Wegwerfen von CDs bald verboten?

CD´s - Bild bei wrw / pixelio.deNach Meinung der Musikindustrie soll das Wegwerfen von CDs, jedenfalls innerhalb des bizarren Rechtssystems der USA, eine Rechtswidrigkeit darstellen, welche zu Schadensersatzforderungen führen kann.
Die Debatte um die Wahrung von Urheberrechten in der Musikindustrie treibt immer seltsamere Blüten: Nun will offenbar die Universal Music Group (UMG) in den USA vor Gericht erkämpfen, dass das Weiterverkaufen und selbst das Wegwerfen von CDs in Zukunft als Copyright-Verletzung gelten soll.

Im laufenden Verfahren gegen Troy Augusto, welcher angeklagt wurde, weil er per ebay-Angebot Promo-Cds veräußert hatte, argumentierte der Anwalt der Universal Music Gorup, „eine verschenkte oder weggeworfene CD gelte ebenfalls als ungenehmigte Verbreitung.
Im Rahmen der „First-Sale-Doctrin“ (entspricht in Deutschland dem Erschöpfungsgrundsatz), gilt die Kontrolle des Rechteinhabers über die Verbreitung einer Kopie nur so lange, bis diese einmal rechtmäßig in Umlauf gebracht wurde.

So weit so gut, dachte sich wahrscheinlich auch Troy Augosto , aber da hatte er wohl die Rechnung ohne die kuriosen Ansichten der Musikindustrie und deren Anwälten gemacht, die nämlich behaupteten, dass dieses Gesetz in dem vorliegenden Falle nicht greife. Die CDs hätten von Augusto nicht angeboten werden dürfen, weil diese ihm vom Musikkonzern nicht verkauft worden waren. Das Label vertritt vor Gericht die Ansicht, dass die Rechte an den Promo-CDs auch nach der Weitergabe an Radiostationen oder Journalisten beim Unternehmen bleiben. Laut der Auslegung der UMG (Universal Music Group), hätte Troy Augosto, stellvertretend für die Radiostationen und Journalisten, lediglich eine Lizenz zur Nutzung des zugesandten Materials erhalten.

Jedoch beinhaltet diese Rechtsauslegung nicht nur das Veräußern solcher CDs eine Rechtsverletzung, sondern auch, so der Anwalt der UMG, das Verschenken und Wegwerfen dieser, welches Augusto als Alternative zum Verkauf in Erwägung gezogen hatte.
Die Electronic Frontier Foundation (EFF) befürchtet, dass bei einer Durchsetzung von UMGs Argumenten auch weitgreifende Folgen für jeden durchschnittlichen Verbraucher zu erwarten sein könnten. Daher hat die Organisation auch die Verteidigung des angeklagten Augusto übernommen und will eine Aushebelung der First-Sale-Doctrine seitens Universal verhindern.

Bleibt zu hoffen, dass diese bizarre Rechtsauslegung nicht auf die von UMG erhoffte Zustimmung bei den Richtern in den USA findet, und das wenigstens ein bißchen Eigentumsrecht, auch innerhalb medialer Gegenstände dem Eigentümer einheim bleibt. Wo kämen wir denn da hin, wenn einem der Plattenverkäufer vorschreibt, was ich mit meiner Musik-CD anstellen soll und was nicht.

Auf eure Kommentare bin ich mehr als gespannt.

Quelle: Heise.de

Bildmaterial: © wrw / pixelio.de

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