Warum nicht einfach selbständig machen?

Der Weg in die Selbständigkeit ist steinig und oftmals rollen einem richtig große Brocken vor die Füße, die sich nur mit Mühe und Not überwinden lassen. Als selbständiger Webworker möchte ich behaupten, dass man es in dieser Hinsicht noch relativ einfach hat:

Gewerbeschein besorgen, alten Job kündigen und schon wird das Hobby zum Beruf. Arbeitsgeräte sind in den meisten Fällen der schon vorhandene PC und ein Internetzugang, sowie diverse Tools & Programme, die man sich einfach online bestellt oder (noch einfacher) kostenlos herunterlädt. Doch das wichtigste bei dem Job ist für kein Geld der Welt zu haben: Ideen, Einsatzwille, Erfahrungen und auch Kontakte.

Vorher Schlau machen

selbstaendig machenGanz so simpel ist es natürlich auch für Webworker nicht. Vor allem sollte man sich vorher mit dem Themen Buchhaltung, Finanzen und Steuern befassen, da hier wohl die meisten Gründer scheitern. Der Staat möchte auch seinen Teil vom Kuchen abhaben und wenn dann noch der Steuerprüfer vorbeischaut (meistens dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann), muss die Buchhaltung in einem 1A-Zustand vorzufinden sein.

Wer das nötige Kleingeld mitbringt, kann Buchhaltung und Steuerangelegenheiten aber auch komplett abgeben. Für alle, die nebenher nur 1-2 kleinere Projekt betreuen oder ab und zu eine Webseite für den Bekannten des Nachbarn erstellen, lohnt es sich natürlich nicht einen Buchhalter und/oder einen Steuerberater zu beauftragen. Übrigens: Sofern ihr die ersten Einnahmen generiert, heisst es: Gewerbe anmelden und die Einnahmen auf der Steuererklärung angeben. Wer, wie ich, außerdem gerne den Überblick über seine Finanzen und Vorgänge behalten möchte, erledigt den Papierkram einfach selbst.

Design, Suchmaschinenoptimierung oder Online-Marketing?

Als erstes sollte man sich natürlich im klaren sein, in welchem Bereich man sich selbständig machen möchte. Wer malerisch etwas auf dem Kasten hat und bereits Erfahrungen vorweisen kann, der könnte als Freelancer im Bereich Webdesign bzw. Grafikdesign einsteigen. Bist du aber kein Profi und deine Qualitäten nur mittelmäßig, sieht es eher schlecht aus, regelmässig neue Aufträge zu generieren. Hier sollte man sich schon von der Masse absetzen und mit Bestleistung punkten. Der Bereich Online-Marketing ist groß und umfasst SEO Dienstleistungen sowie Affiliate Marketing und das vermarkten von Werbeanzeigen auf Webseiten. Du kannst durch Affiliate- und Werbeeinnahmen mit deinen eigenen Webseiten wie z.B. mit einem Amazon-Affiliate-Shop wie diesem Vintage Mode Shop Voll-Vintage.de Geld verdienen, oder deine SEO Dienstleitungen in Foren und Facebook Gruppen anbieten. Auch hier gilt: Wenn du noch nichts auf dem Kasten hast, solltest du zuerst Erfahrungen sammeln, sonst kann die Selbständigkeit zum finanziellen Desater werden.

Die richtigen Tools

Wer die Verwaltung selbst in die Hand nehmen möchte, benötigt dazu die richtigen Tools. Damit sich zeitsparend damit arbeiten lässt, sollte der Einstieg leicht sein und die Handhabung einfach. Ich hatte mich damals für eine WISO All-in-One Komplettlösung entschieden, die auch heute noch nutze. Buchhaltung, Steuern, Rechnungen, Finanzen und Kundenverwaltung in einem Programm. Für mich zuerst „too much“ aber nach einer längeren Eingewöhnungsphase komme ich ganz gut damit zurecht und kann alle Pflichtaufgaben, die einen nur von der eigentlichen Arbeit abhalten, per Mausklick erledigen. Das spart Kosten, macht teilweise sogar Spaß, man lernt immer etwas dabei und hat vor allem den vollen Durchblick.

Natürlich ist so eine Lösung nicht jedermanns Sache. Vielleicht wollt ihr ja die Steuerangelegenheiten an einen Berater abgeben und die Buchhaltung selbst erledigen? Gerade im Netz entstehen immer mehr spannende Lösungen, um den Arbeitsalltag für selbständige zu erleichtern. Ihr könnt online eine Rechnung schreiben oder andere Tools wie das Webworker-Dashboard verwenden. Oftmals lassen sich solche Tools mit nur wenigen Einschränkungen komplett kostenlos nutzen, wie z.b. das Rechnungsprogramm von Debitoor.de. Die Free-Version bietet, im Vergleich zur Online-Rechnungstool Konkurrenz, den meiner Meinung nach interessantesten Funktionsumfang.

Chancen und Risiken

Für alle, die sich nebenberuflich durch Webworking ein paar Kröten dazu verdienen, reichen oftmals kostenlose Tools aus. Aber auch für hauptberufliche Webworker ist der Weg in die Selbständigkeit kein Buch mit sieben Siegeln.

Informiert euch gründlich, macht euch nicht zuviel Gedanken um die Risiken und arbeitet Hart an euren Zielen, dann klappt es auch mit der Selbständigkeit. wenn auch erstmal nur als Nebenerwerb.

Bildquelle: Rainer Sturm / Pixelio

29 Kommentare

  1. Mario Juli 2, 2013 10:24 am 

    Ich finde den Artikel ein bisschen zu oberflächig, was da wirklich dahinter steckt, kommt nicht gut raus. Es bedeutet weit viel mehr…

  2. Jonas Juli 2, 2013 10:29 am 

    Hallo Mario, der Artikel sollte auch nur zum Denkanstoß dienen, das Thema ist natürlich viel Umfangreicher, da könnte man auch mehrere Blogs mit füllen.

  3. Chriz Juli 3, 2013 10:33 am 

    Ich habe es mir überlegt und wollte 2-3 Jahre mich selbstständig machen. Allerdings kommt mir da ein Problem in die Quere: Versicherung.

    Das ist einfach für mich zu teuer, vor allem am Anfang..

  4. Jonas Juli 3, 2013 10:43 am 

    Jap, die Kosten für eine Versicherung sollte man nicht unterschätzen. Eine private bietet aber auch gewisse Vorteile und ist anfangs eher günstiger als die gesetzliche. Bei einem Nebengewerbe ist das aber kein Thema.

  5. Steven Juli 10, 2013 10:48 am 

    Versicherung ist ein gutes Stichwort… Aber es hält sich in Grenzen. Alles halb so schlimm. Nur mut 😉

  6. nasenfahrrad24 Juli 22, 2013 7:33 pm 

    Als Denkanstoß ok, aber zur Selbstständigkeit gehört doch so viel mehr… trotzdem danke für den Artikel!

  7. matthias Juli 23, 2013 11:48 am 

    wir sind seit jahren selbstständig und haben es im wechsel gefeiert und bereut. wenn man aber von etwas überzeugt ist und es finanziell möglich ist, sollte man es versuchen. ein erfolgsrezept ist eigentlich nur die ausdauer und etwas glück. was das wichtigste ist, ist die gewissheit, dass einen (gerade in der anfangszeit) viele ausnutzen wollen und man auf diesem weg viel geld verlieren kann.

  8. Markus August 1, 2013 4:18 pm 

    Hallo,

    die rechtlichen Aspekte sollte man schon bedenken, da sonst die Selbständigkeit sehr schnell vorbei sein kann, wenn ein lieber Anwalt sich meldet. Auch sagt man, dass eine Firma mindestens 4 Jahre profitabel laufen muss, bis man es wirklich geschafft hat. Und selbst dann ist jeder Tag eine neue Herausforderungen.

  9. Philipp August 16, 2013 10:45 am 

    Wenn es so einfach wäre! Aber stimmt schon, oftmals macht man sich zu viele Gedanken, so dass man zwangsläufig an sich selbst scheitert. Dies gilt generell wenn es um entscheidende Dinge im Leben geht. Oftmals ist der Mensch zu sehr auf Sicherheit bedacht, und hat Angst zu verlieren was er glaubt aufgebaut zu haben.

  10. Jan August 18, 2013 9:45 am 

    Ich denke die Wahrheit liegt hier, wie in vielen Dingen im Leben, irgendwo in der Mitte: Einerseits ist es definitiv nicht so einfach Geld im Internet zu verdienen, wie viele (vorwiegend englischsprachige) Blogger und „Nichen Seiten Experten“ es darstellen möchten, andererseits ist es auch kein Ding der Unmöglichkeit.

    Sicherlich ist der Markt heute noch sehr viel umkämpfter als er es vor einigen Jahren war… und warum auch nicht? Als Webworker selbständig zu sein ist ja durchaus reizvoll! Das heißt aber gleichzeitig nicht, dass es deswegen, oder wegen des Papieraufwandes, Versicherungen etc. unmöglich ist es zu bewältigen.

    Zum Artikel selbst: Die Headline ist natürlich etwas provokant und der Artikel ist mit Sicherheit nicht der ultimative, tiefgründige Ratgeber zum Thema… das war hier aber wohl auch nicht die Intention 😉

  11. Vanessa August 21, 2013 9:32 am 

    Selbstständig machen war auch schon oft eine Überlegung von mir aber ich kann mich da wirklich nur anschließen die hohen Kosten für die Versicherung sind wirklich abschreckend.

  12. Inpirat Oktober 1, 2013 7:29 pm 

    Als Denkanstoß wirklich ok. Danke für die Infos.

  13. Markus Oktober 7, 2013 1:26 pm 

    Ich denke die größte Hürde beim selbstständig machen ist man selbst. die Zweitgrößte ist der fehlende Fokus. Alles andere ist meiner Erfahrung nach halb so schlimm
    lg m

  14. Markus Schall November 13, 2013 4:57 pm 

    Für Gründer und junge Selbständige eignet sich auch sehr gut das kostenlose CRM- und Warenwirtschaftssystem gFM-Business, das ich entwickelt habe und das sich noch bis Ende des Jahres in der Testphase befindet. Die Software ist lauffähig auf Windows, Mac OS X und auf dem Apple iPad. Mehr Infos gibt’s hier: http://www.gofilemaker.de/gfm-business-warenwirtschaft/gfm-business-free/

  15. Markus Dezember 5, 2013 9:57 am 

    Aus Erfahrung kann Ich sagen dass das Internetmarketing ein ziemlich hartes Pflaster ist. Ich denke auch dass es heutzutage um einiges schwerer ist als vor ein paar Jahren im Internetmarketing durchzustarten, da sich die google Richtlinien geändert haben. Außerdem gibt es mehr Konkurrenz.

  16. Marcel Dezember 22, 2013 3:41 pm 

    Als kleinen Tipp dazu: Am Anfang vielleicht den normalen Job noch behalten und das ganze parallel laufen lassen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Krankenversicherung, Rente etc. laufen weiter. Man kann seine ersten Kunden gewinnen. Wenn man groß genug ist, kann man ja immer noch den Job kündigen. So ist das Risiko einer Fehlentscheidung kleiner.

  17. Michael Dezember 30, 2013 7:26 pm 

    Stimme Marcel da auf jeden Fall zu. Unbedingt seinen Job behalten. Was Ich noch empfehlen würde: 1 Woche Urlaub nehmen und mal 1 Woche Vollzeit Selbständigkeit „simulieren“. Dann weiß man ob es einem liegt.

  18. Tina Januar 1, 2014 2:04 pm 

    Die Möglichkeiten im Internet Geld zu verdienen sind echt immens. Es gibt immer noch irgendwelche Nischen, die man belegen kann und es ist kein Ding der Unmöglichkeit.

  19. Jenny Januar 16, 2014 11:06 am 

    Die Selbstständigkeit ist nicht jedermanns Sache, die meisten haben großen Angst davor. Die meisten wollen eher einen geregelten Tag, geregeltes Einkommen und eine Rutine.

    Die geben sich einfach mit dem was die haben zu frieden. Schrecken vor neuen Wegen zurück.

    Man hat trotz der großen Hilfe im Internet einfach keine Lust, lieber für andere als für sich arbeiten.

    Ich bereue meine Selbstständigkeit kein bisschen.

    Ein netter Beitrag und gutes Thema.

  20. Mathias Januar 19, 2014 11:11 am 

    Eine gute Alternative ist die Nebenberufliche Selbstständigkeit. Hier hat man die Sicherheit eines Angestelltenverhältnisses und das Risiko der Selbstständigkeit ist nicht Existenzgefährdend.

  21. Paulo Februar 20, 2014 2:38 pm 

    Zur Selbstständigkeit gehört ja doch etwas mehr, es wurden nur einige der wenigen Punkte angesprochen.

    In meinem Umfeld und aus der Erfahrung geraus, wollen die meisten einfach nichts riskieren. Die wollen sogar stupide gesagt: Arbeitsplatz, geregelten Ablauf und moderates Einkommen. Die allerwenigsten denken nur auch an was anderes.

    Die meisten wissen auch nicht womit die wirklich ihr Geld verdienen können. Der Euro macht leider vieles nicht einfacher.

  22. Mike Februar 26, 2014 1:09 pm 

    Selbstständigkeit ist nicht gerade auch einfach, kenne einige Selbstständige, die zurück nach Angestelltenverhältnis, gewechselt haben. Ich denke einige dieser Zurückkehrer haben einfach zu hohe Erwartungen gehegt oder wo die finanziellen Mittel enweder nicht ausgereicht haben oder den möglichen Rahmen gesprengt.

    Gegenargumente für Selbstständigkeit:
    – ungeregeltes Einkommen, kein Geld in Krankheitsfall, kein bezahler Urlaub, Keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, kein bezahlter Urlaub, Annahmen von Aufträgen wegen Geldnöten, Leistungsdruck, Wochenende-Arbeit ist standart, selbst in Krankheitsfällen muss gearbeitet werden, 50-60 Std die Woche sind normal und gar das Privatleben kann darunter leiden usw. usf.

    Die Medaille hat zwei Seiten.

  23. Lara April 22, 2014 10:44 am 

    Grundsätzlich sollte jeder, der es möchte, es versuchen. Allerdings verändert sich dann das Leben total (unregelmäßige Einnahmen, mehr Arbeit, mehr Selbstdisziplin, mehr Ärger etc.). Aber wenn man es macht, dann bitte richtig. Von Gründungen im Nebenerwerb rate ich ab, das ist und bleibt meistens halbherzig. Und man sollte alles (was man nicht kann) anderen überlassen und dann nicht am falschen Ende sparen.

  24. Vomitorium August 21, 2014 8:30 pm 

    Lieblingsbeispiel:
    Montliche Eingänge von AdSense, sagen wir nur paar Hundert Euro.
    Eine eingehende Buchung.
    Monatliche Eingänge von einem zweiten Incomestream, bspw. irgendwas mit Affiliates.
    Zweite eingehende Buchung.

    Wer damit zu nem Steuerberater geht, zahlt locker mal schnell 60 – 70 EUR – im MONAT. Für ZWEI Buchungen.

    Da sollte man sich wirklich lieber irgendeine Steuer-Software kaufen und die paar Sachen selbst buchen, denn ansonsten kostet eine Buchung 35 EUR im obigen Beispiel – das kanns ja nun auch nicht sein?

  25. 23solutions Oktober 10, 2014 10:35 am 

    Ich finde den Artikel super. Besten Dank hierfür

  26. Slavisa November 29, 2014 2:46 pm 

    Interessante Denkanstösse, dennoch: Was es bedeutet, merkt man erst, wenn es richtig losgeht. In der Theorie ist alles einfach, in der Praxis wird es schwierig. Einige Fragen, die sich jeder slellen sollte: Habe ich genug Aufträge, machen die Kunden doch noch im letzten Moment den Rückzieher und meine investierte Zeit ist weg etc.? Sehr schwierig, zumal der Staat sofort seine Hand aufhält, egal ob du in der ersten Zeit über die Runden kommst oder auch nicht.

  27. Remo Januar 20, 2015 9:17 am 

    Das steinigste am Selbstständigmachen sind nicht fehlende Kunden oder Geld oder Versicherungen oder andere Sachen, die oben aufgeführt sind in vielfacher Weise.

    Sondern es ist die Bürokratie.

    Wenn man als Einzelperson anfängt, dann vllt. einen Mitarbeiter hat und also am Anfang klein ist, dann schlägt Bürokratie vielmehr zu buche als bei großen Unternehmen.

    Allein dieser ganze Quatsch an Sozialversicherungsbürokratie. Anstatt, daß man einfach einen Prozentsatz vom Lohn abführt, muß man fast ein wissenschaftliches Studium abschließen, um den Bürokratie-Stuß zu bewältigen.

    Und dann die Steuererklärung. Anstatt, daß man einfach reinschreibt, wieviel einem nach Ausgaben geblieben ist (falls das überhaupt der Fall ist am Anfang, daß was bleibt unterm Strich), muß man auch hier sich durch völlig überflüssige und unnötige Bürokratie wursteln.

    Man sollte die Häfte der Beamten entlassen, daß sie keine Zeit mehr haben, solche Formulare zu entwerfen und mit immer neuen Vorschriften Eigenverantwortung und Selbstständigkeit ersticken.

  28. Michael Dezember 7, 2015 9:01 pm 

    Hallo
    Ich finde die Menschen die es sich trauen sollen es ruhig tun,Hut ab,mir wäre es zu Unsicher.
    Gruß:
    Michael

  29. Eurelia Dezember 27, 2016 9:54 am 

    Ich denke man sollte es einfach probieren wenn man eine zündende Idee hat. In den USA beispielsweise wird auch häufig mehr riskiert und wenn man scheitert, war es immerhin ein Versuch!
    LG Eurelia

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