wordpress als cms

Passend zur Veröffentlichung von WordPress 3.0 und  meiner momentanen Tätigkeit, die mich leider in den letzten Wochen und auch für die nächsten Wochen kaum noch zum bloggen kommen lässt, geht es heute um die Nutzung von WordPress als Content Management System (CMS).

Mein Hauptprojekt im Netz, welches es mir ermöglicht hat, als Webworker in die Selbeständigkeit zu wechseln, bedarf schon seit längerem einer kompletten Überarbeitung. Das System basiert auf ein, vor ungefähr 6 Jahren zusammengeschustertes Backend und ist dementsprechend veraltet. Die Bedienung ist grauselig, der ausgegebene Code ist nicht mal HTML4 konform und wenn man etwas ändern oder erweitern möchte, müsste ein Programmierer angeheuert werden.

Vor einiger Zeit habe ich mich nach einigen Tests mit anderen Content Management Systemen schlussendlich dazu entschieden, mit meinem Projekt komplett auf WordPress umzusatteln. Was mich dazu bewogen hat, WordPress als waschechtes CMS einzusetzen, sind folgende 10 Gründe:

1. Geringe Einarbeitungszeit

Wer sich schon einmal mit einem CMS wie Joomla, Drupal, oder im schlimmsten Fall Typo3 befasst hat, weiss, dass schon für die grundlegende Bedienung eine gewisse Einarbeitungszeit von Nöten ist. Hat man dann noch eine gewisse Vorstellungen und spezielle Wünsche, kann es sein, das man früher oder später verzeifelt das Handtuch wirft und einen Experten dafür bezahlt, das Projekt anzupassen. Als Blogger habe ich den Vorteil, durch langjährige Erfahrungen und vielem herumbasteln, WordPress fast wie meine Westentasche zu kennen. Einarbeitungszeit fällt weg, ich weiss was ich mit WordPress erreichen kann und ich kann sofort loslegen.

2. Communtiy

Die WordPress Community ist nicht zuletzt dank der vielen Blogger eine der größten CMS Communitys überhaupt. Wenn es irgendwo hakt und man nicht weiterkommt, wird irgendwo im Netz eine Lösung zu finden sein, oder eine Person, die einem bei der Problemlösung behilflich ist. Bisher habe ich bei  “technischen Problemen” mit WordPress durch “googlen” immer mindestens einen passenden Hinweis gefunden. Falls man dennoch nicht weiterkommt, spricht man das Problem im offizellen englisch- oder deutschsprachigem Forum an. Hier tummeln sich die Exeprten und Antworten lassen in der Regel nicht lange auf sich warten.

3. SEO

WordPress ist bereits von Haus aus Suchmaschinenfreundlich. Händische Modifikationen und Anpassungen sind im Prinzip nicht nötig. Google mag WordPress und spricht eine klare Empfehlung für die Nutzung des CMS aus. Wer das maximale aus der onpage SEO Optimierung herausholen möchte, verwendet zusätzlich noch ein SEO Plugin wie zum Beispiel wpSEO (Tipp! wird auch auf diesem Blog verwendet :) ), oder das nicht so umfangreiche, aber dafür kostenlose All-in-One-SEO-Pack.

4. Plugins

Die Masse an Plugins für WordPress ist schier unglaublich. Für kein anderes CMS gibt es soviele kostenlose Erweiterungen, Apps, Tools, oder wie auch immer man es nennen möchte. Mit Plugins lässt sich ein einfacher WordPress Blog zu einer richtigen Communtiy aufmotzen. Man kann mit Plugins Foren oder ganze Mitgliederbereiche einbinden, aber auch nur kleine Änderungen durchführen. Ich kenne (fast) nichts, was mit WordPress Plugins nicht möglich ist. Plugins lassen sich ohne Aufwand in WordPress integrieren und viele beliebte werden regelmässig aktualisiert und stellen, wie bei einigen anderen CMS, so gut wie kein Sicherheitsrisiko da.

5. Benutzderfinierte Felder (Custom Fields)

Kommen wir zu technischen Seite. Was macht das WordPress Blog-System zu einem echten CMS? Als erstes gibt es die sogenannten “benutzdefinierten Felder“, oder auch “Custom Fields“. Bereits seit WordPress Version 2.5 integriert, werden benutzerdefinierte Felder von Otto-Normal-Blogger (mich eingeschlossen) gerne mit Missachtung gestraft. Viele Blogger wissen noch nicht einmal wofür diese Felder gut sind und meinen, diese auch nicht zu benötigen. Wer sich etwas näher mit Custom Fields beschäftigt, weiss, was für ein Potential hinter diesen Feldern stecken kann. Für mein Projekt realisiere ich mit einer WordPress 3.0 Multi-User-Instanz, dem Plugin Gravitiy Forms und Custom Fields ein Firmenverzeichnis. Unternehmen können durch Gravitiy Forms einen Firmeneintrag (sozusagen als Artikel) übermitteln. Daten, wie die Adresse und andere Kontaktdaten werden in Custom Fields gespeichert und nach der Freigabe des Firmeneintrags auf der Webseite ausgegeben. Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten Custom Fields zu Nutzen, z.B. wie in einem älteren Bloggonaut Artikel beschrieben oder im WordPress Codex.

6. Custom Post Types

Standardmäßig kann man mit WordPress 2 Arten von Inhalten veröffentlichen: Artikel und Seiten. Ab WordPress 3.0, lassen sich weitere Inhaltsarten mit eigenen Attribute definieren. Wer eine Newsseite und zusätzlich einen Blog betreiben möchte, kann sich so im Dashboard einen Bereich für Blogartikel und einen für Newsartikel anlegen. Themes lassen sich außerdem so anpassen, das jeder Bereich auf Wunsch ein anderes Layout erhält. Weitere Infos.

7. Custom Taxonomies

Etwas komplexer wird es bei diesem neuen Feature, welches WordPress angeblich einen großen Schritt in Richtung CMS machen lässt.  Mit Custom-Taxonomies lassen sich zusätzliche Meta Bereiche erstellen. Standardmäßig exisiteren “Kategorien” und “Tags“. Kurz gesagt lassen sich mit Custom Taxonomies weitere Kategorie- und Tag-ähnliche Bereiche entwerfen, sozusagen komplett neue Blogbereiche. Ehrlich gesagt habe ich mich mit diesem Feature noch nicht großartig befasst, da ich es bisher nicht benötigt habe, aber was ich bis jetzt in Erfahrung bringen konnte, hört sich schon sehr vielversprechend an. Weitere Infos zum Thema finden sich hier.

8. Themes

Ähnlich wie Plugins, gibt es die unterschiedlichsten Themes wie Sand am Meer. Zu allen Bereichen findet man irgendwo im Netz ein passendes Layout. Reisen, Geld, Magazin Themes, Fotogallerie Themes,  kostenlose Themes, Premium Themes und und und… WordPress Themes lassen sich sehr einfach installieren und durch Themen Tags unkompliziert modifizieren und anpassen. Für mein Projekt habe ich mir mit YAML ein XHTML Layout erstellt und es in kürzster Zeit, ohne Vorkenntnisse als WordPress Theme adaptiert. So spart man sich überflüssigen Code, den viele Themenentwickler in erweiterte Adminbereiche stecken und erhält sein eigenes, einzigartiges Theme.

9. Child Themes

Mit Child Themes kann man verschiedene Bereiche des Blogs oder auch einzelnen Artikeln ein anderes Layout verpassen, ohne dass das Haupt-Theme angerührt werden muss. Sehr praktisch wenn man ein Premium Theme erstanden hat. Bei einem Update bleiben Einstellungen erhalten und eventuelle Dashboard Erweiterungen funktionieren auch mit den sogenannten Child Themes. Grundlageninfos zu Child Themes findet man hier.

10. Multi User Funktion

Ohne die neue WordPress Multi-User Funktion zu erwähnen, wäre die Liste hier sicher nicht vollständig :-) Das als WordPress MU bekannte und ehemals eigenständige System wurde mit dem Standard WP Core verschmolzen und bietet ab sofort jedem Blogger die Möglichkeit, beliebige viele Blogs mit nur einer Installation zu betreiben. Ein normaler Blogger wird mit dieser Funktion nicht viel anfangen können, aber hier geht es ja auch um die Verwendung von WordPress als CMS. Blog- oder Webseitennetzwerke sind mit dieser Funktion im handumdrehen erstellt. Unternehmen können für jeden Mitarbeiter einen eigenen Blog bereitstellen etc… Mein Projekt wollte ich anfangs mit 3 WordPress Installationen realisieren. Mit dieser Funktion lege ich einfach 2 neue Blogs an und kann alles mit einem User steuern und kontrollieren. Perfekt!


 


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