger kommt halt auch der Bot. Ob dies gut ist oder nicht, muss man selbst entscheiden.

    SEO-Maßnahmen sind ja niemals losgelöst voneinander, sondern eine Art Konvolut von Strategien. Eins muss zum andern passen. Links, Texte, HTML-Code, Inhalt, Grafiken uvm.

  3. MoneyManna Juli 6, 2008 5:37 pm 

    Gutschein- und Schnäppchenblogs ist ein wirklich gutes Stichwort. Ich finde davon gibt es schon viel zu viele und es werden immer mehr davon, weil sich gerade Neueinsteiger dadurch viel Traffic erhoffen. Somit gibt es in dieser Sparte fast nur noch Blogs, die den anderen so ähneln, dass der individuelle Touch verloren geht, was ich gerade bei Blogs schätze.

  4. UsualRedAnt Juli 6, 2008 11:23 pm 

    Wie Antwort auf die Frage, wie oft neuer Content fällig ist und wie man ihn präsentiert, ist als Ranking-Kriterium meiner Meinung nach überbewertet. Ich betreue sowohl Projekte, die von ihren alten, nur behutsam aktualisierten Inhalten profitieren; als auch solche, bei denen nur dann besuchermäßig etwas passiert, wenn inhaltlich etwas passiert 😉

    Es ist aber richtig, dass man mit einem radikalen Wechsel der Inhaltefrequenz die Suchmaschinen durcheinander bringt. Da kommt die Pagerank-Maschine schnell mal ins stottern. Mein Liebling ist MSN. Die indizieren vor Schreck auch gerne mal Seiten, die es garnicht gibt…

    Mit hanfigen Grüßen
    Steffen

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